Südwestpfalz
Zukunftskonzept: Biebermühle und Kreis entwickeln
Vor etwa einem Jahr hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben das heruntergekommene Bahnhofsgebäude für rund 40.000 Euro ersteigert. Das Gebäude und das nähere Bahnhofsumfeld sollen aufgewertet werden, die übrige Fläche als interkommunales Gewerbegebiet der angrenzenden Verbandsgemeinden Rodalben, Waldfischbach-Burgalben und Thaleischweiler-Wallhalben entwickelt werden. Eine Analyse des Gebietes hat die Entwicklungsfläche nun auf 12,7 Hektar eingegrenzt, berichtete Susanne Ganster im Rahmen der Haushalts-Pressekonferenz am Montag. Um das Gebiet entwickeln zu können, wollen sich die Verbandsgemeinden zu einem Zweckverband zusammenschließen, dem auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises angehören soll. Die Verbandssatzung werde derzeit bereits mit der Kommunalaufsicht abgestimmt, so Ganster.
Ein Grobkonzept wurde für das frühere Bahnhofsgebäude erstellt, das wieder als solches genutzt werden soll: Reisende sollen im Trockenen auf einen Zug warten können, sagte Ganster. Ein Café oder Gastronomie im Erdgeschoss sei denkbar. Zudem soll das Gebäude dem Kreis als Tourismuszentrale dienen. Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium hätten gezeigt, dass es dafür Möglichkeiten einer Förderung geben könnte. Ein Schwerpunkt soll auch auf dem Thema Mobilität liegen, so Ganster, die Car-Sharing, E-Ladesäulen für Autos, aber auch Stationen für Fahrräder nannte. Im Gebäude soll eine Mobilitätszentrale für den Landkreis entstehen. Erste Gespräche mit dem Innenministerium sind laut Ganster geführt. Nun brauche es ein detaillierteres Konzept.
Dörfer sollen lebendig bleiben
Parallel dazu hat der Kreis mit den Städten Zweibrücken und Pirmasens eine Analyse der Gewerbe- und Industrieflächen in der Südwestpfalz in Auftrag gegeben. Inzwischen habe das beauftragte Büro alle Potenziale und Leerstände erfasst. Nun soll die Befragung von Unternehmen beginnen. Mit Blick auf die Pandemie-Lage sei der Zeitpunkt nicht günstig, weiß Ganster. Dennoch sollen am Ende Flächen herausgearbeitet werden, die sich interkommunal entwickeln lassen.
Der Landkreis selbst und seine Ortsgemeinden stehen im Zentrum des Entwicklungskonzeptes, das der Kreis vor etwa einem Jahr angestoßen hat. Inzwischen hat Innenminister Roger Lewentz den Förderbescheid über 350.000 Euro an den Kreis übergeben. Ziele der Kreisentwicklung sind der Aufbau von nachhaltigen Strukturen und die Erarbeitung von Handlungsfeldern für die kommenden Jahre. „Wir wollen die Herausforderungen angehen, die Lebensqualität in unserem ländlichen Raum weiter zu steigern“, betonte die Landrätin. Die Corona-Pandemie haben den Fortgang des Projektes etwas gebremst, Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Die Kreisbereisung und Gespräche mit den Verbandsbürgermeister lassen sich, so hofft Ganster, Ende Januar umsetzen. Für das Projekt werden zwei Stellen geschaffen, eine für die Orts- und eine für die Kreisentwicklung. Erstere ist ab Januar besetzt.
Ganster wünscht sich, dass ein Zukunftskonzept für die Jahre 2030/2035 entsteht. Und auch die Ortsgemeinden, insbesondere die, die noch kein Entwicklungskonzept haben, sollen profitieren. Sie können am Zukunfts-Check Dorf teilnehmen. Damit sollen Lösungen erarbeitet werden, wie kleine Dörfer langfristig lebendig und für junge Familien attraktiv bleiben können. Mindestens in 30 Orten in der Südwestpfalz soll ein solcher Zukunfts-Check stattfinden. Dieser dient auch als Fortschreibung von Dorferneuerungskonzepten, was wiederum für die Fördermöglichkeiten im Rahmen der Dorferneuerung von Bedeutung ist.
