Ludwigshafen
Abriss Hochstraße: Die heiße Phase beginnt
Worum geht es?
Die Verkehrsinfrastruktur in der Ludwigshafener Innenstadt wird erneuert. Im Fokus stehen dabei die beiden Hochstraßen, die das Fernstraßennetz mit den Rheinbrücken nach Mannheim verbinden. Der einsturzgefährdete Teil der Hochstraße Süd (B37) ist nach dem Abriss wiederaufgebaut worden und der Rest der Trasse bis zum Pylon wird grundlegend saniert. Die Wiedereröffnung ist für 3. Juli geplant. Erste Teile der Hochstraße Nord (B44) werden ab August abgerissen. Parallel dazu entsteht die 860 Meter lange, ebenerdige Helmut-Kohl-Allee als Ersatz. Das Projekt soll bis Ende 2031 abgeschlossen sein.
Was steht jetzt an?
Während die Bauarbeiten für die neue Hochstraße Süd kurz vor dem Abschluss stehen, geht der Abriss der Nordtrasse in die heiße Phase. Bereits seit einiger Zeit laufen umfangreiche Bauarbeiten, die sich aber kaum auf den Verkehr in der Stadt ausgewirkt haben. Dies wird sich in den kommenden Wochen ändern. Die Abrissarbeiten am sogenannten Nordbrückenkopf der Kurt-Schumacher-Brücke werden erhebliche Einschränkungen für Autofahrer bringen. Zunächst wird ab April bis Ende des Jahres der Würfelbunker abgerissen, der mitten in dem Geflecht von Auf- und Abfahrten zur Rheinbrücke liegt. Dafür wird die Auffahrt von der Rheinuferstraße auf die Hochstraße in Richtung Bad Dürkheim gesperrt. Der Verkehr auf der Rheinuferstraße wird bis zum Hemshofkreisel im Frühjahr noch einspurig möglich sein. Im Sommer folgt die Vollsperrung.
Können Autos weiterhin die Hochstraße Nord befahren?
Ja, aber mit großen Einschränkungen. Von Mai bis Juli wird eine behelfsmäßige „Verkehrsspange“ gebaut: Die Verbindung soll es ermöglichen, dass Autos während des Abrisses des Nordbrückenkopfes weiterhin in Richtung Oppau und umgekehrt fahren können. Dafür wird eine Auffahrtsrampe zur Hochstraße für den beidseitigen Verkehr umgebaut. Auf diesem Stück dürfen nur noch Pkw fahren und es gilt Tempo 30. Entsprechende Lkw-Sperren werden eingerichtet. Auch Transporter dürfen die Hochstraße nicht mehr befahren. Ab August folgt dann der Abbruch von Auf- und Abfahrten zur Schumacher-Brücke. Der Bereich und Teile der Rheinuferstraße werden vier Jahre für den Verkehr gesperrt. Die Bauarbeiten verlaufen auf mehreren Ebenen und umfassen Tunnelanlagen, Straßenverbindungen und Brücken. Die sogenannte Verkehrsspange ist eine Art Bypass um die Großbaustelle herum. Von Mannheim aus ist die Rheinbrücke dann noch etwa eineinhalb Jahre für den Autoverkehr geöffnet, allerdings nur mit einer Abfahrtmöglichkeit in Richtung Norden (Oppau, Hemshof, BASF).
Was ist mit der Rhein-Galerie?
Das Einkaufszentrum grenzt direkt an die Hochstraßenbaustelle. Beide Einfahrten in die Galerie sollen weiterhin für Autofahrer anfahrbar bleiben. Die Rheinufer-/Zollhofstraße endet ab August als Sackgasse an der nördlichen Einfahrt in das Parkhaus des Centers. Die Verkehrsführung wird entsprechend geändert und ausgeschildert.
Was ist mit dem ÖPNV?
Der Straßenbahnverkehr zwischen dem Norden der Stadt und der City findet uneingeschränkt weiter statt und wird mit einem neuen Linienangebot ausgebaut. Die Autos, die über den Bypass („Verbindungsspange“) von der Hochstraße Nord zum Hemshoftunnel fahren, müssen die Gleise kreuzen. Dafür wird ein Bahnübergang mit Ampeln und Schranken gebaut. Busse bekommen eine eigene Trasse, die auch für Rettungsfahrzeuge, die Feuerwehr und den Radverkehr offen ist. Diese Trasse führt über das Areal des Rathaus-Centers, das bis zum Sommer abgerissen wird, zur Rheinuferstraße und ist mit Pollern für den restlichen Verkehr gesperrt. Über zwei Monate hinweg wird auch die Zufahrt zum Berliner Platz für Autofahrer aus dem Stadtteil Süd gesperrt. Grund: Ab Juni werden von der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) neue Gleise verlegt und zwei Bahnsteige gebaut, die Straßenbahnen aus der Bleichstraße in Süd kommend die direkte Auffahrt auf die Adenauer-Brücke erlauben. Damit ist eine Verbindung nach Mannheim ohne Umsteigen am Berliner Platz möglich. Das ist insofern wichtig, weil die Schumacher-Brücke ab August für den Straßenbahnverkehr gesperrt ist.
Was ist mit der Hochstraße Süd?
Ab Juli wird die Hochstraße Süd (B37) zur Konrad-Adenauer-Brücke wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Schon im Mai werden erste Teile der neugebauten Hochstraße Süd für den Verkehr geöffnet. Man kann dann mit dem Auto von der Saarlandstraße auf die neu gebaute Hochstraße in Richtung Mannheim auffahren und von dort kommend in die Heinigstraße abfahren. Ab 3. Juli soll die gesamte Südtrasse wieder bis zur A650 befahrbar sein und als Hauptverkehrsverbindung nach Mannheim dienen.
Droht LU ein Verkehrschaos?
Nein, glauben die Bauverantwortlichen. Sie setzen auf ein Drei-Zonen-Konzept: Der überregionale Verkehr soll über die Autobahnen A6 und A61 umgeleitet werden, die Stadtmitte weiträumig umfahren und den Rhein über die Theodor-Heuss-Brücke bei Frankenthal oder die Brücke bei Speyer überqueren (Zone 1). Pendler sollen den Innenstadtbereich über die B9 umfahren (Zone 2), die von der Pfingstweide über Oggersheim bis nach Rheingönheim führt. Der Berufsverkehr zur BASF soll größtenteils über den Norden der Stadt laufen. Deswegen soll die Fahrbahn der L523 im Juli neu asphaltiert werden, was kurzfristig ebenfalls nur eine einspurige Verkehrsführung erlaubt. Im Belag der Landesstraße, die auf die Brunckstraße zur BASF führt, klaffen große Schlaglöcher, die beseitigt werden müssen. Das übernimmt der Landesbetrieb Mobilität, der nach der Öffnung der Hochstraße Süd das kurze Zeitfenster nutzen soll, bevor ab August die Nordtrasse weitgehend dicht ist. In den Bereich des Stadtzentrums (Zone 3) soll nur noch einfahren, wer dort etwas zu erledigen hat oder dort wohnt.
Was sagt die Politik dazu?
„Wir sind auf einem sehr guten Weg. Die Fertigstellung der Hochstraße Süd ist ein echter Meilenstein“, sagt Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU). Die Großbaustelle für die Helmut-Kohl-Allee mitten in der Stadt sei eine Herausforderung. Doch mit dem Abriss der Hochstraße Nord öffne sich eine einzigartige Chance für das 40 Hektar große neue Stadtquartier City West. Die Bürger sollen mit verschiedenen Formaten über die Bauarbeiten informiert werden. Unter anderem soll es vom 9. bis 23. März ein digitales Frage- und Antwortforum auf der Webseite ludwigshafen-diskutiert.de geben sowie am 27. Juni einen Info-Markt in der Rhein-Galerie.