Landtagswahl
CDU-Kandidatin Andrea Schmitt: „Da sein, ansprechbar sein und anpacken“
Andrea Schmitt, 50 Jahre alt, startet zum zweiten Mal als CDU-Direktkandidatin für den Landtag. Die Kriminalhauptkommissarin beschreibt sich schlicht als „Macherin“. Aufgewachsen in Kerzenheim, ist sie dort seit 2019 auch Ortsbürgermeisterin. Neben ihrer Arbeit bei der Kripo Ludwigshafen, wo sie in einer Führungsfunktion unter anderem Sprengstoff und Waffendelikte, Todesfälle und Brände bearbeitet, engagiert sie sich ehrenamtlich: als aktive Feuerwehrfrau, Mitglied zahlreicher Vereine sowie als Mandatsträgerin im Verbandsgemeinderat Eisenberg und im Kreistag.
Ihr erster Wahlkampf 2021, bei dem es für den Einzug in den Landtag nicht reichte, fiel mitten in die Pandemie. Schmitt erinnert sich an die schwierigen Bedingungen: Sie war noch wenig bekannt, Veranstaltungen und Haustürbesuche waren kaum möglich. Das ist diesmal anders. „Ich habe an den Haustüren viele interessante Gespräche geführt. Die Leute honorieren es, wenn man zu ihnen kommt“, sagt sie und bringt gern ihre Meinungskarten und die Meinungsbox mit. Auf den Karten können die Bürger Fragen beantworten und die Zettel direkt in die Box stecken oder per WhatsApp oder E-Mail zurückschicken. Mit der sogenannten Klartextbank, die überall im Wahlkreis aufgestellt wird, lädt sie die Menschen ein, offen zu sprechen: „Ich habe nicht für jedes Problem eine Lösung, aber jeder, der sich zu mir setzt, bekommt eine ehrliche Antwort.“
Konservative Werte sind ihr wichtig
Politisch verortet sich Schmitt klar bei den konservativen und christlichen Werten der CDU: Respekt, Hilfsbereitschaft und der Stellenwert der Familie sind ihr wichtig. Die Partei stehe für Sicherheit und Wirtschaftskompetenz – Aspekte, die ihre berufliche Erfahrung prägen.
In ihrem Programm setzt Schmitt Schwerpunkte bei der inneren Sicherheit, der Stärkung des Ehrenamts und der Entbürokratisierung der Förderpolitik. Sie kritisiert „den Dschungel“ kleiner Förderprojekte und fordert für die Kommunen mehr Freiheit, selbst über den Einsatz von Mitteln zu entscheiden. Als 20 Jahre lang aktive Feuerwehrfrau, die im Brand-‑ und Katastrophenschutz-Ausschuss des Kreises sitzt, will sie sich einsetzen für die Ausstattung der Gerätehäuser, flächendeckende, stromunabhängige Sirenen und den besseren Schutz von Feuerwehr- und Rettungspersonal. Scharfe Kritik übt sie an der Entscheidung des Landes, die Kriminalpolizei aus dem Donnersbergkreis zurückzuziehen.
Als weitere wichtige Themen nennt Schmitt die Bildung: Grundschulen müssten so aufgestellt werden, dass Unterricht nicht ständig ausfalle, und ein verpflichtendes Kindergartenjahr sei wichtig, um Sprachmängel früh zu beheben und grundlegende Fertigkeiten zu vermitteln. Allerdings dürften die Kommunen mit diesen Aufgaben nicht alleingelassen werden. Außerdem fordert sie, den kommunalen Vollzugsdienst als eigenen Ausbildungsberuf zu etablieren, damit die Mitarbeiter überzeugender auftreten und schneller für Ordnung sorgen können.
„Ich weiß, wovon ich rede“
Ein weiteres Anliegen ist ihr der Erhalt von Vereinen und Brauchtum. Schmitt beobachtet, dass sich Menschen zwar engagieren wollten, aber bürokratische Hürden in den Weg gestellt bekämen. „Es kann doch nicht sein, dass unsere Kerweumzüge Auflagen bekommen wie ein Rosenmontagsumzug in Mainz“, nennt sie als Beispiel.
Auf der Landesliste steht Andrea Schmitt auf Platz 25 – das könnte für den Einzug in den Landtag reichen. Ihr Ehrgeiz gilt jedoch dem Direktmandat. Als Landtagsabgeordnete würde sie sich als Bindeglied zwischen kommunaler Praxis und Landespolitik sehen. „Als Ortsbürgermeisterin kenne ich schon die Probleme der Leute, als Abgeordnete könnte ich sie nach oben transportieren. Ich weiß bei vielen Themen, wovon ich rede.“ Das ist die Botschaft, mit der sie auf den Straßen des Donnersberger Landes wirbt: erreichbar sein, zuhören und pragmatisch anpacken.
Info
Wir stellen alle acht Direktkandidaten des Wahlkreises Donnersbergkreis im Porträt vor. Bereits erschienen sind: Jessica Albert (Die Linke) am 18. Februar, Christian Caspary (FDP) am 21. Februar, Lars Kairies (FWG) am 24. Februar, Damian Lohr (AfD) am 26. Februar und Jaqueline Rauschkolb (SPD) am 5. März.