Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Bild und seine Geschichte: Ist das Kunst oder kann das weg?

Kunscht oder früher Feierabend mit Bier und Banane? Die Bananen-Kunst hätte was für das Hack-Museum sein können.
Kunscht oder früher Feierabend mit Bier und Banane? Die Bananen-Kunst hätte was für das Hack-Museum sein können.

Ganz nüchtern betrachtet ist die Banane einfach Obst. In der Kunst hingegen ist sie bedeutungsvoller. Was hat die Komposition hinter dem Wilhelm-Hack-Museum zu bedeuten?

Spätestens seit Andy Warhol die Banane auf einem Plattencover platzierte, ist das Obst in der Kunstwelt angekommen. Das war im Jahr 1967. Und bei der Band handelte es sich um die stilprägende Rockgruppe The Velvet Underground, die unter anderem von Größen wie Lou Reed und John Cale gegründet wurde. Das Covermotiv und andere Warhol-Werke waren im Übrigen schon in Ludwigshafen ausgestellt.

Aber Bekanntheit erlangte die gelbe Powerfrucht auch nach dem amerikanischen Pop-Art-Künstler. Und das hat ebenfalls ein kleines bisschen mit Ludwigshafen zu tun: Denn Maurizio Cattelan war ebenfalls schon in der Stadt am Rhein zu Gast. Er ist unter anderem bekannt für seine voll funktionsfähige Toilettenschüssel aus purem Gold – zuletzt aber vor allem für eine Banane, die er mit Panzerband an die Wand geklebt hat. Und im November 2024 einen Käufer fand, der bereit war, für die skurrile Skulptur „Comedian“ satte 6,2 Millionen US-Dollar (circa 5,4 Millionen Euro) zu bezahlen.

Vor fünf Jahren wäre diese Banane noch als Schnäppchen für 120.000 US-Dollar zu haben gewesen. „Ein aufrichtiger Kommentar und eine Reflexion darüber, was wir wertschätzen“, kommentierte Cattelan selbst seine Installation, die ohnehin alle paar Tage erneuert werden muss.

Die Banane: nur eine Portion Obst?

Denn nach dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung ist eine Banane zunächst einmal eine Portion Obst: Sie ist etwa 120 Gramm schwer und liefert circa 100 Kilokalorien. Bananen enthalten kaum Fett und wenig Eiweiß. Dafür sind sie reich an Kohlenhydraten, stecken voller Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, Spurenelementen, Vitaminen (B6 und C), sowie Kohlehydraten in Form von Stärke, die während des Reifeprozesses in Zucker umgewandelt wird, sowie Ballaststoffen.

Eigenschaften, die der unbekannte Schöpfer der Ludwigshafener Installation wahrscheinlich am ehesten im Sinn hatte – zumal er die Zwischenmahlzeit durch ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk aus Hopfen, Malz, Wasser und Hefe ergänzte, das ebenfalls reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen ist. Kontraproduktiv sei allerdings der Alkohol, weshalb Bier auch in kleinen Mengen keine gesunde Alternative ist, so die Ernährungsforscher.

Knallgelbe Bananen an Wänden

Aber im Museumshinterhof könnte die Konzeption tatsächlich auch einen künstlerischen Hintergrund haben. Denn Spraykünstler Thomas Baumgärtel sprüht seit 1986 knallgelbe Bananen an Wände und kennzeichnet damit Orte, die er für bemerkenswert hält, weil sich Kunst darin befindet. Über 5000 dieser Spray-Bananen hat er in knapp 40 Jahren mittlerweile als eine Art Auszeichnung neben die Zugangstüren zur Kunst gesprüht. Museen, Galerien, Kunsthallen und Kunstvereine tragen dieses inoffizielle Logo.

Aber sie ahnen es: Das 1979 eröffnete Wilhelm-Hack-Museum hat diesen unter Kunstfreunden nicht nur dezenten Hinweis bislang noch nicht erhalten. Einige Galeristen und Museumsdirektoren sollen der Legende nach deshalb schon zur Selbsthilfe gegriffen haben und heimlich selbst Bananen an ihr Gebäude gesprüht haben. In Ludwigshafen hat man sich hingegen offenbar eher für die handfeste Echt-Banane entschieden – und eine Kurpfälzer-Variante außerdem. Darauf zumindest einen Schluck künstlerisches Feierabendbier.

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