Grünstadt / Wattenheim
Kein Grund zur Freude: A6-Baustelle feiert bald Geburtstag
Die Autobahn 6 ist so etwas wie die Lebensader der Pfalz. Sie durchquert den Landstrich in voller Breite. Wer vom Rhein gen Westen will oder aus den Pfälzer Bergen in die Vorderpfalz, ist darauf angewiesen, dass es auf der A6 rollt.
Es wurde Herbst, es wurde Winter, es wurde Frühling
Doch derzeit bremsen mal wieder kilometerlange Großbaustellen den Verkehr aus. Vor und hinter Kaiserslautern seit Jahren ein gewohntes Erlebnis. Hinzu kamen im Mai 2022 exakt 3,2 Kilometer zwischen Grünstadt und Wattenheim. Straßenbauarbeiter machten sich damals frisch ans Werk. Die Aufgabe: die Fahrspur in Richtung Saarbrücken „grundhaft erneuern“. Dafür wurde der Verkehr auf vier engen Spuren auf der Richtungsfahrbahn Mannheim an der Baustelle vorbeigeführt. Ein halbes Jahr sollte der Spaß dauern. Es wurde Herbst und es wurde Winter – und die Baustelle war immer noch da.
Überholen auf gut Glück
Durch Schnee und Salz lösten sich die gelben Hilfsmarkierungen. Wer überholte, tat das auf gut Glück. Im Februar berichtete diese Zeitung darüber. Umgehend versprach die Autobahn GmbH: „Geeignete Witterung vorausgesetzt, wird die Markierung an diesem Wochenende erneuert.“
Gemeint war das letzte Februarwochenende. Doch die Markierung wurde nicht erneuert. Auch am ersten Märzwochenende nicht, am zweiten nicht und am dritten ebenfalls nicht. Dafür zog am 20. März der Frühling ins Land. Es wurde wärmer und trockener, markiert wurde trotzdem nicht und die Baustelle immer noch nicht fertig. Vor ein paar Tagen dann das kleine Wunder: Die Richtungsfahrbahn Saarbrücken ist auf zwei Spuren wieder frei. Noch fehlen die Mittelleitplanken. Wenn die montiert sind, dürfte der Verkehr in Richtung Mannheim, der noch auf Tempo 60 gedrosselt wird, wieder baustellenfrei rollen. Vielleicht schafft die Autobahn GmbH das ja bis zum ersten Geburtstag der Baustelle, der im Mai ansteht.
Bei Waldmohr fehlt auch noch Farbe
Ganz im Westen der Pfalz hapert’s auch mit der Markierung. Dort müssen Autofahrer ahnen, wo genau sie die Autobahn an der Abfahrt Waldmohr verlassen können. Am 17. Februar versprach die Autobahn GmbH auf Anfrage dieser Zeitung, die Arbeit werde erledigt, sobald „die Wetterlage es zulässt“. Zwei Monate sind seither ins Land gegangen. Die Pfalz lag in dieser Zeit weder ständig unter Eis noch regnete es durchgehend. Die Autobahn GmbH hätte die paar Striche also aufmalen lassen können. Sie wird es tun. Irgendwann. Ganz sicher.