Rhein-Pfalz-Kreis
Wahlkreis 38: Der Kampf ums Ticket
Sind die Kandidaten von CDU, AfD und Linke in der Lage, der Politik und den Entscheidungen, die die rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in den vergangenen fünf Jahren getroffen hat, etwas Positives abzugewinnen? Und umgekehrt: Sind die Vertreter der Mainzer Koalitionsparteien von SPD, FDP und Grünen bereit, ein wenig Kritik an dem zu üben, was in der zu Ende gehenden Legislaturperiode beschlossen wurde?
Das ist die Grundidee der Vorstellungsrunde, in der sich die sieben Bewerber um das Direktmandat im Wahlkreis 38 positionieren. Sie alle müssen dieselben vier Fragen beantworten. Neben Würdigung und Kritik der aktuellen Politik geht es um zentrale Themen aus dem Rhein-Pfalz-Kreis, für die sich die Kandidaten in Mainz einsetzen möchten. Zudem sollen sie erklären, wieso politisches Engagement in der heutigen Zeit noch wichtig ist. Bei ihren Antworten dürfen die Politiker eine vorgegebene Länge nicht überschreiten.
Für den Kampf um das direkte Ticket nach Mainz steigen am Sonntag, 14. März, sechs Männer und eine Frau in den Ring. Der Wahlkreis 38 umfasst Limburgerhof, Mutterstadt, Böhl-Iggelheim sowie die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Maxdorf und Rheinauen. Für die CDU geht erneut Johannes Zehfuß an den Start. Der Landwirt aus Böhl möchte sich das begehrte Direktmandat zum dritten Mal in Folge sichern. 2016 kam er auf 33,5 Prozent der Stimmen. Damals setzte er sich gegen Bernhard Kukatzki (SPD) durch, der 30,3 Prozent erzielte.
Dieses Mal schicken die Sozialdemokraten Bianca Staßen aus Otterstadt ins Rennen. Kann die Erste Beigeordnete des Rhein-Pfalz-Kreises Zehfuß gefährlich werden? Wie immer gilt: Erststimme ist die Wahlkreisstimme. Sie entscheidet über den Direktkandidaten, der in den neuen Landtag einzieht. Die Zweitstimme ist die sogenannte Landesstimme. Über sie wird ermittelt, in welchem Verhältnis sich das Parlament künftig zusammensetzt. Vor fünf Jahren konnten 65.405 Menschen ihr Kreuzchen machen, die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Mutterstadt, damals noch Wahlkreis 37, lag bei 77 Prozent.
Neben den beiden Kandidaten von CDU und SPD gibt es fünf weitere Bewerber. Die Grünen haben Elias Weinacht aus Mutterstadt nominiert, Fraktionschef im Kreistag. Ebenfalls kein Unbekannter im Kreis ist Konrad Reichert aus Maxdorf, der für die FDP antritt. Für die AfD, derzeit dritte Kraft im Landtag, will Klaus Räuchle nach Mainz. Er (16,1 Prozent) war bereits 2016 Direktkandidat, genauso wie Weinacht (6,6 Prozent) und Reichert (6,0 Prozent). Neu in der Riege ist Andreas Klamm aus Neuhofen, der sich bei der Linken engagiert. Zum ersten Mal überhaupt tritt die Klimaliste Rheinland-Pfalz bei einer Wahl an. Dabei handelt es sich eher um eine Gruppierung als um eine Partei. Friedrich Hiemenz aus Limburgerhof vertritt deren Interessen.
Digitalisierung, Finanzen, Energie, Bildung, Klima. Und immer wieder ein bisschen Corona. Darum geht es den Direktkandidaten. Sie alle haben ein Ziel und wollen das direkte Ticket nach Mainz. In eineinhalb Wochen entscheiden die Menschen im Wahlkreis 38, wer es bekommt.
