Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Bild und seine Geschichte: Als Ludwigshafen an seine Zukunft glaubte

In Gold und Silber wurde das Rathausgebäude auf den Münzen 1979 verewigt, auf der Rückseite sind die Ortswappen der Vororte eing
In Gold und Silber wurde das Rathausgebäude auf den Münzen 1979 verewigt, auf der Rückseite sind die Ortswappen der Vororte eingelassen.

Münzen in Silber und Gold erinnern an die Eröffnung des Rathausgebäudes. Doch wie viele es gibt und wo sie sind, ist unklar. Ihre Spur verliert sich bereits am Verkaufsort.

„Was einst als Symbol des Aufbruchs gefeiert wurde, verschwindet nun in Staub und Betonbruch.“ RHEINPFALZ-Leser Pit Elsasser kennt das Rathaus-Center von Anfang an. „Ich habe damals alles mitgestaltet: die Einweihungsbroschüren, Plakate, die Gold- und Silbermünzen zur Eröffnung“, berichtet der 1942 in Heidelberg geborene Grafiker, Designer, freischaffende Künstler und Autor.

„Wir waren stolz, voller Begeisterung. Ludwigshafen wollte zeigen, dass die Stadt Zukunft hat. Dass sie modern denkt und groß träumen kann“, sagt Elsasser. Ein Zeichen dafür seien die goldenen und silbernen Gedenkmünzen gewesen. Das Center ragt auf den Münzen in den Himmel über der Stadt und verkündet mit dem 4. Mai 1979 das Eröffnungsdatum.

„Meilenstein in der Stadtgeschichte“

Im Stadtmuseum sind die Gedenkmünzen vorhanden. Wo genau weiß Leiterin Regina Heilmann nicht: „Unser gesamter Bestand ist ja aktuell eingelagert.“ Außerdem wurden die unzähligen Behälter umgeräumt. Das Stadtarchiv hat aber sein Informationsmaterial noch griffbereit, unter anderem mit der Ansprache, die Oberbürgermeister Werner Ludwig (SPD) zur Eröffnung gehalten hatte. Im Bemühen „weg von einer schmutzigen Industriestadt hin zu einer lebens- und liebenswerten Stadt ist das Rathaus ein Meilenstein in der Stadtgeschichte“.

Unterschiedliche Ausführungen

In Gold und Silber wurde das Rathausgebäude auf den Münzen 1979 verewigt, auf der Rückseite sind die Ortswappen der Vororte eingelassen. Es gab sie in unterschiedlichen Ausführungen, die nicht nur einen Erinnerungswert hatten, sondern auch einen Preis. Unterschiedliche Preise genau genommen, denn da ist zunächst einmal das Material, die Gold- und Silberausführung. So war die 30 Gramm schwere Silbermünze mit ihrem Durchmesser von 40 Millimetern schon für 40 Mark zu haben. Mit einer Besonderheit: „Silbermünzen sind am Rand fortlaufend durchnummeriert“, hieß es vor 46 Jahren in der zugehörigen Werbebroschüre, die grafisch ebenfalls von Elsasser gestaltet wurde, damals hieß noch Peter. In Silber gab es die Luxusausführung als rautenförmige Klippe mit einem Gewicht von 54 Gramm für 65 Mark, inklusive Luxusetui und Zertifikat.

Beides ist auch Bestandteil der Goldmünzen aus sogenanntem Dukatengold, also einer orange-gelben Goldlegierung mit einem Feingehalt von 986/1000. Der Rest besteht aus Kupfer, was der Festigkeitssteigerung dient. Diese gab es in 20 Millimetern Durchmesser und vier Gramm Gewicht schon für 120 Mark, die 26 Millimeter große Ausführung (zehn Gramm) für 260 Mark und die Luxuskategorie mit 40 Millimetern und 30 Gramm für 750 Mark.

Keine Zahlen bekannt

Erhältlich war damals alles in der „Münzecke der Hauptstelle und ihren Zweigstellen“, also bei der damaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen. Dort verliert sich allerdings die Spur, denn in den Archiven der fusionierten Sparkasse Vorderpfalz finden sich in der Chronik 100 Jahre Stadtsparkasse zwar Hinweise auf die Eröffnung des Rathauses, aber keine ausgeführten Zahlen, wie viele Gedenkmünzen in Ludwigshafener Vitrinen oder Sammelalben gelandet sind.

Elsasser trauert all dem nach: „Vielleicht hat ja der ein oder andere eine jener Eröffnungsmünzen noch in der Schublade, Erinnerungen an eine Zeit, in der Ludwigshafen an seine Zukunft glaubte – und an das, was Menschen mit Herzblut erschaffen konnten“, sagt er.

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