Kreis Germersheim
Bei Graffiti-Delikten tappt die Polizei oft im Dunkeln
In Ottersheim rissen Unbekannte kurz vor Weihnachten Christbäume aus den Halterungen und wollten damit auf dem Ottersheimer Kirchplatz grillen. Im März zogen Vandalen durch mehrere Straßenzüge in Jockgrim und besprühten Autos und Hausfassaden. In der gleichen Nacht wurde eine Bank am Schweinheimer Kirchel zerstört. Im April wird ein Insektenhotel in Germersheim angezündet. Im Mai wird die Einfassung der Hördter Klingbachbrücke zum wiederholten Mal kaputt gemacht. Immer wieder hinterlassen Leute ihren Müll an der Druslach in Lingenfeld. Vor etwa genau einem Jahr richteten Wüteriche am Fassbrunnen in Freckenfeld großen Schaden an.
Die Liste mit Vandalismus-Delikten im Kreis Germersheim im vergangenen Jahr ist noch viel länger. Allerdings steigen die Fallzahlen nicht an, sondern liegen in den letzten drei Jahren auf ähnlichem Niveau. 2018 nahm die Polizei-Inspektion (PI) Wörth 345 Fälle von Sachbeschädigung auf (PI Germersheim: 481); 2020 waren es 353 (GER: 503); 2021 waren es 344 (GER: 463). Die Aufklärungsquote pendelt zwischen 26 und 32 Prozent.
Die Polizei unterscheidet vier Kategorien von Sachbeschädigungen: Graffiti, an Kraftfahrzeugen, auf Straßen, Wegen und Plätzen und sonstige. 2021 kam es im Bereich der PI Wörth zu 54 Sachbeschädigungen durch Graffiti. Laut Polizeisprecher Oliver Link waren das 38 mehr als im Jahr davor – was an zwei größeren Tatserien in Hatzenbühl und Hagenbach lag. Insbesondere Graffiti-Delikte seien schwer aufzuklären, weil die Täter meistens in der Dunkelheit und an entlegenen Orten agieren. Ein Filtern der Daten nach Alter sei in der Kriminalitätsstatistik nicht möglich, teilt die Polizei Germersheim mit. Wie hoch der Anteil jugendlicher Täter ist, kann sie deshalb nicht sagen.
