Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Für eine erfolgreiche Zukunft: „Alles fängt mit Sprache an“

 „Diese Region ist bereits sehr lebenswert – aber es kann noch besser werden“: Christian Caspary.
»Diese Region ist bereits sehr lebenswert – aber es kann noch besser werden«: Christian Caspary.

Christian Caspary will für die FDP in den Landtag einziehen. Seine Themen: gute Bildung, starke Wirtschaft, schnelles Internet für alle, weniger Bürokratie – und Spielplätze.

Noch weht sowas wie ein Hauch von frischem (Politik-) Wind um Christian Caspary. Erst vor gut anderthalb Jahren wurde er FDP-Mitglied – weil sich der Kreisverband nach der Kommunalwahl 2024 mehr „Drive“ und „neue Impulse“ wünschte. Caspary ließ sich nicht zweimal bitten, bewegte sich damit bereits bei der Bundestagswahl vorsichtig auf politischem Parkett und steigt nun zur anstehenden Landtagswahl richtig in den Ring: Er möchte für den Donnersbergkreis nach Mainz – und dort im Parlament als Politik-Neuling nun selbst für frischen Wind sorgen.

Christian Caspary, 40 Jahre alt, Vater von zwei kleinen Kindern, IT- und Cybersecurity-Spezialist, stammt ursprünglich aus Karlsruhe, lebte längere Zeit in Hannover und nun seit 2019 wieder in Winnweiler – wie schon von 2014 bis 2016. Seine Ehefrau arbeitet dort als Apothekerin, er selbst ist in einem großen Konzern in Frankfurt tätig, spielt Golf und verbringt die wenige Freizeit, die er hat am liebsten mit seiner Familie. Der Donnersbergkreis ist für ihn eine „sehr lebenswerte Region“ mit „Kultur, Festen und Kerwen“. Doch zum Leben gehört eben ein bisschen mehr als feiern, weiß Caspary. Im Landtag möchte er daher die Interessen des Donnersbergkreises stärken; sie seien für ihn „Spiegelbild der Herausforderungen im ländlichen Raum“.

„Viel Potenzial“ will entdeckt werden

Casparys Haltung ist von klassischen liberalen Werten wie Freiheit, Eigenverantwortlichkeit, Weltoffenheit geprägt; seine politische Schwerpunktliste liest sich wie die typische FDP-Agenda: Wirtschaftsförderung, Digitalisierung, Bürokratieabbau, Bildung. Letzteres ist dem 40-Jährigen eine Herzensangelegenheit. Seit Jahren engagiert sich Caspary ehrenamtlich im Kreiselternausschuss sowie im Förderverein und Elternbeirat der Kita. Als Hauptproblem hat er dabei „mangelnde Deutschkenntnisse in Grundschulen“ ausgemacht. Damit seien die Startchancen in die Zukunft nicht für alle gleich – aber „mit Sprache fängt alles an“. Deshalb dürfe kein Kind zurückgelassen werden, sondern müsse im Vorschulalter Deutsch lernen. „Sonst beginnt dort bereits die Benachteiligung fürs spätere, erfolgreiche Berufsleben.“

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Das führt den FDP-Mann zu seinem zweiten Lieblingsthema: „Wir brauchen mehr starke, zukunftsfähige Unternehmen im Kreis“, fordert Caspary. Dafür müssten zum Beispiel die brachliegenden Altindustrieflächen in der Nähe der Autobahnen genutzt und Gewerbesteuersätze gesenkt werden. Für die Ansiedlung von Firmen brauche es zudem eine bessere Verkehrsanbindung und einen umfassenden Glasfaserausbau. „Wir benötigen flächendeckendes, schnelles Internet auch in den abgelegensten Gemeinden, um generell wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Caspary. Das sei kein „Nice-to-have“, sondern unverzichtbar für ein modernes Arbeitsleben. Florierende Wirtschaft – gute Infrastruktur – bezahlbarer Wohnraum für Familien und Arbeitskräfte – funktionierendes Internet: Für eine lebenswerte Region hänge alles mit allem zusammen, findet Christian Caspary. Und der Donnersbergkreis, der habe in dieser Hinsicht „viel Potenzial“. Es will nur entdeckt und ausgeschöpft werden.

„Offen, engagiert, neugierig“

Beim Gespräch für das Wahlporträt trinkt Christian Caspary einen doppelten Espresso. Er spricht schnell, klar, glatt, sicher, ruhig, geradlinig. Man kann sich vorstellen, dass er in seinem Job vor Hunderten Menschen Reden hält, fokussiert und mit strikter Agenda, wie er seine Inhalte rüberbringen möchte. Selbst beschreibt sich der IT-Spezialist als „offen, engagiert und neugierig“ und führt dazu aus, was ihm wichtig ist: „Direkter Dialog mit Bürgern und offen für andere Sichtweisen, neugierig sein auf unbekannte Themenfelder und engagiert an der Basis, um Projekte konsequent umzusetzen.“ Die Hürden einer ausufernden Bürokratie würden das häufig erschweren bis unmöglich machen; das gehe schon bei Spielplätzen los, wenn sich eine Elterninitiative um neue Spielgeräte kümmern wolle. Der Familienvater hat das selbst in Winnweiler erlebt.

Für den 22. März wünscht sich Christian Caspary eine hohe Wahlbeteiligung, sie sei für ihn der „zentrale Schlüssel für die Legitimation des politischen Handelns“. Egal, ob man Neuling oder alter politischer Hase sei.

Info

In den nächsten Tagen und Wochen bis zur Wahl stellen wir alle acht Bewerber vor, die im Wahlkreis Donnersberg bei der Landtagswahl kandidieren. Bereits erschienen ist das Porträt von Jessica Albert (Die Linke) am 18. Februar 2026.

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