Grünstadt Vor 100 Jahren: Pferd versinkt in Grünstadter Straße
Grünstadter Zeitung: Grünstadt, 5. Juni 1936. Heute früh kurz nach 7 Uhr ertönte wieder einmal die Feuer-Alarmsirene. Glücklicherweise handelte es sich hierbei nicht um einen Brand, sondern das Heulen der Sirene galt dem Herbeiziehen hilfsbereiter Leute, um einen noch verhältnismäßig glücklich verlaufenen Unfall zu beseitigen. In der Turnstraße, kurz vor der Einmündung in die Altgasse, bei dem Musikhause Schreyvogel (heute Juwelier Lampe), brach ein Pferd des Gutsbesitzers Wilhelm Mader hier mit den Hinterfüßen plötzlich in den Boden der neu beschotterten Straße ein und rutschte rückwärts in etwa 3 Meter Tiefe. Es stellte sich heraus, daß etwa in 15 ctm Tiefe unter der Straße ein völlig freier Brunnenschacht sich befand. Der Schacht hat etwa 1m Durchmesser. Naturgemäß war die dünne Schicht über dem Schacht zu wenig widerstandsfähig, um eine noch nicht einmal sehr schwere Last aushalten zu können. Auf den Hinterbeinen völlig aufgerichtet, mit dem Kopf und den Vorderbeinen nach oben, stak das Pferd in der Erde. Nach fast zweistündiger Arbeit gelang es mit Hilfe eines Flaschenzuges das arme Tier aus seiner unglücklichen Lage zu befreien. Glücklicherweise zog es sich keinen ernstlichen Schaden zu.