Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Glamping nach der Landesgartenschau

Blick vom Deponiehügel auf den Maifischgraben, der nach Wünschen der Stadt nach der Landesgartenschau Glamping-Urlauber empfange
Blick vom Deponiehügel auf den Maifischgraben, der nach Wünschen der Stadt nach der Landesgartenschau Glamping-Urlauber empfangen soll.

Die Stadt und die Gartenschaugesellschaft treiben das Vorhaben voran, im Maifischgraben ein Glampingareal zu schaffen. Eine wichtige Frage ist aber noch ungeklärt.

Die Landesgartenschau 2028 soll Neustadt auch ein Erbe hinterlassen – und das wird nicht nur die Erinnerung an ein hoffentlich tolles Veranstaltungshalbjahr sein. Bleiben werden ein renaturierter Speyerbach im Osten der Stadt und ein neuer Rad- und Gehweg an seinem Ufer. Eine neue Sport- und Spiellandschaft östlich des „Monte Scherbelino“, des Deponiebergs, der eine Wandlung zum Panoramaberg vollzieht. Und die Neubachwiesen als naturnahe Grünfläche. Da fehlt aber noch eine Fläche, die während der Landesgartenschau (LGS) bespielt wird: das Areal des ehemaligen Abfallverwertungszentrums und des stillgelegten Deponieabschnittes Maifischgraben. Auch dieses Gebiet soll nach dem Willen der Stadt nach der LGS eine dauerhafte Nutzung erfahren: als Fläche für naturnahes Camping beziehungsweise als Glamping-Gelände. Unter Glamping versteht man luxuriöses Camping.

Die Pläne sind auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats einen kleinen Schritt weitergekommen. Denn da haben die Ratsmitglieder die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen und die nächste Stufe im Bebauungsplanverfahren genehmigt. Wobei das alles formale Schritte sind. Wie die inhaltlichen Pläne aktuell aussehen, hat Lisa Brandstetter von der LGS-Gesellschaft auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses erläutert.

80.000 Tonnen Erde aufgetragen

Sie betonte, dass bei den Arbeiten an der Landesgartenschau schon die gewünschte Nachnutzung mitbedacht werde, etwa bei der Geländemodellierung, der Entwässerung und der Böschungssicherung. 80.000 Tonnen Erde würden dort aufgetragen, um auch Bäume pflanzen zu können. Deren Wurzeln dürfen nämlich nicht den Deponiekörper erreichen.

Grundlage für die aktuellen Planungen ist weiterhin die Machbarkeitsstudie, die der französische Glamping-Anbieter Huttopia für Neustadt erarbeitet hat. Allerdings seien daran Änderungen vorgenommen worden, sagte Brandstetter. Die Franzosen hatten die Pläne an der Weinstraße nicht umsetzen wollen.

Brandstetter berichtete, dass das Gelände weiterhin auf drei Plateaus erschlossen und ganzjährig betrieben werden soll. Der Eingang mit Rezeption ist demnach an der Branchweilerhofstraße vorgesehen. Daneben könnte eine Fläche für Wohnmobile entstehen.

Auf dem zweiten Plateau sind Zeltplätze vorgesehen sowie Unterkünfte für vier bis sechs Personen. Brandstetter sprach von verschiedenen Hüttentypen, zwischen denen die Urlauber wählen könnten. Erhalten bleiben soll die Teerhalle, die als Gemeinschaftseinrichtung dienen soll, mit Essens- und Spielmöglichkeiten. Offen sei dabei die Frage, ob auch die Öffentlichkeit Zugang dazu erhalten wird.

„Sahnegrundstückchen“ auf dem Plateau

Mit Blick auf die Ebene 3 sprach Brandstetter von „Sahnegrundstückchen“. In dem Bereich sollen 48 Unterkünfte zwischen 25 und 35 Quadratmeter entstehen. Die Urlauber können sich von dort oben am Blick über die Pfalz erfreuen. Pflanzen und Bäume sollen für Privatsphäre sorgen. Die oberste Ebene wird autofrei sein. Mit der Rekultivierung des Geländes für die Gartenschau werde auch hier ein Grundstein gelegt, sagte Brandstetter, „aber bis ein kleines Wäldchen entsteht, dauert es natürlich ein paar Jahre.“

Allerdings fehlt bisher noch ein Investor, der die Pläne Wirklichkeit werden lässt. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss sagte Brandstetter dass man mitten in der Vorbereitung der Konzeptvergabe sei und demnächst auf Investorensuche gehen könne. Zunächst ist eine breite Marktansprache geplant. In einem zweiten Schritt könne man vielleicht schon Ende des Jahres schon konkret auf Investoren zugehen.

Marc-Finn Klein (SPD) sagte, es wäre gut, möglichst direkt nach der LGS mit dem Aufbau des Glamping-Areals beginnen zu können. Thomas Hocker (CDU) hielt eine dauerhafte Nutzung der Panoramabar auf dem ehemaligen Deponieberg für wichtig, weil damit das Umfeld attraktiver werde und das Risiko von Vandalismus abnehme.

Grun-Marquardt macht Druck

Jakob Köllisch (FWG) wollte wissen, ob auch andere Nutzungsarten des Geländes geprüft würden, etwa als Aufstellfläche für Photovoltaikmodulen. Beigeordneter Bernhard Adams (parteilos) verneint das. Aus seiner Sicht ist das Glamping die „plausibelste Nachnutzung“, denn das bringe die touristische Erschließung der Stadt voran.

Rainer Grun-Marquardt zeigte sich von den Plänen angetan. Der Grünen-Fraktionssprecher erhöhte mit einer Äußerung aber auch den Druck. Er meinte: „Der Erfolg der Nachnutzung des Gartenschau-Geländes hängt maßgeblich vom Gelingen dieses Projekts ab.“

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