Rheinland-Pfalz
Schutz vor Wölfen: Mehr Hilfe für Nutztierhalter
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) setzt im Umgang mit dem Wolf in Rheinland-Pfalz nach wie vor auf Prävention. Tierhalter sollen jedoch schneller als bisher Hilfen des Landes erhalten, um Schafe und Ziegen vor den Raubtieren zu schützen. Das sagte Eder am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Wolfsmanagementplans des Landes in Mainz. Forderungen nach vereinfachten Abschussregeln erteilte sie eine Absage.
Der Herdenschutz wirkt nach ihren Worten nachweislich. Die Anzahl der von einem Wolf gerissenen Tiere nehme kontinuierlich ab. Nach dem Höchststand von 101 Opfern im Jahr 2021 zählte das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (Kluwo) im pfälzischen Trippstadt im vergangenen Jahr 60 gerissene Tiere. 2023 waren es bisher 16 – drei mehr als im Gesamtjahr 2019 mit 13 Rissen. Seit Oktober 2021 treibe das Kluwo den Herdenschutz voran, sagte Eder.
Inzucht-Problematik
Präventionsgebiete, in denen allen Weidetierhaltern Landeshilfen zustehen, sollen künftig drei Monate nach dem Nachweis eines sesshaften Wolfes ausgewiesen werden, bisher waren es sechs Monate. Aktuell gibt es Präventionsgebiete in der Eifel, im Westerwald und im Taunus. Dort leben zwei Rudel mit insgesamt vier erwachsenen Tieren. Bei dem jüngeren Paar handele es sich um Abkömmlinge des älteren Wolfspaares. Eder wies auf die Inzucht-Problematik hin. Kluwo-Leiter Julian Sandrini sagte, er könne Angaben, wonach vier Welpen in den Rudeln lebten, nicht bestätigen. Jüngst sei ein Welpe überfahren worden. Offiziell werde bundesweit nur die erwachsene Wolfspopulation gezählt.
In der Pfalz ist bisher noch kein sesshafter Wolf nachgewiesen worden. Allerdings sind seit Sommer 2022 zwei Tiere durchgezogen, die Ziegen und Schafe gerissen haben. Laut Ministerin Eder sollen betroffene Tierhalter neben der Entschädigung künftig ebenfalls Hilfen erhalten: beim Bau von Elektrozäunen und deren Unterhaltung oder bei der Haltung von Herdenschutzhunden. Rund 900.000 Euro vom Land und weitere 240.000 Euro vom Bund stehen dafür nun jährlich zur Verfügung.
Absage an Koalitionspartner und Opposition
Vereinfachten Abschussgenehmigungen, wie sie von der Opposition im Landtag, von der FDP und zuletzt von der SPD gefordert wurden, erteilte Eder eine Absage. Mit Verweis auf das Bundesnaturschutzgesetz und auf EU-Richtlinien sagte sie. „Niemand gibt uns das Recht zu sagen, den rotten wir jetzt aus, wenn er uns nicht passt.“ Problemwölfe, die Menschen gefährden oder mehrfach Schutzzäune überwinden, können bereits jetzt abgeschossen werden. Derartig auffällige Tiere gab es in Rheinland-Pfalz noch nicht.
Kommentar: Mehr Sachlichkeit, bitte!