Pirmasens Einst beim Orange Bowl auch Barbara Rittner geschlagen

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Spiel, Satz und Sieg: Diese drei Wörter hat Svetlana Käfer schon häufig in ihrem Leben gehört. Die 41-Jährige spielt Tennis und dies nicht nur beim TC Rotenbühl in Saarbrücken. Im März wurde die Wahl-Pirmasenserin im türkischen Manavgat zusammen mit Olga Cosic Weltmeisterin im Damen-40-Doppel. Die gebürtige Moldawierin lebt seit Ende der 1990er Jahre in Deutschland; zunächst im Saarland, der Liebe wegen kam sie nach Pirmasens. Doch zuvor drehte sich ihr Leben lange um die Frage: „Schaffe ich es zur Profispielerin?“ Die Chance war da, sagt sie – mit einer Einschränkung: solange Moldawien noch zur Sowjetunion gehörte. „Moldawien war plötzlich ein armes Land“, erinnert sie sich. Die Sportförderung sei eingestellt worden. Wollte Svetlana Käfer, die damals noch Komleva hieß, zu Turnieren fahren, musste sie nun das Geld für Trainer, Ausrüstung, Flug und Unterkunft selbst aufbringen. „Ich habe es noch einige Zeit versucht, Tennis professionell zu betreiben“, erzählt sie. Doch zunehmend wurde ihr klar, dass Sport nicht alles ist. Die langen Reisen fernab der Heimat machten sie einsam. Sie begann ein Fernstudium in Moskau, knüpfte erste Kontakte zu deutschen Tennisclubs, spielte dort jeweils für einige Monate. Svetlana Käfer stammt aus einer sportlichen Familie, die Eltern waren im Tischtennis und in der Leichtathletik aktiv. Mit neun Jahren entdeckte sie ihre Tennis-Leidenschaft. Damals seien die staatlichen Trainer in die Schule gekommen, hätten über eine Art „Schnuppertraining“ talentierte Sportler ausgewählt. Das Ziel hieß Leistungssport. „Ich hatte vorher auch Akrobatik und Schwimmen probiert. Aber ich habe schon als Kind mehr Spaß gehabt mit dem Ball“, erklärt sie, warum die Wahl ausgerechnet auf Tennis fiel. Früh war klar, dass Svetlana Komleva Talent besitzt. 1989 gewann sie in der Altersklasse bis 16 Jahre den Orange Bowl, das damals wichtigste Nachwuchsturnier im Tennis. Im Viertelfinale stand ihr die heutige deutsche Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner gegenüber – Sieg für Komleva. Als sie für Saarlouis in der ersten Bundesliga aktiv war, gelang ihr ein Sieg im Doppel gegen Steffi Graf. Die große Profikarriere blieb ihr aber verwehrt, doch mit zwei Fed-Cup-Jahren kann sie sich dennoch sehen lassen. Im März 2015 erspielte sie sich in der Türkei gemeinsam mit Landsfrau Olga Cosic WM-Gold bei den Damen ab 40. 6:2, 7:5 siegten sie im Finale gegen die finnisch-estländische Kombination Parmas/Poljakova. Dabei musste Cosic die Pirmasenserin erst zu ihrem Glück zwingen. „Sie hat jahrelang versucht, mich zu überreden bei der Senioren-WM zu spielen“, doch Käfer ließ sich zunächst nicht erweichen. Dann handelten sie folgende Vereinbarung aus: Käfer tritt bei den Weltmeisterschaften an, Cosic kommt für die Medenrunde des TC Rotenbühl nach Saarbrücken. Ihr eigenes Spiel ist auf Attackieren ausgelegt. So hat sie auch Partnerin Cosic Sicherheit gegeben: „Ich gehe gerne selbst auf den Punkt, am liebsten mit der Rückhand: Das ist meine Waffe“, sagt sie lachend. Bei der WM in Antalya erreichte sie zudem sowohl im Damen-40-Einzel als auch im Mixed (mit Cousin Victor Rybas) das Halbfinale. „Da keiner mehr vom Tennis leben muss, sind alle viel entspannter“, erklärt sie die Vorzüge der späten Karriere. Sie genießt das Beisammensein nach den Spielen, auch mit ihren saarländischen Vereinskameradinnen, mit denen sie dieses Jahr bei der deutschen Ü40-Mannschaftsmeisterschaft auf Rang zwei kam. Heute trainiert sie zweimal pro Woche, selten auch mit ihrem Mann Thomas Käfer, der die Tennisschule beim TC Münchweiler betreibt. In der kälteren Jahreszeit ist erst mal Pause angesagt, verrät sie. Ein bisschen Joggen oder Schwimmen muss dennoch sein. Und wer weiß, ob es dann im nächsten Mai nicht doch noch einmal die Senioren-Weltmeisterschaften werden: „Der Weltmeistertitel im Einzel würde mich reizen.“ Einfach aufhören? Kommt nicht in Frage, dann würde schließlich etwas fehlen. „Das macht die Menschen auch glücklicher, wenn sie in Vereinen und in Gruppen sind“, ist sie überzeugt. Auch ohne Profikarriere.

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