Was das Wünschen und Träumen angeht, haben sie etwas gemeinsam. Er, die Legende, und sie, seine Verehrer. Einmal Plácido Domingo livehaftig erleben, früher als Tenorissimo, jetzt eine Etage tiefer als Bariton, diese Sehnsucht ließ sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten durchaus befriedigen – vorausgesetzt, das Einkommen stimmte und das Kartenglück war hold. Die andere Seite, der umschwärmte Star, hat es ungleich schwerer. Einmal das Wiener Neujahrskonzert leiten, einmal im Bayreuther Festspielhaus Wagner dirigieren, das sind, so wird erzählt, die beiden Lebenswünsche des offiziell 77-Jährigen.