Verkehr RHEINPFALZ Plus Artikel Brücken- und Tunnelsperrungen: Wie man jetzt noch mit dem Auto  über den Rhein kommt

Der Stand der Dinge auf der Saliebrücke bei Speyer im April.
Der Stand der Dinge auf der Saliebrücke bei Speyer im April.

Die Hochstraße Süd ist abgerissen, die Salierbrücke (noch) baubedingt gesperrt, und jetzt ist auch noch der Fahrlach-Tunnel in Mannheim auf unbestimmte Zeit gesperrt. Dem Autoverkehr zwischen Vorderpfalz und den rechtsrheinischen Gebieten wird es derzeit nicht leicht gemacht. Zwei Autobahnen samt ihren Rheinbrücken funktionieren noch – fragt sich nur, wie lange.

Seit Dienstag ist der Fahrlach-Tunnel in Mannheim gesperrt – wegen schwerer Probleme mit dem Brandschutz. Der Tunnel befindet sich zwar auf Mannheimer Stadtgebiet, ist aber ein Nadelöhr insbesondere für Pfälzer, die mit dem Auto von Ludwigshafen in Richtung Heidelberg fahren wollen – oder auch nur in den Mannheimer Süden, wo sich die SAP-Arena und das Maimarktgelände befinden. Wie lange diese Röhre zu bleiben muss, weiß niemand so genau. Eine gründliche Sanierung, teilte die Stadt Mannheim am Dienstag mit, kann gut und gerne Jahre dauern. Sinnvolle Umleitungen gibt es kaum. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) empfahl Autofahrern, die Stadt weiträumig zu umfahren.

Serie von Problemen

Auch wenn das große Verkehrschaos am ersten Tag nach der Sperrung ausblieb, was möglicherweise an den Ferien liegt: Der Tunnel reiht sich ein in eine ganze Serie von Verkehrsproblemen, die es schwer machen, zügig von der Vorderpfalz nach Hessen oder Baden zu kommen.

An dieser Stelle finden Sie Kartenmaterial von Google Maps.

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Am einfachsten ist es noch im Norden, wo die A6 seit dem Ende der Bauarbeiten zwischen dem Anschluss Kreuz Ludwigshafen-Nord und Kreuz Frankenthal seit Oktober vergangenen Jahres wieder frei ist, und im Süden bei Speyer, wo auf der Rheinbrücke der A61 freie Fahrt herrscht – noch. Denn die A61 soll eigentlich schon seit Jahren auf den 31 Kilometern zwischen Frankenthal und Speyer sechsspurig ausgebaut werden. Schlagzeilen hatte das Projekt zuletzt 2019 wegen der immens gestiegenen Kosten gemacht: 1,4 Milliarden statt der ursprünglich veranschlagten 800 Millionen Euro. Ein Baubeginn war – trotz einer längst bestehenden Freigabe – nicht in Sicht. Vor wenigen Wochen wurden dann Sondierungen des Baugrunds angekündigt, mit denen der Ausbau selbst vorbereitet werden soll. Mittlerweile gibt es einen Zeitraum, in dem diese Arbeiten stattfinden sollen: von Donnerstag bis Mitte September. Die Arbeiten zwischen der Rheinbrücke Speyer und dem Kreuz Mutterstadt in Richtung Koblenz sollen laut der Ankündigung der für den Ausbau zuständigen Projektmanagement-Gesellschaft Gedes am 5. August beginnen, die zwischen dem Kreuz Mutterstadt und Schifferstadt Richtung Karlsruhe am 16. August. Dabei könne es vorkommen, dass der Standstreifen gesperrt und die Fahrbahnen verengt werden müssten. Einen Termin für den Start des Mammutprojekts selbst gibt es allerdings immer noch nicht.

A61 soll nicht komplett gesperrt werden

Auch wenn an der A61 gebaut werden wird, wird sie wohl befahrbar bleiben – anders als die beiden Verkehrs-Nadelöhre, die in den vergangenen beiden Jahren in Ludwigshafen und Mannheim weggefallen sind, die Hochstraße Süd in Ludwigshafen und jetzt eben der Mannheimer Fahrlach-Tunnel. In Ludwigshafen wurde im August 2019 die Hochstraße Süd, der direkte Zubringer für den Verkehr aus der Vorderpfalz zur Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim, wegen Baufälligkeit gesperrt. Ein Schock für den regionalen Autoverkehr, wenn auch nicht ganz unerwartet; die Probleme des Prestige-Bauwerks aus den späten 1950-ern waren bekannt. Umgeleitet wird nun teilweise durch die Stadt, teilweise über die Hochstraße Nord und deren Anschluss an die Kurt-Schumacher-Brücke nach Mannheim. Auch die Hochstraße Nord ist nicht mehr die frischeste, die Schäden an ihr gelten als irreparabel. Sobald ihr mittlerweile abgerissenes südliches Pendant wiedererrichtet ist – den Plänen nach 2025 oder 2026 –, soll sie ebenfalls abgerissen und durch eine ebenerdige Stadtstraße ersetzt werden. Bis dahin muss sie allerdings halten, sonst droht der Region der endgültige Auto-Verkehrsinfarkt.

Fähren keine wirkliche Alternative

Südlich von Mannheim und Ludwigshafen bieten sich drei Fähren zur Rheinquerung an: Die Altriper Fähre, die Kollerfähre und die Speyerer Fähre. Fähren sind allerdings keine Autobahnen, bei Hochwasser fahren sie gar nicht – eine ernsthafte Alternative stellen sie nur für Leute dar, deren Start- oder Zielpunkt in der Umgebung der Fähre liegt. Dennoch dürfte sich in den vergangenen Monaten der eine oder andere Autofahrer aus Speyer und Umgebung auf den Weg zum Anleger gemacht haben, denn auch hier fehlt derzeit eine Brücke: Die Salierbrücke, über die die B39 von Speyer nach Hockenheim, Walldorf und zur A6 führt, wird seit Januar 2019 saniert. Schadstofffunde und Abweichungen zwischen Bauplänen und Realität ließen es zwischendurch so aussehen, als zögen sich die Arbeiten bis Frühjahr 2022 hin; mittlerweile versichert aber das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe, dass die Brücke bis Ende diesen Jahres wieder voll nutzbar sein soll.

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