Contwig
Grundschule: Umzug nach Stambach wäre am günstigsten
Beigeordneter ist David Betz seit einem Dreivierteljahr: Im Mai 2020 wurde der 39-jährige Contwiger zunächst Stellvertreter von Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. Er übernahm dieses Amt von der Dellfelder Bürgermeisterin Doris Schindler mit deren Aufgabenbereich Schule, Soziales und Kommunikation. Wobei er einräumt, dass er sich auf die Schulen konzentrieren werde. Zum Bereich Soziales würden beispielsweise auch Asylangelegenheiten gehören, das sei ehrenamtlich fast nicht zu leisten.
Anders als die Beigeordneten Thomas Hohn (FDP) aus Hornbach, der für den Brandschutz zuständig ist, und Bernd Hofer (Grüne) aus Käshofen, der sich um Energie und Klimaschutz kümmert, hatte David Betz bisher den Geschäftsbereich noch nicht übertragen bekommen. Hohn, Hofer und Schindler waren seit Mitte 2019 im Amt, hatten aber im März 2020 ihren Rücktritt eingereicht, weil das so im Koalitionsvertrag vereinbart war: Weil die SPD, die bis dahin den dritten Beigeordnetenposten innehatte, ab Juni nicht mehr den Bürgermeister stellte, bekam sie den Posten des ersten Beigeordneten. Folge dieses Ringtauschs war auch, dass Doris Schindler nicht mehr zur Wiederwahl antrat.
Dass David Betz nun offiziell den Geschäftsbereich übertragen bekam, bedeutet, dass er selbstständig Entscheidungen zum Thema Schulen treffen kann und die Sitzungen des Schulträgerausschusses leitet. Außerdem bekommt er eine monatliche Aufwandsentschädigung von knapp 300 Euro. Der Posten ist aber ehrenamtlich. David Betz ist ausgebildeter Journalist, er arbeitet im Büro der Pirmasenser Bundestagsabgeordneten Angelika Glöckner.
Nun gehe es darum, sich mit den Schulleitern der fünf Grundschulen auszutauschen, sagte Betz. In der Verwaltung werde er nun enger mit Sachbearbeiter Frank Kilian zusammenarbeiten, zu dessen Aufgabenbereich die Schulen gehören.
Nach der laufenden Generalsanierung der Grundschule Dellfeld nennt Betz die Frage, wie es weitergeht mit der Grundschule Contwig, „die nächste große Entscheidung“. Die Verbandsgemeindespitze hatte vor einem Jahr beschlossen, den Grundschulstandort Contwig aufzugeben und die Schule komplett nach Stambach zu verlegen.Diese Entscheidung hatte der Verbandsgemeinderat wieder aufgehoben, um sie neu zu fassen, wenn Zahlen vorliegen. Das ist nun der Fall: Nach den Berechnungen kostet ein Anbau in Stambach samt Sanierung 4,1 Millionen. Die Sanierung und Erweiterung des Contwiger Gebäudes käme auf 6,9 Millionen. Ein Neubau an dritter Stelle würde mit 7,5 Millionen Euro zu Buche schlagen – ohne Grundstück und Erschließung, aber mit Turnhalle.
„Wir haben jetzt schwarz auf weiß, was jedem schon logisch erschien“, sagt David Betz dazu. Dass der Anbau in Stambach, wo noch dazu eine relativ neue Turnhalle steht, billiger würde als die Sanierung der alten Contwiger Schule oder als ein ganz neuer Bau, war eigentlich klar. Aber nun habe man seriöse Berechnungen, und das sei auch eine Forderung der ADD gewesen. Hätte die zu Beginn der Corona-Pandemie vor knapp einem Jahr im kleinen Kreis beschlossene Eilentscheidung Bestand gehabt, hätte das Land keinen Zuschuss gegeben, da die Berechnungsgrundlage gefehlt hätte.
Am 25. Februar soll der Verbandsgemeinderat in Hornbach tagen, dann soll es auch um die Grundschule Contwig-Stambach gehen. „Ich dränge da schon auf eine Entscheidung“, sagt Betz, der am 14. März auch bei der Bürgermeisterwahl in Contwig antritt. Gegenkandidatin ist Nadine Brinette (CDU).
Wie in Contwig steigen auch in Bechhofen die Schülerzahlen, so dass man bald „den ein oder anderen Klassensaal mehr bräuchte“. Außerdem fehle dort eine Mensa, und die Kinder essen im benachbarten Dorfgemeinschaftshaus. Die Grundschule in Hornbach braucht eine neue Heizung. Da müsse man schauen, „wie man’s im Budget unterkriegt“. Die kleinste Grundschule in Wiesbach sei die, „wo auf den ersten Blick nichts anliegt“. Das sei aber auch mal gut, gerade wenn man drei große Schulprojekte vor der Brust habe. Geplant sei aber, die Schulen mit besseren Internetverbindungen auszustatten. Das digitale Arbeiten werde die Schullandschaft verändern, ist sich David Betz sicher.
Er würde zudem gerne Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche anbieten, „aber da brauche ich dieses Jahr nicht konkret zu planen“. Was ihm zum Beispiel vorschwebt, sei eine Art Spielefest in der Verbandsgemeinde: „Das würde mir ganz gut gefallen.“