Ludwigshafen
Rhein-Galerie verliert Ankermieter Saturn: Neuer Mieter schon in Sicht
Der Elektronikmarkt Saturn wird im kommenden Frühjahr seine Filiale im Einkaufszentrum am Rhein schließen. Das hat Galerie-Manager Patrick Steidl der RHEINPFALZ bestätigt. „Saturn wird leider den Standort verlassen. Wir bedauern das sehr.“ Der Mietvertrag werde Ende März regulär auslaufen, und die Handelsgruppe habe ihn nicht verlängern wollen.
Saturn war nach der Schließung des Rathaus-Centers 2020 an den Rhein umgezogen. Der Markt ist auf Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Computer und Smartphone spezialisiert. Saturn ist zusammen mit der Schwesterkette Media Markt Teil der „Media Markt Saturn Retail Group“, die wiederum zum Ceconomy-Konzern gehört. Nach aktuellen Medien- und Unternehmensberichten will sich die Elektronikmarktgruppe künftig stärker auf die bekanntere Marke Media Markt konzentrieren, die auch in Ludwigshafen mit einem Markt im Oggersheimer Gewerbegebiet ansässig ist.
Nachmieter gefunden
„Es war auch mal im Gespräch, als Media Markt in der Rhein-Galerie weiterzumachen, aber dann hat man bei Saturn entschieden, den Standort in Ludwigshafen ganz aufzugeben. Die genauen Gründe kenne ich nicht. Künftig gibt es nur noch den Media Markt in Oggersheim“, sagt Rhein-Galerie-Manager Steidl. Hintergrund für die Schließung der Filiale in der Rhein-Galerie könnte sein, dass die Marke Saturn nach Medienberichten in den vergangenen Jahren mit sinkenden Umsätzen in Deutschland zu kämpfen hat. Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Verbraucherverhalten ändert sich. Immer mehr Kunden kaufen Elektronikprodukte über Online-Plattformen wie Amazon. Zusätzlich bieten auch Discounter-Märkte Elektronikartikel an, was die Konkurrenzsituation auf dem Markt vergrößert hat. Die Saturn-Media-Markt-Gruppe hat daher angekündigt, sich zu konsolidieren und dabei auf die bekanntere Marke Media Markt zu setzen.
Fest steht: Mit dem Auszug von Saturn verliert die Rhein-Galerie einen Ankermieter. Knapp 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche werden dadurch frei. Doch es soll keinen längeren Leerstand geben. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Fläche mit einem attraktiven Mieter wieder besetzen können. Wir sind darüber gerade in Verhandlungen und uns grundsätzlich einig, der Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben, daher kann ich dazu noch nichts sagen“, sagt Steidl. Nur so viel: Es wird kein Elektronikhändler mehr sein, sondern ein Unternehmen aus dem Non-Textilbereich.
90 Prozent des Centers belegt
Zu Gerüchten, dass auch ein weiterer größerer Mieter das Center verlassen wird, will sich der Manager nicht äußern. „Handel ist Wandel“, sagt er. Im 15. Jahr sei die Entwicklung in der Rhein-Galerie nach wie vor stabil. 90 Prozent der Verkaufsflächen seien vermietet, dies sei ein guter Wert. „Hier beginnt kein Sterben“, tritt Steidl entsprechenden Spekulationen entgegen. Das Center könne sich gut auf dem Markt behaupten – trotz der schwierigen Lage des Einzelhandels in Deutschland, der mit dem Online-Boom und der Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu kämpfen hat. „Die Rhein-Galerie erwirtschaftet positive Ergebnisse – trotz der nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen haben wir hier eine stabile Entwicklung“, betont der Center-Manager.
Es gebe in der Rhein-Galerie einige positive Entwicklungen: So würden in den nächsten Wochen und Monaten im Center neue Anbieter öffnen. Zum Beispiel der Food-Anbieter „Immergrün“ Ende Oktober, Anfang kommenden Jahres folgen die Bäckerei Theurer, die künftig auch Burger anbietet, sowie der Trendgetränkeshop Bobati und eine Kunstgalerie. Die Discounterkette Tedi eröffnet im Obergeschoss einen Markt, zählt Steidl weiter auf. Auch Bestandsmieter wie der Schmuckanbieter Pandora oder Optiker Fielmann investierten in ihre Läden. Der neue Uouorose-Markt, der zu einer ungarischen Kette gehört, habe schnell großen Anklang bei den Kunden gefunden. Auch das vor Kurzem eröffnete Blutspendezentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Center werde gut angenommen.
L’Osteria öffnet bald
Für den zur Rhein-Galerie gehörenden Gastronomiebetrieb am Platz der deutschen Einheit sei nach dem Tialini-Aus mit der Restaurantkette L’Osteria schnell ein Nachmieter gefunden worden. Das Pizza-Pasta-Lokal werde voraussichtlich am 30. Oktober nach einem größeren Umbau wieder öffnen, sagt Steidl. Die Lage am Fluss sei einmalig und habe die bekannte Restaurantkette überzeugt, hier zu investieren. Ein paar Meter weiter am Ufer seien zwei weitere Anleger für Kreuzfahrtschiffe geplant, dies beschere der Galerie weitere zusätzliche Kunden.
Im Schnitt besuchen 14.900 Kunden täglich die Rhein-Galerie. Marktanalysen von Center-Betreiber ECE zeigen, dass rund 870.000 Menschen im Einzugsgebiet des Einkaufszentrums leben. Die Vorderpfalz ist das Haupteinzugsgebiet. Die meisten Kunden (68 Prozent) haben eine Fahrzeit von 30 Minuten, um ins Shopping-Center am Rhein zu kommen. Rund 27 Prozent der Kunden haben eine Fahrzeit von 15 Minuten, kommen also aus Ludwigshafen und dem Umland. Lediglich fünf Prozent der Kunden sind mit dem Auto in zehn Minuten im Center, kommen also direkt aus Ludwigshafen. 1500 Stellplätze stehen im Parkhaus zur Verfügung.
Umleitung wegen Baustelle
Direkt vor der Haustür des Centers beginnen im kommenden Jahr vierjährige Bauarbeiten: Für die neue Helmut-Kohl-Allee werden die Auf- und Abfahrten zur Kurt-Schumacher-Brücke sowie der Würfelbunker abgerissen. „Das wird schon eine Herausforderung für die Rhein-Galerie, aber wir bleiben immer erreichbar“, sagt Manager Steidl. Die Bauverantwortlichen hätten sich mit der Centerleitung abgesprochen. Es soll eine dauerhafte Umleitung geben, damit Kunden das Einkaufszentrum weiterhin mit dem Auto ansteuern können. Das Parkhaus der Galerie werde weiterhin von allen Seiten anfahrbar sein, die Ausfahrt sei in der Bauphase aber nur noch im Süden möglich. „Wir rechnen nicht mit einem Verkehrschaos und wollen unsere Kunden über die Änderungen noch ausführlich informieren“, sagt Steidl.
Der Manager, der seit fünf Jahren in der Rhein-Galerie arbeitet, hofft durch die Bauzeit sogar auf einen positiven Effekt: „Unser Hauptwettbewerber ist der Mannheimer Einzelhandel. Der Weg in die Mannheimer Innenstadt wird für die Kunden aus der Pfalz beschwerlicher. Wir sind daher gespannt, ob die Leute dann vielleicht lieber auf der linken Rheinseite bleiben und zu uns in die Rhein-Galerie kommen.“