Biebermühle 1940er: Größtes Zwangsarbeiterlager im Land
Es gibt aber Zeitzeugenberichte und wenige Akten, die über das Leben in den drei Lagern auf der Biebermühle Auskunft geben. Von dort aus wurden die Insassen auf Betriebe und andere Lager im Gau Westmark verteilt. Einige arbeiteten aber direkt vor Ort an der Instandhaltung der Bahnanlagen, die beinahe täglich durch Luftangriffe beschädigt wurden.
Über 20 Lager
Neben dem Durchgangslager (Dulag) Biebermühle gab es in der Südwestpfalz über 20 weitere Zwangsarbeiterlager. Die waren wie die Biebermühle als Barackenlager angelegt oder auch mal in einem Tanzsaal untergebracht, wie in Gersbach in der Windsberger Straße. Laut dem Katalog des Internationalen Suchdienstes in Arolsen gab es im Landkreis Lager in Hauenstein, Nünschweiler, Höhmühlbach, Herschberg, Fröschen, Donsieders, Bobenthal, Dahn und Hinterweidenthal, Reifenberg, Contwig, Rimschweiler sowie in Winzeln. Für die Stadt Pirmasens wurde kein Lager aufgelistet. In Zweibrücken soll es ein Lager mit 1400 Insassen gegeben haben. Die größten im Landkreis waren Donsieders mit 300 und Contwig mit 200 Insassen sowie Hinterweidenthal, wo 115 Menschen lebten. Die anderen Lager zählten zwischen 50 und 80 Gefangene.
Auf dem Parkplatz von Mischler
Nach Recherchen des Dahner Heimatforschers Otmar Weber gab es zudem Lager in Rumbach, Schönau, Windsberg, Rodalben und Gersbach. In Rumbach sollen es drei Lager gewesen sein, eines davon auf dem Gelände des heutigen Sportplatzes, wie Weber recherchiert hat. Das Schönauer Lager befand sich auf dem heutigen Parkplatz des Gasthauses Mischler, so Weber.
Insgesamt lebten neben den Gefangenen des Dulag Biebermühle über 3000 weitere Zwangsarbeiter im Landkreis und in Zweibrücken.
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