Meinung Die Debatte über den Wolf braucht mehr Sachlichkeit
Angesichts der großen Waldgebiete in Rheinland-Pfalz erstaunt es, dass nur zwei von bundesweit 161 Wolfsrudeln hier leben. Dass diese beiden Rudel mit je zwei erwachsenen Tieren im Westerwald auch noch ein Inzucht-Problem haben, zeigt: Der Standort Rheinland-Pfalz ist unattraktiv für die Raubtiere. Von einem günstigen Erhaltungszustand, wie ihn die Sozialdemokraten sehen, ist die Situation im Land weit entfernt.
Bundesweit, vor allem in Niedersachsen und Brandenburg, sieht das anders aus. Deshalb hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) jüngst im ZDF darauf gedrängt, von der gegebenen Möglichkeit, Problemwölfe abzuschießen, „unbürokratisch und praxisnäher“ Gebrauch zu machen. Das klingt vernünftig.
In Rheinland-Pfalz hat es noch kein Wolf in die Kategorie „Problemwolf“ geschafft. Weidetierhalter haben trotzdem ihre Probleme. Es ist richtig, dass der Staat ihnen nun leichter Schutzmaßnahmen finanziert. Wichtig wäre außerdem, in der Debatte verbal abzurüsten: Nicht jeder Schafsriss begründet einen Wolfsabschuss. Und wer Angst vorm Wolf äußert, steht politisch nicht rechts.