Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Nach kulinarischer Nordpfalz-Tour: Makake Udo wieder im Käfig

Trotz zahlreicher Sichtungen war es in den vergangenen acht Wochen nur einmal, gleich zu Beginn, gelungen, den Makaken Udo zu fo
Trotz zahlreicher Sichtungen war es in den vergangenen acht Wochen nur einmal, gleich zu Beginn, gelungen, den Makaken Udo zu fotografieren. Wieder zurück im Käfig gab er sich wenig kamerascheu.

Der Affe, der Ende Juli aus einem Tierpark in Rockenhausen entlaufen war, ist wieder eingefangen. Am Donnerstagmorgen wurde der Primat auf dem Grundstück einer Familie in Teschenmoschel überlistet – er ging seinem Besitzer, dem Betreiber des Tierparks, in die Falle. Wärend das Tier anscheinend eine großartige Zeit hatte, hadert sein Mensch mit einer Behörde.

Kaum ist er wieder hinter Gittern, hat er dann auch endlich einen Namen: Die Familie, in deren Garten der Makake in den vergangenen Tagen immer wieder aufgekreuzt ist und schließlich gefangen wurde, hat ihn Udo getauft. Udo hatte am 30. Juli seinem Besitzer zufolge einen Produktionsfehler am Gitter seines Käfigs in einem Tierpark in Rockenhausen ausgenutzt und war aus dem Gehege entkommen.

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Während seiner Flucht hatte er immer wieder einmal von sich hören beziehungsweise sich sehen lassen – im Stil eines geborenen Entertainers in wohlgesetzten Abständen von ein paar Tagen. Sein Aktionsgebiet reichte dabei mindestens von Niederkirchen im Norden des Landkreises Kaiserslautern bis Dielkirchen, das wenige Kilometer nördlich von Rockenhausen liegt. Im Westen war er mindestens bis nach Reipoltskirchen vorgedrungen, einer Gemeinde im nordöstlichen Landkreis Kusel.

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Der Nordpfalz-Urlaub des Tiers dauerte fast genau zwei Monate – vom 30. Juli bis zum 29. September – und war offenbar kulinarisch lohnend: Udo habe nach dem Einfangen bedeutend mehr gewogen als vor seiner Flucht, berichtet sein Besitzer, der Tierpark-Betreiber Andreas Spieß. Eine Weile lang hatte der Affe sich bei Mirabellenplantagen in der Nähe von Biesterschied, nur wenige Kilometer westlich von Rockenhausen, aufgehalten und sich dort an der Ernte bedient.

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Auch sonst bevorzuge das Tier Obst, denn mit Süßem würden er und seine Artgenossen in Gefangenschaft eher kurz gehalten, erklärt Spieß: „Wir füttern etwa 80 Prozent Gemüse, 20 Prozent Obst.“ Mit dem Angebot, das Udo in dieser Jahreszeit in der freien Natur und in Pflanzungen vorgefunden habe, habe er nun acht Wochen lang die Möglichkeit gehabt, „in die Vollen zu greifen“. Eine Gefahr liege für den Affen allerdings in diesem ungewohnt schmackhaften Speiseplan: Wenn er sehr viel Fruchtzucker konsumiert, droht ihm Diabetes, so Spieß.

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Um die Gesundheit seines eigensinnigen Schützlings machte sich der Tierpfleger allein wegen der natürlichen Bedingungen dennoch wenig Sorgen – eher schon wegen der Möglichkeit, dass das Tier von einem Auto überfahren werden könnte. Kälte, wie sie in der Pfalz normalerweise vorkommt, mache einem Tier dieser Art hingegen wenig aus: Temperaturen bis minus zehn Grad ertrage der Affe ohne Weiteres. Einen durchschnittlichen Pfälzer Winter hätte Udo also nach Spieß’ Einschätzung überstehen können, zumal das intelligente Tier durchaus in der Lage sei, sich geschützte Stellen zu suchen.

Unerfreuliches von der Naturschutzbehörde

In der Tat hielt sich der Makake zwar während seines Ausflugs strategisch von Menschen fern, menschliche Strukturen haben ihn aber nicht abgeschreckt. „Der war die ganze Zeit an der Zivilisation dran. Er hat sich nie groß im Wald aufgehalten“, erzählt Spieß. Am Ende wurde der Affe im Garten einer Familie in Teschenmoschel gefangen. Das hält Spieß nicht für einen Zufall: Der Garten sei ihm als vertraute Umgebung erschienen.

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Irritiert ist der Betreiber des Tierparks Donnersberg über ein Schreiben, das er von der Unteren Naturschutzbehörde – also der Kreisverwaltung des Donnersbergkreises – erhalten hat. Die Behörde hat ihm eine Frist gesetzt: Er müsse Udo bis zum 8. Oktober einfangen, sonst werde das Amt selbst eine Firma einschalten, die das Tier fangen solle – und ihm die Kosten von rund 6000 Euro aufbrummen.

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Die Kreisverwaltung bestätigt, dass sie Spieß eine Verfügung geschickt hat, und dass darin in der Tat von Kosten in Höhe von 6000 Euro die Rede ist, die auf den Zoo-Chef hätten zukommen können. Sie sei angehalten, so die Behörde, „gegenüber Herrn Spieß das Einfangen des Tieres aus Gründen des Tierwohls anzuordnen.“ Damit solle sichergestellt werden, dass der Affe keinen Schaden nehme. Die Behörde beruft sich dabei auf das Bundesnaturschutzgesetz. Bei Udo, einem Wanderu oder Bartaffen, handele es sich um eine streng geschützte und sehr seltene Art. Die Untere Naturschutzbehörde geht davon aus, dass eine sichere und artgerechte Haltung eines solchen Tiers hierzulande nur in einem Zoo sichergestellt ist – und nicht, wenn der Affe in freier Wildbahn unterwegs ist.

Weitere Konsequenzen dürfte die Angelegenheit jetzt nicht mehr haben – der Grund für das Schreiben sitzt ja wieder im Käfig.

 

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