Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Nahverkehr statt Stau: Neue Linien und Takte für Ludwigshafen

Mehr Straßenbahnen sollen zur Endhaltestelle in Oppau fahren.
Mehr Straßenbahnen sollen zur Endhaltestelle in Oppau fahren.

Der Nahverkehr in Ludwigshafen wird ab August ausgebaut. Neue Straßenbahnlinien und größere Züge sollen Verkehrsbehinderungen wegen des Hochstraßenabrisses abfedern.

Der Bau der neuen Verkehrsinfrastruktur in Ludwigshafen wird im kommenden Jahr gravierende Auswirkungen auf den Autoverkehr in der Innenstadt haben. Der Abriss der Hochstraße Nord (B44) und der Bau der ebenerdigen Helmut-Kohl-Allee als Ersatz gehen in die heiße Phase. Ab August werden der Nordbrückenkopf der Kurt-Schumacher-Brücke und die Rheinuferstraße für etwa vier Jahre gesperrt.

Die Bauarbeiten in diesem Bereich sollen möglichst bis Ende 2031 abgeschlossen sein. Kosten: über 300 Millionen Euro. Doch bis dahin gibt es keine Auffahrt mehr auf die Schumacher-Brücke in Richtung Mannheim. Die Planer rechnen wegen der Sperrung der Rheinbrücke und der Rheinuferstraße mit massiven Einschränkungen für den Verkehr. Der überregionale Verkehr soll durch weitläufige Umleitungen aus der Stadt herausgehalten werden. Aber auch der innerstädtische Verkehr wird problematisch. Bei der Umleitung um die Riesenbaustelle gilt Tempo 30.

ÖPNV als Alternative

Um den Menschen im Norden der Stadt und in Friesenheim eine Alternative zum Auto zu bieten, wird das Nahverkehrsangebot ab August deutlich verbessert, wie der städtische Verkehrsplaner Thomas Lappe bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Oppau informierte. Damit erfüllt die Stadt auch eine Forderung der BASF. Katja Scharpwinkel, Mitglied des BASF-Vorstands, äußerte sich Ende September bei einer Sitzung der Region Rhein-Neckar zum Thema Mobilität: „Die ab Sommer 2026 erwarteten Verkehrseinschränkungen rund um die Hochstraße Nord verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf: Ein leistungsfähiger und zuverlässiger Nahverkehr wird allerspätestens dann für viele Pendler zur BASF unverzichtbar.“ Der Chemiekonzern appellierte an die Beteiligten, dass es tragfähige Lösungen geben müsse.

Laut dem städtischen Nahverkehrsplaner Lappe soll ab August die bisherige Straßenbahnlinie 7 von der Endhaltestelle in Oppau alle zehn Minuten entlang der BASF zum Mannheimer Hauptbahnhof fahren. Das Angebot ersetzt die Linie 8. Neu eingeführt wird die Linie 12, die zu den Stoßzeiten alle 20 Minuten von Rheingönheim über den Berliner Platz entlang der BASF nach Oppau fahren soll. Außerdem sollen größere Züge mit höherer Fahrgastkapazität eingesetzt werden. Die Tram nach Oppau fährt auch im Abend- und Nachtverkehr alle 20 Minuten – dies sei ein verbessertes Angebot, wie Lappe betonte. Ein Nachtbus soll die Menschen von der Endhaltestelle aus nach Oppau, Edigheim und in die Pfingstweide weitertransportieren.

Neue Linie 15

Auch in Friesenheim wird der Nahverkehr ab August ausgebaut: Eine neue Straßenbahnlinie 15 soll während der Hauptverkehrszeiten vom Ebertpark über den Berliner Platz alle 20 Minuten zum Mannheimer Hauptbahnhof fahren. Zwischen Friesenheim und dem Stadtteil Süd (Haltestelle Luitpoldhafen) fahren die Bahnen künftig alle 20 Minuten (vorher 15 Minuten), um den Takt mit den anderen Linien zu vereinheitlichen. Von Oggersheim aus fährt die Linie 9x über den Ludwigshafener Hauptbahnhof und die Saarlandstraße (Süd) ebenfalls nach Mannheim. Die Linie 6 fährt alle zehn Minuten von Rheingönheim zum Mannheimer Paradeplatz. Die Linie 4 bleibt unverändert.

Der gesamte Tramverkehr führt ab Sommer über die Konrad-Adenauer-Brücke, die Schumacher-Brücke ist nicht mehr befahrbar. In Planung ist, den Hochstraßenabriss zur nötigen Sanierung der Schumacher-Brücke zu nutzen. Die Städte Ludwigshafen und Mannheim haben dafür eine gemeinsame Baugesellschaft gegründet. Nach dem Abriss der Hochstraße Nord (B44) soll die Helmut-Kohl-Allee bis Ende 2032 für den Verkehr freigegeben werden. Bis dahin gilt: Autofahrer werden viel Geduld brauchen.

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