Gelassen im Garten Boden und Wurzeln stärken: So gießen Sie im Sommer richtig
Idealerweise sorge ich durch die richtige Bodenverbesserung und die richtige Pflanzenauswahl schon mal dafür, weniger gießen zu müssen. Dann ist es ganz wichtig, lieber lange und intensiv zu wässern, aber in größeren Zeitabständen. Der Boden soll richtig durchfeuchtet sein, damit die Pflanzen aus seinem Reservoir einige Tage zehren können – und gezwungen sind, mit ihren Wurzeln dem Wasser in die Tiefe hinterherzuwachsen. Kurze, geringe Wassergaben fördern einen oberflächennahen Wurzelfilz, der dann auch schnell wieder in Trockenstress kommt, wenn das Wasser verdunstet ist.
Aber: Beim Wässern den Boden nicht verschlämmen, also nicht so viel Wasser draufkippen, dass es oberflächlich abfließt. Je nach Bodenart, Humusgehalt und Durchwurzelung braucht der Boden seine Zeit, um das Wasser aufzunehmen. Wir wollen ja keine Sturzflut erzeugen. Messen kann ich das mit den Fingern: Der ausgestreckte Zeigefinger oder ein Holzstab von acht bis zehn Zentimetern sollte komplett in feuchter Erde stecken, dann ist ausreichend gewässert. Wenn die Spitze noch trocken ist, hat der Boden noch Aufnahmekapazität.
Info
Wenn auch Sie eine Frage zu Ihrem Garten haben, dann schreiben Sie uns eine E-Mail an reddonn@rheinpfalz.de. Mit etwas Glück beantwortet Andreas Raschke Ihre Frage in der nächsten Folge von „Gelassen im Garten“ Anfang Juli.
Der Autor
Andreas Raschke ist im Donnersbergkreis als Pflanzenexperte und „Pflanzendoktor“ bekannt. Im Jahr 2024 wurde Raschkes Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Bayerfeld-Steckweiler vom Klimaschutzmanagement der Kreisverwaltung als „Donnersberger Klimaheld“ ausgezeichnet.