Göllheim
Energie, Gewerbe und Tourismus stehen dieses Jahr in der VG Göllheim im Vordergund
Was ist geplant in Sachen Energie?
Energie nennt Bürgermeister Steffen Antweiler „ein gesamtgesellschaftliches Thema“; speziell in der Verbandsgemeinde Göllheim geht es in diesem Zusammenhang um die bevorstehende Fortschreibung des Flächennutzungsplans und da des Teilplans Erneuerbare Energien. „Hier wird der Schwerpunkt auf Photovoltaik liegen, da die Möglichkeiten für Windenergie in der VG weitestgehend ausgereizt sind, viel Potenzial ist da nicht mehr vorhanden“, so Antweiler. Bereits im vergangenen Jahr hat der VG-Rat ein Planungsbüro mit dem Erstellen eines Kriterienkatalogs beauftragt. In erster Linie wird untersucht, an welchen Standorten Photovoltaikanlagen denkbar, möglich und zulässig sind.
Wie soll die Gewerbeansiedlung gestaltet werden?
Zum Thema Gewerbe lautet das Stichwort „zentraler Gewerbestandort“: Bereits vor einiger Zeit hat der VG-Rat mit Zustimmung der Ortsgemeinden beschlossen, dass künftige Gewerbeansiedlungen in der Ortsgemeinde Göllheim konzentriert werden sollen. Der dortige Gewerbepark wird deshalb ausgeweitet. Die Gründe liegen laut Antweiler auf der Hand: „Göllheim liegt zentral und ist infrastrukturell am besten angebunden. Vor allem aber hat die Gemeinde eine Funktion als Grundzentrum.“ Der Begriff stammt aus der Raumordnung und Wirtschaftsgeographie. Um als Grundzentrum zu gelten, muss eine Gemeinde bestimmte Einrichtungen wie Verwaltung, Finanzdienstleistungen, weiterführende Schulen, Arztpraxen und Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten und Sportanlagen haben. „Die Bündelung der Kräfte in Göllheim ist sinnvoller als das Verzetteln an mehreren Standorten“, sagt Antweiler. Seine Aufgabe sieht er nun darin, eine Lösung zu finden, wie die anderen Ortsgemeinden trotzdem daran teilhaben können, auch finanziell, denn wo keine Gewerbe angesiedelt werden, fehlen auch die entsprechenden Steuereinnahmen. „Lösungsmodelle existieren bereits, ein Beispiel wäre hier die Form einer Gesellschaft. Wir müssen uns nun für eine dieser Lösungen entscheiden.“
Wie geht es weiter beim Thema Tourismus?
„Das Motto lautet: Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sagt Antweiler. Nach der Pandemie habe die Wertigkeit der Naherholung eine andere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit gefunden. „Jetzt besteht die Chance, unsere Region touristisch zu entwickeln. Wir brauchen Wohnmobilstellplätze, Gastrobetriebe, vor allem aber Beherbergungsbetriebe. Das können wir nicht selbst machen, aber wir können Interesse bei potenziellen Betreibern und Investoren wecken, darauf wollen wir uns konzentrieren.“
Gibt es neue Bauvorhaben?
Von den Bauprojekten, mit denen die VG lange beschäftigt war, konnten im vergangenen Jahr einige abgeschlossen werden. Antweiler nennt vor allem die in der Planungsphase noch „Re(b)fugium“, jetzt aber „Zellers“ genannte Weinlounge in Albisheim, für die die VG die Weichen gestellt hatte, und die Maßnahmen an der Zellertalschule, namentlich den Verbindungsgang zwischen zwei Gebäudeteilen und die Sanierung des Sportgeländes. „Jetzt muss nur noch der Boden der Turnhalle aufgearbeitet werden“, so Antweiler. Mittlerweile bezugsfertig ist der Erweiterungsbau der Wasser- und Abwasserwerke in Göllheim. Dort hat jetzt die Betriebsgemeinschaft für die technische Wasserversorgung ihren Sitz, der neben Göllheim und Eisenberg zum Jahresbeginn auch die VG Winnweiler beigetreten ist. Was demnächst in Angriff genommen wird, ist die Sanierung des Bestandsgebäudes. Als weitere Baumaßnahme steht die Sanierung der Hans-Appel-Sporthalle auf dem Programm. „Wir haben eine tolle Ausstattung für den Sportbetrieb, aber die Halle ist halt in die Jahre gekommen“, sagt Antweiler. Unter anderem sollen die Lüftungsanlage und die Außenisolierung erneuert werden. Die kleine Halle wurde bereits grundsaniert, bei der großen wurden bisher nur die Lichtkuppeln erneuert. Bisher noch nichts geworden ist aus dem Coworking-Space, den die Verbandsgemeinde gerne im Haus Breunich einrichten würde. „Wir haben noch keine Finanzierungsmöglichkeit gefunden, aber für die Zukunft ist das sicher ein Vorhaben“, sagt Antweiler dazu.
Wie sieht es mit den Finanzen aus?
Auf diesem Gebiet hat der VG-Chef gute Nachrichten: „In der Jahresrechnung 2021 stehen 90.000 Euro Überschuss, und auch für 2022, da sind wir gerade bei der Abrechnung, erwarten wir ein Plus.“ Jeder VG-Haushalt seit 2016 sei ausgeglichen gewesen, betont Antweiler. Überdies hätten acht der 13 Ortsgemeinden 2021 ebenfalls Haushalte mit Überschuss vorgelegt. Die gute Haushaltssituation wirkt sich auch auf die Umlage aus, also die Summe, die die Ortsgemeinden an die VG zahlen müssen. „2019 hatten wir von 44 auf 42 Punkte gesenkt, 2022 dann auf 41“, so Antweiler. „Ein Umlagepunkt macht bei uns etwa 100.000 Euro aus, das bedeutet, dass insgesamt rund 300.000 Euro pro Jahr in den Kassen der Ortsgemeinden bleiben. Das passt zu unserem Bestreben, als VG so sparsam wie möglich zu wirtschaften, um die Ortsgemeinden nicht unnötig zu belasten.“ Auf diese Weise sei es gelungen, trotz der Investitionen die langfristige Verschuldung der VG von achteinhalb auf vier Millionen Euro zu senken und seit 2008 jährlich zwei Prozent zu tilgen. „Dadurch haben wir jetzt einen besseren finanziellen Handlungsspielraum.“