Alsenz RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Einkaufsmarkt soll spätestens 2026 eröffnet werden

Wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt: Auf diesem Gelände an der B420 bei Alsenz soll der neue Einkaufsmarkt gebaut werde
Wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt: Auf diesem Gelände an der B420 bei Alsenz soll der neue Einkaufsmarkt gebaut werden. Edeka, Rossmann und die Volksbank Kaiserslautern stehen als Mieter bereits fest.

Zwar sind noch bürokratische Hürden zu nehmen, doch im Grundsatz ist klar: Im Alsenzer Gewerbegebiet Richtung Niedermoschel soll ein weiterer Einkaufsmarkt entstehen. Neben einem Vollsortimenter und einem Drogeriemarkt gehört auch eine Bank zu den Mietern. Und die hat für ihr neues Domizil im wahrsten Wortsinn bombensichere Pläne.

Der Lebensmittelhändler Edeka und die Drogeriemarktkette Rossmann wollen in Alsenz einen neuen Einkaufsmarkt errichten. Der vorgesehene Standort befindet sich im Gewerbegebiet Richtung Niedermoschel, oberhalb der Firma Gampper und der Photovoltaik-Freiflächenanlage. Weiterer Ankermieter wird die Volksbank Kaiserslautern sein – sie betreibt derzeit noch ihre Filiale in dem von ihr verkauften und teilweise wieder zurückgemieteten Gebäude in der Brühlstraße.

Im Gemeinderat haben nun der Expansionsleiter von Edeka Südwest, Manfred Kratz, und Bernd Köhler aus Bad Kreuznach die Pläne vorgestellt. Letzterer ist in Alsenz kein Unbekannter, hat er doch auch das 2011 eröffnete Verbrauchermarktzentrum mit Norma und Kik, einem Zeitschriften- und Lottogeschäft sowie einem Getränkehandel projektiert.

Markt mit bis zu 20.000 Artikeln

Laut Kratz und Köhler beabsichtigt Edeka Südwest, einen Markt mit 15.000 bis 20.000 Artikeln inklusive Metzgerei, Bäckerei und Käsetheke zu bauen. Die Verkaufsfläche soll rund 1500 Quadratmeter betragen, das Gebäude in Massivbauweise errichtet werden. In der Region um Alsenz sei Bedarf für einen Vollsortimenter, „das haben unsere Untersuchungen für das Gebiet ergeben“, so Kratz. Daher komme auch nur ein Einkaufsmarkt in dieser und nicht etwa in geringerer Größenordnung in Frage. Zum Vergleich: Norma verfüge nur über rund 1200 Verkaufsartikel, sagte Köhler. Beide sahen auf Nachfrage die im Zuge des Projekts steigende Anzahl an Bäckern in Alsenz als „Konkurrenzbelebung des Geschäfts“.

Eine Zusage für den neuen Standort liege auch von der Drogeriemarktkette Rossmann vor, die 700 bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche benötige. Rossmann sei ein „frequenzbringender Marktpartner“, so die Experten. Das Gewerbegebiet an den beiden Bundesstraßen 420 und 48 sei mit täglich rund 8000 Verkehrsteilnehmern eine Top-Verkaufslage für Verbrauchermärkte – Köhler nannte sie gar eine „Formel-1-Lage“. Das zeige sich unter anderem daran, dass der nahe gelegene Norma-Markt binnen kurzer Zeit nach Eröffnung seine Verkaufsräume habe erweitern müssen.

„Bombensicherer“ Geldautomat

Hinzu komme als dritter bereits feststehender Mieter die Volksbank: Sie wird einen Teil der neuen Räume für den Zweigstellenbetrieb nutzen, da das jetzige Domizil nur bis Ende 2025 angemietet sei. Reagieren wird das Geldinstitut auf die zahlreichen Sprengungen von Geldautomaten in den vergangenen Jahren: Deshalb wird das Gerät in einem separaten, Köhler zufolge „bombensicheren“ Containergebäude untergebracht. Auf einem gemeinsamen Parkplatz der drei Mietparteien sollen 150 Fahrzeuge Platz finden.

„Allerspätestens 2026“ antworte Köhler auf die Frage, bis wann der Markt eröffnet werden soll. Bis zur Umsetzung seien noch eine Reihe behördlicher Verfahren zu absolvieren. So sehe der jetzige Bebauungsplan für die betreffende Fläche ein Gewerbegebiet vor, dieses müsse in ein Sondergebiet Einzelhandel geändert werden. Eine Voraussetzung für diese sowie für weitere Genehmigungen sei die Erstellung eines Einzelhandelskonzepts für die Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land. Ein solches existiert für die 2020 aus den früheren Verbandsgemeinden Rockenhausen und Alsenz-Obermoschel gegründete VG noch nicht. Projektierer und Investoren wollen sich an dem Prozess finanziell beteiligen.

Weg zwischen den Märkten erwünscht

Was die Verkehrsanbindung an die B420 anbelangt, seien detaillierte Gespräche mit dem Landesbetrieb Mobilität notwendig, so Köhler auf eine weitere Nachfrage. Er gehe davon aus, dass die Zufahrt ähnlich gestaltet wird wie dies beim Norma-Einkaufszentrum der Fall sei. Ferner wurde aus dem Rat für notwendig erachtet, dass es für Fußgänger und Radfahrer seitlich der Bundesstraße eine Verbindung zwischen den beiden Märkten geben wird. Ohnehin müsse wohl der untere, an der B420 gelegene Bereich des Geländes etwas höher gelegt werden, so der Architekt.

Ortsbürgermeister Karin Wänke begrüßte das Vorhaben: Es sei wichtig, dass sich Alsenz weiterentwickele. Die Ratsmitglieder sahen das ebenso und sprachen sich in einem Grundsatzbeschluss einstimmig dafür aus, die vorgestellten Pläne weiter zu verfolgen. Wänke wurde daher beauftragt, alle notwendigen Schritte zur Änderung des Bebauungsplans in die Wege zu leiten.

x