Politik Kommentar: Die Flucht nach vorn

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Facebook hat aus dem Skandal um fingierte Nutzerprofile

im Wahlkampf 2016 gelernt. Der Konzern weiß, dass sein Image gelitten hat.

Wahrscheinlich ist es nur ein kleiner Teil, der aufgedeckt wurde. Kaum vorstellbar, dass knapp drei Dutzend gefälschte Seiten alles sind, was es an Manipulationsversuchen über das Einfallstor Facebook gibt vor den Kongresswahlen in den USA. Und dass jene Seiten gesperrt worden sind, dürfte das Problem nicht aus der Welt schaffen. Facebook ist unter Druck, nachdem der Eindruck entstanden war, als sei das Thema Datenschutz nur das fünfte Rad am Wagen Mark Zuckerbergs. Als sei dem Konzern die Privatsphäre seiner Kunden egal, Hauptsache Umsatz, Hauptsache kräftig sprudelnde Werbeeinnahmen. In dieser Drucksituation versucht das soziale Netzwerk nun so etwas wie Lerneffekte zu zeigen. So nachlässig wie 2016, als sich im Zuge des Duells ums Weiße Haus die Beschwerden über russische Trolle im Internet häuften, will das Zuckerberg-Imperium nie wieder wirken. Das kann sich das Unternehmen einfach nicht leisten in einem Umfeld, in dem die Skepsis der Europäer nun auch nach Amerika schwappt, in dem die Anzahl der Nutzer stagniert oder sinkt. Also hängt man einen Befund an die große Glocke, der im Kern vage bleibt. Wer hinter den gelöschten Seiten stand, ob es wieder einmal die Russen waren – eindeutig beantworten lässt sich das nicht. Man kann Facebooks Reaktion als hektischen Aktionismus abtun. Eher aber ist es so, dass die Antennen für die Gefahr des Missbrauchs endlich empfindlicher sind. Allein das ist schon ein Gewinn.

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