Wahl VG Göllheim
Kandidaten im Porträt: Simone Rühl-Pfeiffer tritt als Einzelbewerberin an
Lange Zeit hatten sich die Wähler in der Verbandsgemeinde Göllheim auf die Folter spannen lassen müssen, bis feststand, dass es neben der Kandidatur von Amtsinhaber Steffen Antweiler eine zweite Bewerbung um den Chefsessel im Göllheimer Rathaus geben wird. Und sie damit bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 12. März, eine echte Wahl haben werden. Dabei war es alles andere als eine Entscheidung über Nacht, die Simone Rühl-Pfeiffer dazu bewogen hat, ihre Einzelkandidatur einzureichen, wie die 44-Jährige berichtet. „Die Überlegungen und auch viele Gespräche dazu gab es schon lange“, schildert sie.
Allerdings habe sie es sich nicht einfach gemacht. Zu tun hat die Mutter zweier Söhne im Alter von 13 und 15 Jahren auch bisher schon genug: Bei der Kreisverwaltung in Kirchheimbolanden leitet sie die Stabsstelle Organisationsentwicklung und IT. Dort ist sie mit der Modernisierung und der Digitalisierung der Verwaltung betraut, wie sie berichtet. Auch beruflich in den Donnersbergkreis zurückgekehrt ist Simone Rühl-Pfeiffer im Jahr 2012, weil damals der erste Sohn in die Schule gekommen ist. Zuvor war sie bei der Stadtverwaltung in Ludwigshafen seit 2000 Organisationsberaterin für die Bereiche Kinder, Jugend und Familie, Soziales und Feuerwehr gewesen, hatte zusätzlich an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Mannheim studiert.
Entscheidung „zwischen den Jahren“
Zudem ist die 44-Jährige Ortsbürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde. In Einselthum ist sie „in vielen Vereinen verwurzelt“, erzählt sie. Schon 1999 wurde sie erstmals in den Gemeinderat gewählt, 2004 erste Beigeordnete und schließlich 2019 Ortschefin. In dieser Zeit sei es ihr gelungen, die Gemeinschaft weiter zu formen und zu fördern, befindet Rühl-Pfeiffer. Genau das sieht sie als ihre große Stärke: „Ich kann Menschen motivieren, für eine Sache gewinnen und diese mit ihnen umsetzen.“
Die endgültige Entscheidung, sich ums Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde zu bewerben, sei dann „zwischen den Jahren gefallen. Da nimmt man sich die Zeit für einen Rückblick, schaut nach vorn und fragt sich: Was kann noch kommen?“ Viele Gedanken hatte sie sich zu diesem Zeitpunkt schon gemacht, viel mit ihrem Umfeld darüber gesprochen.
„Geht nicht um Ideologien“
Dass das SPD-Mitglied nun als Einzelbewerberin antritt, ist laut Simone Rühl-Pfeiffer zwei Aspekten geschuldet. Zum einen dem etwas erzwungenen: Eine Bewerbung als SPD-Kandidatin hätte eines parteiinternen Prozederes bedurft, für das im Grunde nicht mehr genug Zeit war. Darüber aber ist Rühl-Pfeiffer gar nicht so gram, denn da ist noch der zweite Punkt, der ihr schon im Vorfeld durch den Kopf gegangen sei: „Ich will ja für alle Bürger wählbar sein“, sagt sie. Ohnehin gehe es bei einer Personenwahl „um Ziele und Visionen von Menschen, nicht um Ideologien von Parteien“.
In den Wahlkampf, in dem sie Unterstützung von SPD und Grünen erfährt, ist die Einselthumer Ortsbürgermeisterin bereits voll eingestiegen. „Ich will alle Haushalte in der VG besuchen“, hat sie sich als ambitioniertes Ziel gesetzt. Rund zweieinhalb Wochen vor der Wahl hat sie bereits weit mehr als die Hälfte geschafft. Der Dialog mit den Menschen, das betont Simone Rühl-Pfeiffer immer wieder, ist ihr wichtig. „Bei den Haustürbesuchen nehme ich sehr viele Themen wahr“, berichtet sie.
Bürgerbus für VG-Göllheim?
Kita- und Schulbetreuung etwa, das bewege viele Menschen. Da würde sie gerne Impulse liefern für eine bessere Vernetzung der Institutionen untereinander. Wenngleich sie das Modell aus dem Nordpfälzer Land, bei dem sieben „Glückskinder-Kitas“ in Trägerschaft der VG stehen, als interessanten Ansatz bezeichnet, sieht sie die Kitas – auch aus der Erfahrung als Ortsbürgermeisterin heraus – bei den Ortsgemeinden gut aufgehoben. Daher drehen sich ihre Gedankenspiele zunächst einmal ausschließlich um Kooperationen.
Mobilität sei ein weiterer Aspekt, der vielfach angesprochen werde. Der Bürgerbus, durch die geplante Einführung in den Verbandsgemeinden Kirchheimbolanden und Nordpfälzer Land in aller Munde, sei sicherlich auch für die VG Göllheim eine Überlegung wert. „Die Menschen leben hier sehr gerne, aber mit dem Alter wird es schwieriger“, sagt Rühl-Pfeiffer.
Wirtschaftsforen für die VG
Dass es sich in der Region gut leben lässt, das sieht auch die Einselthumerin so. Das Zeller Denkmal – an guten Tagen mit Ausblick bis in die Rheinebene – ist einer ihrer Lieblingsorte in der VG, auch im Wald rund um Göllheim ist die passionierte Fahrradfahrerin viel unterwegs. „Zugegeben: mit dem E-Bike“, sagt sie – eine weitere Parallele zu Amtsinhaber Steffen Antweiler, neben der Tatsache, dass beide Kandidaten aus der Verwaltung kommen und zudem Dorfoberhaupt sind.
In ihrem Ort, in Einselthum will Simone Rühl-Pfeiffer auch im Falle ihrer Wahl zur Bürgermeisterin weiterhin Ortschefin bleiben. „Hier schlägt mein Herz“, sagt sie: Ob sie Kraft tankt bei ihrer Familie oder mit Hund Carlos im und rund ums Dorf spazieren geht. Auch beim Gassigehen mit dem kleinen Mischling trifft sie zur Zeit immer wieder Menschen, die mit ihr über ihre Kandidatur reden wollen. Dann steht sie bereit, denn Austausch und Kommunikation, das sind ihre Themen, wie sie unterstreicht. Deshalb schweben ihr auch Veranstaltungen wie ein Tag der Vereine oder regelmäßige Wirtschaftsforen für die Verbandsgemeinde vor. Ihre Chancen auf einen Wahlerfolg? „Das Rennen ist völlig offen“, schätzt Rühl-Pfeiffer, „ich bin angetreten, um zu gewinnen.“