Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Personalnot in Kitas: Eltern sehen Vorschläge nicht ernst genommen

Elternvertreter wünschen sich von der Verwaltung eine bessere Kooperation.
Elternvertreter wünschen sich von der Verwaltung eine bessere Kooperation.

Mit einer ganzen Reihe an Vorschlägen will der Stadtelternausschuss helfen, die Personalnot in Kindertagesstätten in Frankenthal zu mindern. Weil sich das Gremium von der Stadt nicht ernst genommen fühlt, hat es jetzt nach Mainz geschrieben.

Fünf Seiten lang ist der Brief, mit dem sich die beiden Vorsitzenden des Stadtelternausschusses an Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wenden. Neben einer Reihe an Vorschlägen zur Gewinnung von fehlendem Fachpersonal in Kitas – die der Ausschuss vor Monaten bereits der Verwaltung präsentiert hat – geht es darin um die Zusammenarbeit mit der Stadt Frankenthal. „Leider haben wir das Gefühl, dass die Stadtverwaltung uns nicht ernst nimmt, dabei wollen wir nur helfen und unterstützen“, konstatieren Anna Starzetz und Tobias Krause. Außer der Zusicherung, man werde die Ideen prüfen, habe man bisher trotz Nachfragen keine Rückmeldung bekommen.

Viele gute Ansätze der Politik und der Rechtsanspruch auf eine Betreuung für Kinder ab zwei Jahren scheitern nach Ansicht der Eltern vor Ort am fehlenden Personal. Wo in Frankenthal der Schuh drückt, hat der Stadtelternausschuss mit einer Umfrage belegt, an der sich 200 Sorgeberechtigte beteiligten. Ein Kritikpunkt: Zu selten wird Kindern in der Einrichtung ein warmes Mittagessen angeboten. Die Umfrageergebnisse und ein Positionspapier zu Verbesserungsmöglichkeiten im Betreuungsangebot haben Starzetz und Krause nach eigener Darstellung Anfang des Jahres in einem Gespräch mit dem Dezernenten Bernd Leidig (SPD) sowie mit Jan Kardaus (Bereichsleiter Familie, Jugend und Soziales) und Andrea Schlossarczyk (Abteilungsleiterin Familienbüro) vorgestellt.

Fachkräfte aus dem Ausland

Unter anderem schlägt der Elternausschuss vor, die Bewerbersuche professioneller und breiter aufzustellen. „Die eigene Internetpräsenz sowie das Karriereportal des öffentlichen Dienstes Interamt sind zu wenige Rekrutierungswege.“ Antworten auf eingegangene Bewerbungen müssten schneller erfolgen, die Zahl der Ausbildungsstellen müsse deutlich erhöht werden. „Vor allem in Anbetracht der Kita-Neubauten stellt sich uns die Frage, woher das ganze Personal kommen soll.“

Eine weitere Möglichkeit ist für das Gremium, Fachkräfte aus dem europäischen Ausland anzuwerben und einen Springerpool mit qualifiziertem und unqualifiziertem Personal aufzubauen, etwa durch Kooperation mit Hochschulen. Das angekündigte Personalentwicklungsprogramm müsste schneller etabliert werden. „Jetzt noch eine Beratungsfirma einzuschalten, dauert unserer Meinung nach einfach viel zu lange“, sagen die Elternvertreter. Ihr Appell in Richtung Landesregierung: Sie darf die Kommunen nicht mit dieser schwierigen Aufgabe allein lassen.

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