Politik Angeblich Drohnen-Anschlag

«Caracas.» Der autoritär herrschende Staatschef Nicolás Maduro in Venezuela ist am Samstagabend nach Angaben der Regierung in Caracas einem mit Drohnen ausgeführten Bombenanschlag entgangen. Als angebliche Drahtzieher werden Kolumbien und Exil-Venezuelaner in den USA beschuldigt.
Im venezolanischen Staatsfernsehen war mindestens eine Explosion zu hören, während Maduro vor Tausenden Mitgliedern der Nationalgarde eine Rede hielt. Angeblich waren mehrere mit Sprengstoff beladenen Drohnen in seiner Nähe explodiert. Zu der Tat bekannte sich im Internet eine Gruppe, die sich als „Nationale Bewegung der T-Shirt-Soldaten“ bezeichnete. Die Verfasser schrieben, es verstoße gegen die „militärische Ehre“, eine Regierung zu unterstützen, die „die Verfassung vergessen und aus dem Staatsdienst einen obszönen Weg zur Selbstbereicherung gemacht“ habe. Am Abend wurden sechs Personen festgenommen. Maduro bezichtigte den scheidenden Präsidenten des Nachbarlandes Kolumbien, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, Drahtzieher des Komplotts zu sein. „Ich hege keine Zweifel, dass dahinter ultrarechte Kreise in Venezuela gemeinsam mit ultrarechten Kräften Kolumbiens und Santos stecken“, sagte der Sozialist. Beweise für diese These wurden von Venezuela nicht vorgelegt. Später machte Maduro auch Exilvenezolaner in den USA für den angeblichen Anschlag mitverantwortlich: Die Geldgeber säßen in Florida. Der US-Sicherheitsberater John Bolton dementierte eine Beteiligung Washingtons. Kritiker befürchten, dass die Regierung den Vorfall für eine Verschärfung der Repression gegen Oppositionelle nutzen könnte. Maduro wird das Errichten einer Diktatur vorgeworfen.