Ludwigshafen
Ein Bild und seine Geschichte: Wie steht es um die ausgewogene Ernährung der Polizisten?
Tatsächlich wirft die kunterbunte Zusammenstellung unter dem Polizei-Schild Fragen auf. Zum Beispiel: Warum gibt es keine Donuts?
Nun ist zunächst einmal festzustellen, dass die Polizeibeamten in Oggersheim keinem kulinarischen Nebenverdienst folgen. Daher hat die Polizei keinerlei Einfluss auf die Essensauswahl, was eventuell erklärt, warum neben internationalem Fastfood nicht auch gute deutsche Imbissklassiker wie Bratwurst, Pommes oder Schnitzelbrötchen im Angebot sind. Und natürlich auch, warum in der Aufzählung die fettgebackenen Donuts fehlen, die zumindest laut amerikanischen Fernsehserien von Polizisten in rauen Mengen vertilgt werden.
Auf den zweiten Blick könnte man sich allerdings Sorgen um die Ernährungsgewohnheiten der Polizistinnen und Polizisten machen. Immerhin gehört körperliche Fitness zu den Berufsanforderungen für die Ordnungshüter und keine der im Bild aufgezählten Speisen ist bislang als hochwertige Sportlernahrung geläufig. Auch knackige Salate oder fleischlose Alternativen sucht man vergebens.
Neuer Standort für Polizeiwache?
Das darob angefragte Polizeipräsidium gelobt Besserung. „Die Gesundheit unserer Mitarbeitenden ist uns sehr wichtig, weshalb dieser Fall einer genauen und strengen Prüfung unterzogen wird“, verspricht die Pressestelle mit amüsiertem Unterton. Sollte sich die These zu dem Mangel an gesunden und fleischlosen Alternativen bewahrheiten, sehe man hier dringenden Handlungsbedarf und werde über eine Umsiedlung der Polizeiwache nachdenken, versichert das Polizeipräsidium, wobei hier möglicherweise auch der Neid auf die Verpflegungsmöglichkeiten der Oggersheimer Kollegen eine Rolle spielt. Eine ähnliche kulinarische Vielfalt sucht man in unmittelbarer Nähe zur Wittelsbachstraße schließlich vergebens.
Aus dem Präsidium selbst kommen aber auch handfeste Verbesserungsvorschläge für die Ernährungslage der Belegschaft in der Oggersheimer Wache: „Ergänzend prüfen wir derzeit gesunde Alternativen.“ So könnte beispielsweise über Crowdfunding ein Koch finanziert werden, der frische und gesunde Pausengerichte für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort zubereitet. „Dabei hoffen wir natürlich auf die Unterstützung der Lebensmittelbranche, um idealerweise auch etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun“, scherzt man im Präsidium, wird dann aber schnell wieder ernst.
Verleitende Essensgerüche im Arbeitsumfeld
Der Imbiss unmittelbar neben der Wache besteht bereits seit Jahren in wechselndem Besitz. Bis auf Essensgerüche, die hin und wieder auch die Nachbarschaft abbekommt und die möglicherweise Hunger verursachen, werden die Abläufe in der Wache nicht beeinträchtigt. An einen Umzug werde daher auch nicht gedacht.
Überhaupt spiele die Nachbarschaft für eine Polizeiwache keine große Rolle, zumal die Polizei selbst keinen Einfluss auf die Gebäude in der Nähe der Dienststellen habe. So bleibt es auch in Oggersheim bei der zumindest kuriosen Nachbarschaft von Werbeschild und Erkennungszeichen der Dienststelle. Von „alles aus einer Hand“, wie Hans-Peter Cordes vermutet, könne also keine Rede sein.