Neustadt Schröter-Stiftung löst sich von Familie
Mehr als 1,2 Millionen Euro hat die Neustadter Schröter-Stiftung seit ihrer Gründung ausgeschüttet. Das hat Michael Landgraf ausgerechnet. Landgraf führt die Stiftung seit Kurzem als alleiniger Vorstand. Damit steht erstmals niemand aus der Gründerfamilie an der Spitze der Institution, die bisher eine klassische Familien-Stiftung war. Gegründet wurde sie im September 1991 von Hans Schröter und seiner Mutter Helma. Hans Schröter führte die Stiftung bis zu seinem Tod im Jahr 2022. Danach übernahm eine Doppelspitze, bestehend aus Schröters Tochter Saskia Römer und Landgraf, der zuvor viele Jahre im Beirat der Stiftung war. Das sollte aber nur eine Übergangslösung sein, wie mittlerweile klar ist.
Die Familie Schröter, die nicht mehr in der Region lebe, habe sich entschlossen, die Stiftung zwar weiterführen zu lassen, aber sich nicht mehr selbst zu beteiligen, berichtet Landgraf. Er selbst sei dann vor Kurzem zum alleinigen Vorstand gewählt worden. An der Ausrichtung der Stiftung soll sich nichts ändern. Konkret heißt dies, dass weiterhin die Neustadter Tagesbegegnungsstätte Lichtblick sowie der Pfälzische Bibelverein mit dem Neustadter Bibelmuseum unterstützt werde. Auch das Gustav-Adolf-Werk, eine Hilfsorganisation für ausländische Projekte, zählt künftig zu den Begünstigten. Es sei immer das Ziel von Hans Schröter gewesen, mit dem Geld der Stiftung „Gutes für die Stadt und darüber hinaus zu tun“, sagt Landgraf.
Derzeit bis zu 22.000 Euro Ausschüttung
In den 1990er Jahren habe man auch noch in größerem Stil Projekte in Afrika unterstützen können, sagt Landgraf, etwa in Zusammenarbeit mit dem Hungermarsch Landau. Die spätere Niedrigzinsphase habe das erschwert. Als Stiftung müsse man konservativ anlegen, verdeutlicht Landgraf. Das Stiftungskapital umfasse rund 800.000 Euro. Zuletzt seien 20.000 bis 22.000 Euro Ausschüttungen pro Jahr möglich gewesen. Dabei würden zunächst die regelmäßig begünstigten Institutionen bedacht. „Die sollen sich auf unsere Hilfe verlassen können“, sagt Landgraf.
So erhielt der Lichtblick laut dem Stiftungsvorsitzenden jüngst 6000 Euro für einen neuen Küchentrakt. Das Bibelmuseum bekommt einen Zuschuss für einen Bibelgarten, der mit Blick auf die Landesgartenschau angelegt wird, und das Gustav-Adolf-Werk kann sich über Geld für ein rumänisches Projekt freuen. Die drei Institutionen sind nun auch mit jeweils einem Vertreter im Beirat der Stiftung vertreten: Robin Rothe (Lichtblick), Heike Haub (Pfälzischer Bibelverein), Markus Zapilko (Gustav-Adolf-Werk). Das fünfköpfige Gremium wird komplettiert von Hans Mauer und Simone Eisele.