Ludwigshafen / Rhein-Pfalz-Kreis
Welche Oberhäupter Stadt und Kreis prägten (mit Bildergalerie)
Wenn Landrat Clemens Körner (CDU) am 18. November 2025 nach dann 16 Amtsjahren im Rhein-Pfalz-Kreis in den Ruhestand tritt, wird er der Kreischef mit der zweitlängsten Dienstzeit seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sein. Seine Nachfolge tritt Volker Knörr (CDU) an. Länger als Körner war nur sein CDU-Kollege Ernst Bartholomé Chef der Kreisverwaltung. Er stand von 1983 bis 2001 insgesamt 18 Jahre lang an der Spitze der Kreisverwaltung und damit vier Jahre länger als sein Vorgänger Paul Schädler (CDU), der 14 Jahre lang von 1969 bis 1983 im Amt war. Insgesamt acht Persönlichkeiten wurden seit 1946 an die Spitze des Landkreises berufen oder gewählt – je vier von der CDU und der SPD.
Die normale Dienstzeit eines Landrats beläuft sich auf acht Jahre. Das schafften Rudolf Hammer (SPD) von 1948 bis 1956, Kurt Becker-Marx (SPD) von 1956 bis 1964 und Werner Schröter (SPD) von 2001 bis 2009. Der erste Nachkriegs-Landrat Franz Theato (CDU) wurde 1948 nach nur zweijähriger Amtszeit vom damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier (CDU) nach Pirmasens versetzt. Auch der SPD-Politiker Hermann Scherer schaffte von 1964 bis 1969 nur eine fünfjährige Dienstzeit als Landrat.
Aus Landkreis Ludwigshafen wird Rhein-Pfalz-Kreis
Vom 1. Juli 1956 bis 2004 trug der Landkreis den Namen seines Verwaltungssitzes Ludwigshafen. Seit 2004 nennt er sich Rhein-Pfalz-Kreis. Die rheinland-pfälzische Verwaltungsreform sorgte vor 55 Jahren am 7. Juni 1969 im Landkreis Ludwigshafen für die Neubildung mehrerer Gemeinden – durch Konzentration der Verwaltungen. Das erforderte zum Teil auch neue Gemeindenamen. So wurde aus Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim die Verbandsgemeinde Römerberg. „Fusionen“ gab es auch zwischen Bobenheim und Roxheim, Böhl und Iggelheim, Dannstadt und Schauernheim sowie Hochdorf und Assenheim, die zusammen mit Rödersheim, Alsheim und Gronau (ab 1. Oktober 1969) eine noch größere Einheit bildeten. Jüngste Neuordnung ist der Verbund von Waldsee, Altrip, Neuhofen und Otterstadt im Jahr 2014 zur Verbandsgemeinde Rheinauen.
Doch der Kreis fügte nicht nur Orte zusammen: Am 16. März 1974 verlor der Landkreis mit Ruchheim nach dessen Eingemeindung nach Ludwigshafen gleich ein ganzes Dorf. Das war in diesem geografischen Bereich unter anderen politischen Vorzeichen schon einmal passiert, als am 1. April 1938 die bis dahin selbstständigen Städte und Gemeinden Maudach, Oggersheim, Oppau, Edigheim und Rheingönheim der Stadt Ludwigshafen zugeschlagen wurden. Die einst ebenfalls selbstständigen Gemeinden Friesenheim (1892) und Mundenheim (1899) hatten freiwillig schon früher ihre Eigenständigkeit zugunsten der aufstrebenden Stadt Ludwigshafen aufgegeben.
Ludwigshafen: CDU nur einmal an der Spitze
Der Zufall will es, dass ebenso wie der sie umgebende Landkreis mit acht Landräten seit 1946 auch die Stadt Ludwigshafen seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis jetzt acht Stadtoberhäupter hatte – darunter zwei Frauen. Sieben der acht Oberbürgermeister kamen aus den Reihen der SPD, nur Eva Lohse (2002 bis 2017) gehörte als CDU-Politikerin einer anderen Partei an. Die sieben SPD-Vertreter an der Stadtspitze waren Hans Hoffmann (1945 bis 1945), Valentin Bauer (1945 bis 1955), Werner Bockelmann (1955 bis 1957), Hans Klüber (1957 bis 1965), Werner Ludwig (1965 bis 1993), Wolfgang Schulte (1993 bis 2001) und Jutta Steinruck (seit 2018). Ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin wird am Sonntag, 21. September, gewählt.