Spanien RHEINPFALZ Plus Artikel Merkels Flugzeug: „Konrad Adenauer“ auf dem Schrottplatz

Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel verlässt am 1. Mai 2014 in Washington den Luftwaffen-Airbus 340 „Konrad Adenauer“.
Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel verlässt am 1. Mai 2014 in Washington den Luftwaffen-Airbus 340 »Konrad Adenauer«.

Der Regierungsflieger der ehemaligen Bundeskanzlerin wird in der spanischen Provinz zerlegt. Bereits 2023 wurde die Maschine ausgemustert.

Im Herzen Spaniens, auf dem Flughafen von Teruel, geht ein Stück deutscher Geschichte zu Ende: Der AirbusKonrad Adenauer“, jahrelang das offizielle Flugzeug von Bundeskanzlerin Angela Merkel, steht hier vor seiner letzten Bestimmung: der Verschrottung. Der A 340-300 wird in Europas größtem Flugzeugfriedhof zerlegt. Die Einzelteile werden dann recycelt und dem Rohstoffmarkt zugeführt.

Die „Konrad Adenauer“, benannt nach dem ersten Bundeskanzler, stand seit 2011 im Dienst der Regierung. Mit einer Länge von 64 Metern und einer Kapazität von 143 Passagieren war der Airbus das Flaggschiff der Flugbereitschaft – eine fliegende Kommandozentrale, ausgestattet mit Privatbereich samt Schlafzimmer und Dusche. Zudem gab es einen Konferenzraum sowie Business- und Economy-Sitzreihen für die begleitende Delegation.

Das vierstrahlige Flugzeug war 1999 gebaut worden und flog zunächst für die Lufthansa. Später wurde es von der Bundesregierung erworben und für Merkels Dienstreisen umgebaut. Dank einer Reichweite von mehr als 15.000 Kilometern und einer Reisegeschwindigkeit von Tempo 890 konnten fast alle wichtigen Ziele auf dem Globus nonstop erreicht werden.

Am dünnsten besiedelte Gegend Spaniens

Mit Merkels Abschied als Kanzlerin Ende 2021 begann auch das Ende der „Konrad Adenauer“. Zunächst nutzten noch Merkels Nachfolger Olaf Scholz und seine Kabinettsmitglieder den damals schon mehr als 20 Jahre alten Airbus. Doch nach einer Reihe technischer Pannen wurde das Flugzeug Ende 2023 außer Dienst gestellt. Inzwischen trägt eine neue Maschine vom Typ A 350 den Namen „Konrad Adenauer“.

Der Flughafen Teruel liegt abgelegen im westlichen Spanien. Die gleichnamige Provinz gehört zu den am dünnsten besiedelten Gegenden des Landes. Auf dem Flughafen mit seiner nahezu 3000 Meter langen Start- und Landepiste kommen entsprechend auch keine kommerziellen Flüge an. Er hat sich auf die Wartung und Demontage von Verkehrsmaschinen spezialisiert . Auch während der Corona-Pandemie spielte der Airport eine wichtige Rolle: Wegen der Einschränkung im Luftverkehr parkten damals Hunderte Jets monatelang in Teruel.

Auf Instandhaltung und Recycling von Flugzeugen spezialisiert

Der Airport, der von der 37.000-Einwohner-Stadt Teruel und der Regierung der Region Aragonien betrieben wird, ist der größte Arbeitgeber in dem strukturschwachen Gebiet. Immer mehr Unternehmen der Luftfahrtindustrie siedeln sich hier an. Einer der wichtigsten Konzerne ist Tarmac Aragón, der sich auf Instandhaltung und Recycling von Flugzeugen spezialisiert hat.

Nun geht also bei Tarmac Aragón die betagte „Konrad Adenauer“ auf ihre letzte Reise. Der Merkel-Airbus wartet schon seit einigen Monaten auf seine Demontage, die mehrere Monate dauern wird. „Es ist uns gelungen, den Airport zur größten Infrastruktur für Recycling, Wartung, Parken und Lackierung von Flugzeugen in ganz Europa zu entwickeln“, erklärt ein Flughafensprecher.

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