Grundschule Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Contwigs Bürgermeister möchte lieber zwei kleine Schulen an zwei Standorten

„Jetzt wird wegen 300 000 Euro ein kompletter Schulstandort in Frage gestellt“, kritisiert Bürgermeister Karlheinz Bärmann.
"Jetzt wird wegen 300 000 Euro ein kompletter Schulstandort in Frage gestellt", kritisiert Bürgermeister Karlheinz Bärmann.

Bürgermeister Karlheinz Bärmann möchte, dass es in Contwig weiter zwei Grundschulen gibt: eine in Contwig, eine in Stambach. Das sagte er am Freitag im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Er schlägt vor, beide Schulen zu sanieren.

„Ich bin weder für einen Neubau in Contwig noch für einen Neubau in Stambach. Ich bin für den Erhalt beider Standorte“, sagte Bärmann. Je kleiner eine Schule, desto wohler fühlten sich die Kinder, verteidigte er die derzeitige Lösung. Die Erst- und Zweitklässer gehen in Contwig in die Schule, die Dritt- und Viertklässer in Stambach – wobei das derzeit anders ist, weil das Contwiger Gebäude wegen Schimmelbefalls gesperrt ist. Die Entscheidung der Verbandsgemeindespitze und der Fraktionssprecher, in Stambach anzubauen und das Gebäude in Contwig aufzugeben, hält er für falsch. Dort seien dann elf Klassen mit 230 Kindern. Außerdem müssten jeden Morgen 180 Kinder aus Contwig mit dem Bus nach Stambach fahren oder gebracht werden.

Bärmann hadert mit der Ende März getroffenen Eilentscheidung aus mehreren Gründen. Zum einen stören ihn die Zahlen, die im Raum stehen. Es sei die Rede von 130 000 Euro, um als Übergangslösung drei Klassen in Containern unterzubringen. Man brauche aber Platz für vier Klassen und lande dann bei 170 000 Euro. Das Geld solle man lieber in die Sanierung des Kellers in Contwig stecken, da das schon über die Hälfte der veranschlagten 320 000 Euro sei. Die Drittklässer sind derzeit in der IGS Contwig untergebracht, dort könnten sie auch nach den Sommerferien bleiben, bis die Contwiger Schule wieder nutzbar ist. „Jetzt wird wegen 300 000 Euro ein kompletter Schulstandort in Frage gestellt“, kritisiert der Bürgermeister.

Bärmann rechnet damit, dass auch in Stambach eine Sanierung ansteht, was zusammen mit dem grob geschätzt 1,4 Millionen teuren Anbau am Ende vier bis fünf Millionen kosten werde. Das Stambacher Gebäude stammt laut Bärmann aus der Mitte der 60er Jahre. Die Turnhalle wurde vor zehn Jahren gebaut. Bärmann schlägt vor, auf den Anbau und die Container zu verzichten und erst Contwig zu sanieren – und dort einen kleinen Turnraum zu bauen – , dann Stambach. Allerdings, so räumt er ein, müsste man für die Bauphase in Stambach auch dann Container mieten.

Die Stambacher Schule erreicht man über die Felsackerstraße. Die soll ausgebaut werden. 500 000 Euro stehen laut Bärmann im Haushalt, davon 150 000 Euro Zuschüsse. „Ich kann nicht die Straße ausbauen, wenn dort oben ein Millionenprojekt entsteht“, sagt er und fragt sich, was in diesem Fall mit der Zuschusszusage passiert.

Karlheinz Bärmann ärgert zudem, dass hier eine Eilentscheidung getroffen wurde – oder wie er sagt: „Das ist übers Knie gebrochen worden.“ Zwar stünden Schule und Elternbeirat hinter der Entscheidung, aber das seien die Eltern von Kindern, die die Schule bald verlassen. Man sollte stattdessen die Eltern der Kindergartenkinder fragen, fordert er.

Keine Rolle spiele, dass Contwig und Stambach eine Gemeinde mit zwei Ortsteilen bilden und Contwig deutlich größer ist, versichert der Bürgermeister. Dagegen sei es schon wichtig, dass Contwig seit einem Jahr einen neuen Kindergarten direkt oberhalb der Grundschule in der Maßweilestraße baut und die dortigen Kinder quasi nahtlos vom Kindergarten in die Grundschule wechseln können. Darauf hatte Bärmann auch am Donnerstag in der Sitzung des Verbandsgemeinderates hingewiesen.

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