Donnersbergkreis
Meistgelesene Artikel 2024: Diese Geschichten bewegten den Donnersbergkreis
Platz 10: Pfälzer Soldat teilt Kriegserfahrung
Der ehemalige Soldat Valerio U. aus dem Donnersbergkreis erzählte anlässlich des Volkstrauertags am 17. November von seinen Erfahrungen aus zwölf Jahren bei der Bundeswehr. Damals gab er freiwillig seinen sicheren Job als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der BASF auf, um sich in die Dienste der Bundesrepublik zu stellen.
Denn der 37-Jährige ist stets auf der Suche nach neuen Aufgaben, um sich weiterzuentwickeln. Eine der wohl größten Herausforderungen in der militärischen Laufbahn des späteren Hauptfeldwebels: Zweimal war er für mehrere Monate in Afghanistan und im Irak stationiert. Dort packte er an, egal ob bei deutschen oder ausländischen Einheiten, lernte Kameradschaft, aber auch die allgegenwärtig herrschende Gefahr in Kriegsgebieten kennen.
Platz 9: Was wird bloß aus Kibos Obdachlosen?
Das Schicksal eines obdachlosen Mannes in Kirchheimbolanden bewegte unsere Leserinnen und Leser Anfang November. Der Mann, der aus dem EU-Ausland stammte, hatte auf Passanten verwirrt gewirkt. Immer häufiger schlug er sein Nachtlager bei niedrigen Temperaturen in einem Hauseingang eines leerstehenden Geschäfts in Fußgängerzone auf. Besorgte Stimmen wurden laut, warum dem Mann nicht geholfen werde.
Die Stadt, Verbandsgemeinde und der Kreis versicherten: „Es gab mehrere Hilfsangebote.“ Auch eine Unterbringung in einer Unterkunft, die die VG vorhält, wäre möglich gewesen. Doch der Mann lehnte ab. Zwar sei eine Einweisung einer Person, die sich selbst nicht helfen könne, grundsätzlich möglich, erklärte Tristan Werner, VG-Büroleiter und Jurist, die Handlungsgrundlage der Behörden. „Allerdings muss der Betroffene zustimmen, ansonsten gibt es für solche Maßnahmen zu Recht hohe Hürden“, so Werner weiter. Immerhin: Wenige Wochen später nahm der Mann dann doch ein Hilfsgebot an.
Platz 8: Schwere Vorwürfe gegen Exoten-Zoo
Im Frühjahr entfachten Vorwürfe von Peta gegenüber dem Exoten-Zoo in Rockenhausen eine Diskussion: Laut der Tierschutzorganisation herrschten im Tierpark mangelhafte Hygiene- und Haltungsbedingungen.
Die Tiere würden „in beengten, barackenartigen Verschlägen gehalten, darunter Primatenarten, Kleinkatzen, Nagetiere, Vögel und Reptilien.“ Einige von ihnen litten laut Peta sogar an Verhaltensauffälligkeiten. Ihre Anschuldigungen stützten die Tierschützer mit Bild- und Videoaufnahmen, die bald darauf im Internet kursierten.
Alles andere als gut weg kam dabei auch das zuständige Veterinäramt des Donnersbergkreises. Dem hatten die Tierschützer die Zustände gemeldet, passiert sei daraufhin aber nichts. Stattdessen würde „das Höllenloch für Tiere weiterhin geduldet“, so eine Referentin von Peta. Daraufhin kürte die Tierschutzorganisation das Veterinäramt Donnersbergkreis Ende Februar dieses Jahres zu den Flop 5 der schlimmsten Veterinärbehörden Deutschlands. Das Veterinäramt sowie Tierpark-Betreiber Andreas Spieß wehrten sich gegen die Vorwürfe – mit mäßigem Erfolg: Seither kämpft Spieß gegen rückläufige Besucherzahlen und das dem Zoo „anhaftende Schmuddel-Image“ an.
Platz 7: Adient stellt Werksleiter frei
Für Adient lief das Jahr 2024 einmal mehr nicht besonders rosig. Beim Automobilsitzhersteller aus Rockenhausen stehen weitere Stellenkürzungen an, die Zukunft ist ungewiss und zum Jahresende verbreiteten sich dann noch interne Querelen. Wie inzwischen bestätigt ist, hat Adient Guido Herkenrath, Werksleiter am Standort Rockenhausen, von seinen Aufgaben entbunden und sucht aktuell noch nach einer Nachfolgelösung. Über die Hintergründe der Freistellung wird viel spekuliert. Seitens Adient gibt es dazu aktuell aber noch keine Angaben. Ob sich die Gerüchte bestätigen, wird man dann womöglich im kommenden Jahr erfahren.
Platz 6: Tankstelle Blanz schließt nach 57 Jahren
Es war das Ende einer Ära: Im Juni trennten sich Cornelia und Werner Dürr die Türen von ihrer Tankstelle in Wartenberg-Rohrbach. Insgesamt 57 Jahre war die Tankstelle, zu der 1992 eine Waschanlage, später noch drei Waschboxen hinzugekommen waren, in Familienbesitz. 1967 hatten Cornelia Dürrs Eltern Ilse und Otto Blanz die Tankstelle mit Reparaturwerkstatt an der vielbefahrenen Kaiserstraße eröffnet, die damals noch eine Bundesstraße war. Zu tun gab es auch für die nächste Generation reichlich: Bei 15-stündigen Arbeits- und 364 Öffnungstagen im Jahr blieb dem Ehepaar Dürr nur wenig Zeit für Hobbys, Reisen und Freundschaften.
Auch einige Schreckmomente hat das Paar erlebt, wie im Sommer 2022 als der Motorraum eines Fahrzeugs in Brand geriet und auf die Tankstelle überzugreifen drohte. Zeit für etwas mehr Ruhe im Alltag will sich das Ehepaar Dürr nun im verdienten Ruhestand nehmen.
Platz 5: Neuigkeiten beim Dannenfelser BASF-Haus
Seit Jahren steht das ehemalige BASF-Haus in Dannenfels leer, verfällt vor sich hin. Sehr zum Unmut der Dannenfelser. Doch kürzlich gab es Bewegung auf dem Grundstück, das seither als „Lost Place“ – also als ein Ort des Verfalls gilt. Denn seit den 2000er-Jahren ist es ein regelrechtes Hin und Her: Ursprünglich war der Komplex 1893 von der BASF als Heilstätte und Erholungsheim für tuberkulosekranke Mitarbeiter gebaut worden. Nach dem der Klinikbetrieb 1972 eingestellt wurde, nutzte BASF die beiden Häuser für Schulungszwecke für Mitarbeiter, ehe der Modernisierungsaufwand zu groß wurde.
Später gab es immer wieder Investoren und Pläne, die sich im Nu wieder in nichts auflösten. Mittlerweile ist das Gelände verkauft, der neue Eigentümer will seine Pläne noch nicht öffentlich machen. Er gibt so viel preis: Die Gelände- und Rodungsarbeiten seien eine vorbereitende Maßnahme, um den „Lost Place“ wieder mit Leben zu füllen. Weniger offensichtlich seien die Arbeiten, die in den vergangenen drei Jahren im Innern stattfanden: Laut dem Eigentümer wurde die komplette Inneneinrichtung entfernt sowie Tapeten und Fliesen. Es tut sich also etwas in Dannenfels.
Platz 4: Ehefrau pflegte krebskranken Ehemann
Das Schicksal von Angelika und Reinhold Kolle aus Rockenhausen bewegt: Mehrere Jahrzehnte waren die beiden verheiratet, ehe eine Diagnose das Leben völlig auf den Kopf stellte. Erst kämpfte Reinhold Kolle gegen den Lungenkrebs. Als die Erkrankung weitestgehend im Griff schien, folgte die nächste Hiobsbotschaft: Speiseröhrenkrebs. Die Therapiemöglichkeiten waren begrenzt, das Schicksal schien besiegelt. Dennoch stand für seine Frau Angelika fest, den Weg solange wie möglich gemeinsam in den eigenen vier Wänden zu gehen.
Es sei nicht immer leicht gewesen, schilderte sie im RHEINPFALZ-Gespräch die Herausforderungen, die diese Aufgabe mit sich brachten. Sie habe vor dem Unfassbaren gestanden und nichts tun können, außer aushalten. „Dabei war er es doch, der stirbt und nicht ich“, sagt sie heute. Trotz der schweren Zeit blickt Angelika Kolle auch mit viel Dankbarkeit auf die Jahre zurück, in denen ihr Mann es geschafft habe, diese mit Lachen und Leben zu füllen.
Platz 3: Peta kritisiert Zustände im Hühnerstall
Ins Visier der Tierschutzorganisation rückte Anfang Mai der Betreiber eines mobilen Hühnerstalls in der Verbandsgemeinde Göllheim. Tierschützer hatten auf der Auslauffläche des Wagens zwischen lebenden Tieren Kadaver von verendeten Hühnern gefunden, Bild- und Videomaterial kursierte schnell im Netz. Nach dem Verwesungsgrad der Tiere und der Einschätzung der Aktivisten waren die Tiere schon länger tot. Aus diesem Grund warfen sie dem Betreiber schwere Vernachlässigung vor, auch weil sie bei den Tieren Verhaltensauffälligkeiten wie Federpicken wahrgenommen hatten. Es folgte eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft.
Die Verbandsgemeinde Göllheim als Verpächterin des Stellplatzes, auf dem der mobile Hühnerstall untergebracht war, allen voran Steffen Antweiler als VG-Bürgermeister beschäftigten die Vorwürfe ebenfalls. Der Hühnerzüchter, den die Vorwürfe konkret trafen, hüllte sich hingegen in Schweigen.
Platz 2: Familie trauert nach tödlichem Unfall auf A63
Ein schrecklicher Unfall bewegte im Spätsommer den Donnersbergkreis. Ein 32-Jähriger wartete nach einer Autopanne an der A63 auf den ADAC, wurde dann von einem Fahrzeug erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Ein tragischer Fall, der für die Angehörigen dann aber dadurch verschlimmert wurde, dass Gerüchte über vermeintlich fahrlässiges Handeln des Opfers die Runde machten. „Das ist aber nicht wahr und er hat es einfach nicht verdient, dass nach seinem Tod nun so über ihn gesprochen wird“, sagte eine Angehörige, die selbst an der Unfallstelle war. Der Mann habe sich richtig verhalten, sei eben Opfer eines tragischen aber unverschuldeten Unfalls geworden. Eine bewegende Geschichte, welche die Leserinnen und Leser lange beschäftigte. Für die Angehörigen bleibt zu hoffen, dass nach den deutlichen Worten endlich Ruhe einkehrte und der Familie die Möglichkeit blieb, ohne Wut und Rechtfertigungen trauern zu dürfen.
Platz 1: Neuer Einkaufsmarkt für Alsenz ab 2026
Nahversorgung ist das Top-Thema des Jahres 2024 bei den Leserinnen und Lesern. Ende März wurde bekannt, dass Edeka Südwest den Bau eines neues Supermarktes in Alsenz plant. Demzufolge soll der Markt mit einer Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern zwischen 15.000 und 20.000 Artikel inklusive Metzgerei, Bäckerei und Käsetheke beinhalten. Eine Standortanalyse habe ergeben, dass in Alsenz der Bedarf für einen Vollsortimenter groß sei, erklärte damals Manfred Kratz, Expansionsleiter von Edeka Südwest. Ein Markt in kleinerer Größenordnung komme für den Standort nicht in Frage. Zusagen für weitere Mieter gibt es außerdem: Die Drogeriemarktkette Rossmann wolle etwa 800 Quadratmeter Verkaufsfläche mieten. Auch die Volksbank will mit einer Zweigstelle am neuen Standort errichten. Das derzeitige Domizil ist nämlich nur bis Ende 2025 angemietet. Bis dahin sollen die Bagger rollen: Spätestens 2026 könnte dann also schon die große Eröffnungsparty steigen.