Contwig
Ob die Grundschule nach Stambach kommt, will Bernhard „so schnell wie möglich entscheiden“
Innerhalb der nächsten beiden Wochen sollen Container, die seit Oktober auf dem Bolzplatz hinter der Stambacher Grundschule stehen, an die Schule übergeben werden. Bis auf Restarbeiten wie das Anbringen der Whiteboards seien die Container, in denen drei Klassensäle entstanden sind, fertig, informiert Bürgermeister Björn Bernhard.
Nach den Weihnachtsferien sollen die Viertklässer, die derzeit noch an der IGS Contwig untergebracht sind, in den Containern unterrichtet werden. Alle Klassensäle sind mit Waschbecken ausgestattet, CO 2 -Warner überwachen den Sauerstoffgehalt in der Luft. 299 000 Euro kostet es, die Container für drei Jahre zu mieten. Die Verbandsgemeinde habe einen Sonderabschlag auf die Mietkosten erhalten, sagt Bernhard. Dafür sei die Vorbereitung des Bodens auf dem Bolzplatz aufwendiger als geplant gewesen, bemerkt er.
Die Voraussetzungen für die Erweiterung der Containerräume seien bereits geschaffen, nach den Osterferien könne ein vierter Saal angebaut werden, ergänzt er. „Wir liegen voll im Zeitplan“, erklärt Bernhard, die nächsten Schritte seien bereits geregelt. Ein Umzugsunternehmen transportiert vor Weihnachten die Sachen von der IGS zur Containerschule.
Bernhard geht davon aus, dass nach den Osterferien auch die Container für den vierten Klassensaal bereitstehen. „Nicht alle Container waren lieferbar“, sagt er.
Im März hatten die Verbandsgemeindespitze und die Fraktionssprecher im Verbandsgemeinderat in einer Eilentscheidung beschlossen, dass das Contwiger Gebäude aufgegeben wird und in Stambach ein Anbau entstehen soll. Diese Eilentscheidung hat der Verbandsgemeinderat im Mai wieder gekippt. Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann hatte unter anderem kritisiert, die Entscheidung sei ohne Not vorschnell getroffen worden, ohne dass Zahlen näher bekannt seien. Bärmann hatte sich zudem dafür ausgesprochen, beide Standorte – Contwig und Stambach – zu behalten. In der Mai-Sitzung deutete sich aber an, dass die Mehrheit der Räte einen Standort präferiert. Eine Schule an einem Standort wünscht sich auch Schulleiter Peter Schmidt, das bekräftigte er am Dienstag.
Wie Bernhard berichtet, hatten die Schulaufsicht und das Bildungsministerium moniert, dass man eine Standortentscheidung nicht ohne Wirtschaftlichkeitsuntersuchung treffen könne. Diese Untersuchung sei erforderlich, um später Zuschüsse zu erhalten. Die Verbandsgemeinde hat die Untersuchung in Auftrag gegeben, mittlerweile liegen die Ergebnisse vor. Untersucht wurde, was es kosten würde, die Gebäude in Contwig und Stambach so zu sanieren und zu erweitern, dass sie als alleiniger Schulstandort genutzt werden können. Wie Bernhard informiert, würde die Sanierung und Erweiterung in Contwig 6,9 Millionen Euro kosten. In Stambach müssten vier Millionen Euro aufgewendet werden.
„Für mich ist das Schulgebäude in Contwig ein Fass ohne Boden“, betont Bernhard. Es war wegen Schimmelbefalls vor einem Jahr gesperrt worden. „Contwig kommt für mich nur in Frage, wenn wir dort alles plattmachen und neu bauen“, ergänzt er. Mit Blick auf die zu erwartenden Kosten spreche alles für einen Standort Stambach. Das soll möglichst bald in großer Runde besprochen werden. „Wir wollen das so schnell wie möglich entscheiden“, bemerkt der Bürgermeister. Wenn es die Corona-Situation zulässt, soll der Verbandsgemeinderat noch in diesem Jahr darüber beraten. „Die Grobplanung ist ja schon gemacht“, sagt Bernhard mit Blick auf die Vorarbeiten des Zweibrücker Architekturbüros Grub. „Ich würde gerne im Dezember eine Sitzung dazu machen.“
