Es war ein glasklarer, präziser, transparenter Chopin, den Olga Scheps – vor knapp 30 Jahren in Moskau geboren, in Deutschland zu Hause und längst auf dem Weg zu den ersten internationalen Konzertpodien – am Samstagabend im ausverkauften Freinsheimer von-Busch-Hof ihrem Publikum zeigte – technisch perfekt, aber auch irgendwie distanziert und wenig anrührend. Was sie indes nach der Pause servierte – Rachmaninoff und Prokofieff, dazu zwei köstliche Zugaben − war indes packend, faszinierend und großartig, sodass der zur Pause nur anerkennende Applaus diesmal kaum enden wollte.