Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hochstraßenabriss in LU: Schumacher-Brücke in Richtung Mannheim ab August gesperrt

Der Nordbrückenkopf der Schumacher-Brücke umfasst viele Auf- und Abfahrten.
Der Nordbrückenkopf der Schumacher-Brücke umfasst viele Auf- und Abfahrten.

Im April starten die Vorbereitungen zum Abriss der Hochstraße Nord in Ludwigshafen. Das hat gravierende Folgen für den Verkehr. Worauf sich die Menschen einstellen müssen.

Der eigentliche Abriss der Hochstraße Nord (B44) wird in diesem Sommer starten. Ab 2031 soll die ebenerdige Helmut-Kohl-Allee die Hochstraße ersetzen. Dazu laufen bereits seit einiger Zeit umfangreiche Bauarbeiten, die sich aber kaum auf den Verkehr in der Stadt ausgewirkt haben. Dies wird sich in den kommenden Wochen ändern.

Los gehen die Bauarbeiten am sogenannten Nordbrückenkopf der Kurt-Schumacher-Brücke. Zunächst wird ab April der Würfelbunker abgerissen, der mitten in dem Geflecht von Auf- und Abfahrten zur Rheinbrücke liegt. Dafür wird die Auffahrt von der Rheinuferstraße auf die Hochstraße in Richtung Bad Dürkheim gesperrt. Der Verkehr auf der Rheinuferstraße wird bis zum Hemshofkreisel währenddessen immer wieder nur einspurig möglich sein. Von Mai bis Juli wird eine behelfsmäßige „Verkehrsspange“ gebaut: Die Verbindung soll es ermöglichen, dass Autos während des folgenden Abrisses des Nordbrückenkopfes weiterhin in Richtung Oppau und umgekehrt fahren können. Dazu wird eine Auffahrtsrampe für den beidseitigen Verkehr umgebaut. Auf diesem Stück dürfen nur noch Pkw fahren und es gilt Tempo 30. Entsprechende Lkw-Sperren werden eingerichtet.

Vollsperrung im August

Im Sommer folgt dann der Abbruch von Auf- und Abfahrten zur Schumacher-Brücke. Der Bereich und Teile der Rheinuferstraße werden im August für den Verkehr gesperrt. Die Bauarbeiten verlaufen auf mehreren Ebenen und umfassen Tunnelanlagen, Straßenverbindungen und Brücken. Vier Jahre lang wird gebaut, so der Plan. Die Schumacher-Brücke bleibt dann in Richtung Mannheim gesperrt. Von Mannheim aus ist die Brücke dann noch etwa eineinhalb Jahre für den Autoverkehr geöffnet, allerdings nur mit einer Abfahrmöglichkeit in Richtung Norden (Oppau, Hemshof, BASF).

Hochstraße Süd wird wieder geöffnet

Wichtig: Zu diesem Zeitpunkt wird die Hochstraße Süd (B37) zur Konrad-Adenauer-Brücke wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Schon im Mai werden erste Teile der Hochstraße Süd nach ihrer Sanierung für den Verkehr geöffnet. Man kann dann mit dem Auto von der Saarlandstraße auf die neu gebaute Hochstraße in Richtung Mannheim auffahren und von dort kommend in die Heinigstraße abfahren. Ab 3. Juli soll die gesamte Südtrasse wieder bis zur A650 befahrbar sein und als Hauptverkehrsverbindung nach Mannheim dienen.

Im April starten die Vorbereitungen zum Abriss der Hochstraße Nord (B44) in Ludwigshafen.
Im April starten die Vorbereitungen zum Abriss der Hochstraße Nord (B44) in Ludwigshafen.
So geht es im Mai mit den Bauarbeiten weiter.
So geht es im Mai mit den Bauarbeiten weiter.
Im Juni kommt das auf die Bürger der Stadt zu.
Im Juni kommt das auf die Bürger der Stadt zu.
Das ist im Juli 2026 geplant.
Das ist im Juli 2026 geplant.
Im August sind die Hochstraßen Nord und Süd befahrbar, aber die Schumacher-Brücke in Richtung Mannheim wird gesperrt.
Im August sind die Hochstraßen Nord und Süd befahrbar, aber die Schumacher-Brücke in Richtung Mannheim wird gesperrt.
Während der Baumaßnahmen sind weitere Baustellen geplant.
Während der Baumaßnahmen sind weitere Baustellen geplant.
Der Würfelbunker liegt mittendrin und wird abgerissen.
Der Würfelbunker liegt mittendrin und wird abgerissen.
Die Trasse der neuen Kohl-Allee ist bereits neben der Hochstraße Nord zu sehen.
Die Trasse der neuen Kohl-Allee ist bereits neben der Hochstraße Nord zu sehen.

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Die Verkehrsteilnehmer in Ludwigshafen müssen sich auf viele Behinderungen einstellen, denn die Zufahrt zum Berliner Platz ist ab Juni für Autofahrer aus dem Stadtteil Süd für etwa zwei Monate dicht. Grund: Hier werden von der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) neue Gleise verlegt und zwei Bahnsteige gebaut, die Straßenbahnen aus der Bleichstraße in Süd kommend die direkte Auffahrt auf die Adenauer-Brücke erlauben. Dies ist wichtig, weil mit der Sperrung der Schumacher-Brücke dort kein Straßenbahnverkehr mehr nach Mannheim möglich sein wird.

Drei-Zonen-Konzept soll Chaos vermeiden

In den kommenden Monaten und Jahren soll einem Verkehrsinfarkt mit einem Drei-Zonen-Konzept begegnet werden. Der überregionale Verkehr soll über die Autobahnen A6 und A61 umgeleitet werden. Pendler sollen den Innenstadtbereich über die B9 umfahren. Der Berufsverkehr zur BASF soll größtenteils über den Norden der Stadt laufen. Deswegen soll die Fahrbahn der L523 im Juli neu asphaltiert werden, was kurzfristig ebenfalls nur eine einspurige Verkehrsführung erlaubt. In den Bereich des Zentrums soll nur noch einfahren, wer dort etwas zu erledigen hat. Die Zufahrt zur Rhein-Galerie wird während der ganzen Bauzeit möglich sein. Um Pendler zum Verzicht aufs Auto zu bewegen, sollen der ÖPNV und der Radverkehr gestärkt werden.

Die mehrjährige Bauzeit soll auch genutzt werden, um die Kurt-Schumacher-Brücke zu sanieren. Dafür haben die Städte Ludwigshafen und Mannheim eine gemeinsame Brückenbaugesellschaft gegründet, um das Mega-Projekt stemmen zu können.

Bunker mit meterdicken Wänden

Als Erstes sichtbar wird der Abriss des Würfelbunkers: Der siebenstöckige Bunker am Nordbrückenkopf lag im Zweiten Weltkrieg in unmittelbarer Nähe zum damaligen Bahnhof und dem Winterhafen. Mit dem Bau der Rheinbrücke und der Hochstraße Nord geriet der Standort ins Abseits. Wegen der später aufgesetzten Stahlkonstruktion, in deren Mitte ein großer Würfel mit dem Ludwigshafener Stadtwappen hängt, hat der Bunker den Spitznamen Würfelbunker bekommen. Übrigens: Der Würfel mit dem Stadtwappen soll erhalten werden, hat Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) angekündigt. Im Gespräch als neuer Standort seien die „Ludwigstürme“. Das ehemalige Postbankgebäude am Hauptbahnhof wird gerade umgebaut und soll neues Domizil von großen Teilen der Stadtverwaltung werden. Aufgrund der engen Platzverhältnisse rund um den Würfelbunker und der unmittelbaren Nähe zur Auffahrtsrampe zur Hochstraße Nord ist das Abrissprojekt eine Herausforderung. Den Rückbau des Betonkolosses mit meterdicken Wänden übernimmt eine von der Stadt beauftragte Firma. Die Arbeiten sollen bis etwa Ende des Jahres dauern. Kostenpunkt: etwa eine Million Euro.

Parallel dazu verschwindet auch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: das Rathaus-Center. Bunker und Center weichen für die neue 860 Meter lange Helmut-Kohl-Allee, die einmal die Hochstraße Nord ersetzen wird. Die Zufahrt zur Kurt-Schumacher-Brücke wird vollkommen neu gestaltet. Wiederaufgebaut und instandgesetzt wurde die Hochstraße Süd (B37).

Gesamtkosten über eine Milliarde Euro

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hochstraßenkomplexes (Nord und Süd) liegen bei rund 1,1 Milliarden Euro. Bund (60) und Land (25) übernehmen 85 Prozent der förderfähigen Kosten, gut 475 Millionen Euro (Stand 2023, als die Gesamtkosten noch auf 865 Millionen Euro geschätzt wurden). Den Rest muss die Stadt tragen. Sie hofft auf eine dynamische Förderung, die Kostensteigerungen berücksichtigt.

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