Landtagswahl 2026 RHEINPFALZ Plus Artikel AfD: Damian Lohr mit seinen Plänen für den ländlichen Raum

Damian Lohr, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im Landtag und Spitzenkandidat für den Donnersbergkreis, trat schon 2013
Damian Lohr, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im Landtag und Spitzenkandidat für den Donnersbergkreis, trat schon 2013 der AfD bei – in der Woche seines Abiballs.

Vom Erhalt wohnortnaher Kliniken über Förderungen für junge Ärzte bis zu weniger Auflagen für Unternehmen: Damian Lohr ist im Donnersbergkreis aufgewachsen.

Kaffee trinkt er nicht, nie. Stattdessen bestellt er sich einen Ingwertee – der soll auch gegen die Halsschmerzen helfen, die ihn gerade plagen. Krank werden kann er sich nicht erlauben, es ist stressig zurzeit. Plenarwoche und Wahlkampf, der Ingwertee muss es richten. Ansonsten schaut Damian Lohr (32) entspannt in Richtung Landtagswahlen. Die Prognosen für die Alternative für Deutschland (AfD) sehen vielversprechend aus und im Landtag kennt er sich aus: Lohr ist seit 2016 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags.

Damian Lohr hat seine Kindheit und Jugend im Donnersbergkreis verbracht, in Marnheim und Kriegsfeld. Langfristig möchte er wieder in den Kreis ziehen, für den er jetzt als Direktkandidat antritt. Für Lohr ist diese Verwurzelung ein zentrales Argument im Wahlkampf: Er kenne die Orte, die Menschen und die spezifischen Probleme der ländlichen Struktur. Schon früh interessierte sich Lohr für Politik, obwohl er nicht aus einer politisch geprägten Familie kommt. Zu seinem Vater hatte er keinen Kontakt mehr, seit er 16 Jahre alt ist; er wuchs gemeinsam mit seiner älteren Schwester bei seiner Mutter auf. 2013, in der Woche seines Abiballs, trat er der AfD bei. Als Schüler war er in der Theater-AG am Gymnasium Weierhof in Bolanden, organisierte Abibälle und Abi-Partys, unterstützte Benefizaktionen und beteiligte sich am Projekt „Sozial engagierte Jungs“.

Die Verwaltung verschlanken

Für den Kreis sieht Damian Lohr drei zentrale Probleme, die er ändern möchte: Die Gesundheitsversorgung sichern – durch gezielte Förderungen für junge Ärzte im ländlichen Raum und den Erhalt wohnortnaher Kliniken. Die Schließung und Verlagerung des Krankenhausstandorts Rockenhausen bewertet er skeptisch. Zudem möchte er die Verwaltung verschlanken, Bürokratie abbauen, die Digitalisierung vorantreiben und eine Konzentration des Beamtentums auf Kernbereiche wie Polizei und Justiz. Ministerien könnten zusammengelegt werden, um Synergien zu schaffen und Kosten zu sparen. Als dritten Punkt strebt er an, die lokale Wirtschaft zu stärken – mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen, Technologiefreiheit bei Energieträgern und weniger Auflagen.

Damian Lohr, der seine Kindheit in Marnheim und Kriegsfeld verbrachte, bei einer Wahlveranstaltung in Rockenhausen.
Damian Lohr, der seine Kindheit in Marnheim und Kriegsfeld verbrachte, bei einer Wahlveranstaltung in Rockenhausen.

Auch auf die Frage, wie das finanziert werden soll, hat er eine Antwort: „Das können Sie sich jetzt vorstellen, was ein AfD-ler an dieser Stelle sagt: unter anderem natürlich durch eine veränderte Migrationspolitik. Sie ist nicht für alles verantwortlich, aber sie verschärft Probleme. Stichwort Wohnungsmangel und überforderte Jugendämter“, sagt Lohr.

Die Bürger sollen mehr entscheiden

Grundsätzlich wünscht er sich mehr Entscheidungsfreiheit für die Bürger, auch bei Themen, wie dem Bau von Windkraftanlagen. „Ich bin da völlig schmerzfrei: Wenn eine Gemeinde mehrheitlich sagt, wir wollen das Windrad, dann sollen sie es haben. Aber ebenso muss der Wille akzeptiert werden, wenn die Bevölkerung ein Windrad ablehnt. Letztlich sollte der Wählerwille entscheiden“, sagt er.

Entspannt sieht er Bemühungen, die AfD verbieten zu wollen: „Ein Verbot ist absurd. Man will sich der politischen Konkurrenz entledigen“, sagt er. „Das wäre das Ende der Demokratie in Deutschland.“ Seit Mai 2025 stuft das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD auf Bundesebene als gesichert rechtsextrem ein.

Mitgliedschaft in Burschenschaft

Damian Lohr ist Mitglied der Burschenschaft „Germania Halle zu Mainz“, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der Grund: Die Burschenschaft pflegt Kontakte zu rechtsextremistischen Kreisen. „Der Verfassungsschutz ist eine Parteibuchbehörde, die fernab jeglicher objektiver Maßstäbe agiert. Die Burschenschaft ist eine demokratische Institution, von der viele Parteien noch einiges lernen können“, sagt Lohr dazu.

Auch Damian Lohr lebt nicht rund um die Uhr als Politiker, er braucht einen Ausgleich. Den findet er in der Musik und als Dauerkartenbesitzer im Fritz-Walter-Stadion. Viele Jahre sang er in einem Musical-Verein und wenn ihn jemand bucht, dann singt er auch auf Hochzeiten – meist Lieder von Frank Sinatra und Elvis Presley .

Info

In den kommenden Wochen stellen wir alle acht Direktkandidaten aus dem Donnersbergkreis zur Landtagswahl vor. Bereits erschienen sind: Jessica Albert (Die Linke) am 18. Februar, Christian Caspary (FDP) am 21. Februar, Lars Kairies (FWG) am 24. Februar.

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