Contwig
Grundschule Stambach: Warum Björn Bernhard eine Bürgerbefragung für unnötig hält
Dass die Contwiger Grundschule komplett nach Stambach umzieht, wo der Altbau saniert wird und ein Anbau entsteht, das beschloss der Verbandsgemeinderat am Donnerstagabend einstimmig. Schon am Montag hatte sich der Schulträgerausschuss geschlossen dafür ausgesprochen. Und bereits vor einem Jahr hatte es einen Beschluss der Verbandsgemeindespitze gegeben, der jedoch wieder aufgehoben wurde, um ihn neu zu fassen, wenn Zahlen als Vergleich vorliegen. Zahlen hatte dann auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier gefordert. Im schlimmsten Fall hätte sie keine Zuschüsse gegeben, wenn der ursprüngliche Beschluss vom März 2020 Bestand gehabt hätte.
Alleine eine neue Turnhalle würde zwei Millionen kosten
Doch die Zahlen sind klar. Das zeigt die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die der Zweibrücker Architekt Martin Grub dem Rat vorstellte. Danach kämen ein Anbau in Stambach samt Sanierung auf 4,1 Millionen. Das untere Gebäude könnte dafür verlängert werden. Die Sanierung und Erweiterung des seit November 2019 geschlossenen Contwiger Gebäudes mit dem Schimmelproblem käme auf 6,9 Millionen. Ein Neubau würde mit 7,5 Millionen Euro zu Buche schlagen – ohne Grundstück und Erschließung, aber mit Turnhalle. Grub empfahl die günstigste Variante in Stambach, die zudem bei den laufenden Kosten die günstigste sei – günstiger noch als ein Neubau, weil sie etwas kleiner ausfällt. Vom Energieverbrauch werde das sanierte Gebäude einem Neubau in nichts nachstehen, sagte Grub auf Nachfrage von Fred Konrad (Grüne). Ein großer Vorteil von Stambach ist die Turnhalle. Die woanders neu zu bauen, würde alleine zwei Millionen kosten.
Beide Schulgebäude zu erhalten und zu sanieren – also den jetzigen Strand beibehalten –, würde fünf Millionen Euro kosten – 2,25 Millionen für die Sanierung in Contwig, 2,7 Millionen für die in Stambach. Schon das ist teurer als die reine Stambacher Lösung. Und danach hätte man weiter die Fahrtkosten zwischen Contwig und Stambach, den Zeitverlust und die doppelten Betriebskosten. Die gelte es ebenfalls zu berücksichtigen, erläuterte Grub. Man müsse bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die Gesamtkosten für die komplette Nutzungsdauer der Gebäude betrachten. Allerdings sind hier die Unterschiede bei den vier Varianten nicht so groß wie bei den reinen Baukosten, da für Neubau und Sanierung Anforderungen eingehalten werden müssen, die für alle Varianten gleich sind.
Verbandsbürgermeister Björn Bernhard war zu Beginn kurz auf die Vorgeschichte seit Herbst 2019 eingegangen. Er hatte daran erinnert, dass zwischenzeitlich auch Grundschüler im Contwiger Rathaus und an der IGS untergekommen waren und nun Container an der Stambacher Schule stehen. Die seien seit Anfang Januar einsatzbereit, aber dann blieb die Schule wegen der Corona-Auflagen erst einmal geschlossen.
Bernhard räumte ein, dass es auch Bedenken gegen eine Erweiterung der Stambacher Grundschule gebe – etwa wegen des Lärmschutzes und wegen des Verkehrs –, und dass auch schon eine Bürgerbefragung gefordert worden sei. Der erteilte er aber eine Absage: Ein Drittel der Mitglieder im Verbandsgemeinderat komme aus Contwig und Stambach und sei von den Bürgern gewählt. „Die können das entscheiden“, war er zuversichtlich.
An Schulen gibt es morgens immer wieder Probleme
Dass man sich Gedanken wegen des Anfahrtsweges machen müsse, sei bekannt. „Aber ob das jetzt Stambach ist, Bechhofen oder Wiesbach, an jeder Schule ist das Verkehrsaufkommen morgens groß. Unser Ordnungsamt kontrolliert, und da gibt es immer wieder Probleme“, sagte er. Der Schulträgerausschuss war sich am Montag einig, dass man das Thema Verkehr von Anfang an im Auge behalten müsse.
Wie es nun weitergeht, steht noch nicht konkret fest. Anbau und Sanierung müssen im Detail geplant werden, die Verbandsgemeinde muss einen Antrag auf Zuschüsse stellen. Der Verbandsgemeinderat muss den genauen Plänen zustimmen. Die Arbeiten müssen ausgeschrieben und vergeben werden. Erst dann kann es überhaupt mit Anbau und Sanierung losgehen.