Pirmasens / Rodalben / Thaleischweiler-Fröschen
In zehn Jahren soll die Biebermühle für Einheimische und für Touristen attraktiv sein
Das Areal rund um den Bahnhof soll zum Gewerbegebiet werden. Das Kaiserslauterer Büro BBP hat die Fläche untersucht und nach dem Potenzial für Dienstleistungen und weiteren Ansiedlungen bewertet, teilte Kreisverwaltungssprecher Thorsten Höh auf Anfrage mit. Im Mittelpunkt der Studie steht der gesamte Bahnhof Pirmasens Nord, vor allem das Hauptgebäude.
Die Machbarkeitsstudie für das interkommunale Gewerbegebiet Biebermühle ist fertig. Öffentlich wird sie aber momentan noch nicht, da die Studie erst in den Gremien vorgestellt werden muss, wie aus der Kreisverwaltung zu hören ist.
Bei der Untersuchung soll auch die historische Situation berücksichtigt worden sein. Deshalb sei auch ein Gestaltungs- und Nutzungskonzept für das Bahnhofshauptgebäude beauftragt worden, um das Potenzial für die Revitalisierung zu ermitteln. Hierbei soll auch daran gedacht sein, in der zentralen Durchgangshalle oder im Freibereich die Öffentlichkeit über die historische Entwicklung zu informieren. Dabei könnten auch Themen wie das frühere Zwangsarbeiterlagerauf dem Gelände der Pfalzwerke/Pfalzgas berücksichtigt werden. Im übrigen verweist Höh auf die 2015 erfolgte Ausweisung des Bahnhofs als Denkmalzone.
Die Pläne für die Biebermühle haben auch Auswirkungen auf de Verbandsgemeinde Rodalben. Dort liegt das geplante Bürgercenter im Eingangsbereich des Rathauses, das mit der Tourist-Info zusammengeschlossen werden sollte, zunächst auf Eis – bedingt durch Corona, aber auch mit Blick auf die Entwicklung an der Biebermühle. Dort ist ebenfalls eine Tourist-Info angedacht, an der sich mehrere Verbandsgemeinden beteiligen wollen, zumindest Rodalben und Thaleischweiler-Wallhalben, vielleicht auch Waldfischbach-Burgalben, Pirmasens-Land oder der Kreis und seine Südwestpfalz-Touristik. In zehn Jahren könnte das ein attraktives Areal sein, meint Rodalbens Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer. Verbunden mit dem interkommunalen Gewerbegebiet, wofür Bedarf bestehe.
Züge nach Kaiserslautern, Landau und Saarbrücken
Pirmasens Nord ist ein Knotenpunkt für Bahnreisende. Hier treffen sich die Züge der Strecken Pirmasens-Zweibrücken-Saarbrücken, Pirmasens-Kaiserslautern und Pirmasens-Landau. Einzelne Züge fahren auch bis Karlsruhe und Neustadt. Allerdings wirkt der heruntergekommene Bahnhof wenig einladend. Das ist bei den Verbindungen, wo der Anschlusszug bereits am gegenüberliegenden Gleis wartet oder nach wenigen Minuten schon aus Richtung Pirmasens zu sehen ist, kein Problem. Wer aber aus Richtung Kaiserslautern kommt und weiter Richtung Zweibrücken möchte, der muss eine gute halbe Stunde warten. Umgekehrt ebenso.
Ein Tipp: Wer keine Lust auf Pirmasens Nord hat, bleibt einfach sitzen fährt weiter bis Pirmasens und steigt erst dort um. Dann sitzt er in genau dem Zug, der wieder runter an die Biebermühle fährt, muss aber kaum warten, bis der Anschlusszug kommt. Man spart sich so das lange Warten im Freien, und der Pirmasenser Hauptbahnhof ist weit einladender als Pirmasens Nord. Nebenbei: Der Hauptbahnhof Pirmasens kommt auch in einem Sketch von Loriot vor. In „Literaturkritik“ aus dem Jahr 1968, in dem Loriot das Kursbuch der Deutschen Bahn vorstellt, als wäre es ein literarisches Meisterwerk. Ein Auszug: „Und kurz darauf steigert sich das Werk zu einem seiner vielen dramatischen Höhepunkte: Landau ab 12.32 Uhr, Annweiler 12.46 Uhr, Pirmasens an 13.13 Uhr. Das ist fein beobachtet! Jedermann weiß, wie peinlich solche Stellen gerade bei Literaten minderer Qualität wirken können. Mit den Worten ,In Saarbrücken Hauptbahnhof kann mit Anschluss nicht gerechnet werden’, schließt das Werk. Es sollte in keinem Bücherschrank fehlen!“
Auch das Freibad soll saniert werden
Nicht weit entfernt vom Bahnhof liegt das Freibad Biebermühle, das die Verbandsgemeinde Rodalben ebenfalls sanieren möchte. Inzwischen sei klar, dass das Land für die Variante eines Naturbads plädiert – ohne Sprungturm, denn das würde das Projekt erheblich verteuern. Die Verbandsgemeinde warte auf die Bewilligung von Zuschüssen, sagt Bürgermeister Denzer. Dann könne es weitergehen. Das Bad gehört der Verbandsgemeinde Rodalben, auch wenn es auf dem Gebiet von Thaleischweiler-Fröschen liegt.
Das Land hatte höhere Zuschüsse in Aussicht gestellt, wenn sich die Thaleischweiler-Wallhalben an der Sanierung beteiligt, hatte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer Anfang März im Verbandsgemeinderat gesagt. Es brauche aber zunächst einmal belastbare Zahlen, woher die Besucher des Bades überhaupt kommen. Im Sommer sollten die Besucherströme genau analysiert werden, aber wegen der Corona-Pandemie blieb das Bad dieses Jahr zu.