Ludwigshafen
Ein Bild und seine Geschichte: Ein Boot für alle Fälle
Rotmilan oder Eisvogel, Pelikan und nun eben Adler – bei der Namensgebung ihrer Boote ist die DLRG kreativ. Im Rahmen des Ludwigshafener Hafenfestes erhielt der Neuzugang der „Flotte“ seinen neuen Namen. Mit der „Adler“ wollen der DLRG-Ortsvereinsvorsitzende Oliver Nagel und seine Mitglieder künftig noch ein bisschen besser auf künftige Einsätze vorbereitet sein.
„Wir waren 2021 eine der ersten auswärtigen Einheiten, die im Ahrtal zu Hilfe gerufen worden sind“, berichtete Nagel. Im vergangenen Jahr seien die Oggersheimer auch beim Saar-Hochwasser in Saarbrücken im Einsatz gewesen. „Dabei haben wir gemerkt, dass unsere vorhandenen Boote für solche Einsätze nicht optimal sind“, erläuterte Nagel. Deshalb habe man gehandelt: „Wir haben unser kleineres Boot durch ein Hochwasserrettungsboot ersetzt.“ Fündig geworden sind die Oggersheimer im Online-Shop der DLRG, in dem vom Ehrenabzeichen bis hin zum Rettungsboot alles für den Einsatz der Lebensretter erhältlich ist.
Robuste Bauweise, leichtes Gewicht
Das neue Boot habe gleich mehrere Besonderheiten, so Nagel. Dank ihrer robusten Bauweise, ihres leichten Gewichtes und der großzügigen Arbeitsfläche seien Hochwasserboote im Katastrophenschutz unverzichtbar. Der Boden sei mit einer Rutschleiste verstärkt, da die Wasserhöhe variieren könne. Die Boote könnten zu evakuierende Personen, Tiere, Sandsäcke oder Feuerwehrpumpen transportieren, die Sitzbänke seien zugleich Auftriebskörper. An der Unterseite angebrachte Rollen machten den Einsatz auch in seichtem Gewässer und auf überfluteten Straßen möglich.
Außerdem könne man das Boot damit auch ohne Rampe überall problemlos zu Wasser lassen, berichtete Oliver Nagel. „Wenn etwa eingeschlossene Personen mit ihrem Rollator nicht mehr durch 20 oder 30 Zentimeter hohes Wasser kommen, können sie mit solch einem Boot evakuiert werden.“
Den Rumpf kann man aufklappen, sodass Passagiere nahezu barrierefrei aufgenommen werden können und sogar Krankentransporte möglich sind. Das verbaute Hart-Polyethylen sei leichter als Wasser und das Boot dadurch praktisch unsinkbar, sagte Nagel. Dank der geringen Abmessungen lasse es sich auf einem Anhänger gut transportieren und sogar in flachen Gewässern bewegen.
Bei Hafenfest auf den Namen „Adler“ getauft
Alles gute Gründe für die DLRG in Oggersheim, an die eigenen Rücklagen heranzugehen. Rund 70 Prozent des Kaufpreises von 25.000 Euro musste der Verein – trotz Sponsoren wie Sparkasse, VR-Bank und einer DLRG-nahen Stiftung – selbst tragen. Gedanken, die sich auf unserem „Bild mit Geschichte“ allerdings höchstens Oliver Nagel (hinten, Dritter von links) machte. Bei den übrigen Beteiligten überwogen Stolz und Freude über das neue Rettungsboot, das von Oggersheims Ortsvorsteherin Sylvia Weiler (SPD) auf dem Hafenfest auf den Namen „Adler“ getauft wurde.
Dem Termin ging Nagel zufolge eine große Kraftanstrengung voraus. „Wir hatten das Hafenfest zunächst als Termin angepeilt. Dann hieß es erst, dass es Lieferschwierigkeiten gibt und plötzlich ging alles ganz schnell und das Boot wurde doch noch rechtzeitig fertig“, erzählte der Ortsvereinsvorsitzende. Und natürlich freut sich auch der über ein weiteres optimales Einsatzgerät in Diensten der DLRG Oggersheim.