Pirmasens
Frau erstochen? Ehemann äußert sich nicht zur Tat, große Anteilnahme in Pirmasens
Der Camper des Paares steht nach wie vor der Haustür. Von außen erinnert an dem Mehrfamilienhaus im Winzler Viertel nichts an das schlimme Ereignis, das sich hier kürzlich abgespielt hat. Ein Mann soll seine eigene Ehefrau in der heimischen Wohnung umgebracht haben. Nach allem, was dazu derzeit offiziell bekannt ist, hat der 43-Jährige seine 52-jährige Partnerin wohl erstochen. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer Tötungsabsicht. Nach dem Ergebnis des vorläufigen Obduktionsberichts verstarb die Frau den Angaben zufolge an Blutverlust. Ursache dafür waren mehrere Stichverletzungen.
Wie genau sich die Tat abgespielt hat, ist noch offen. Die Polizei hatte den Mann am Tattag vor Ort festgenommen. Er soll sich unweit der Wohnung hinter einem Baum versteckt haben, hatten Anwohner dieser Zeitung berichtet. Laut Staatsanwaltschaft sitzt der Beschuldigte seitdem in Untersuchungshaft. Mit den Ermittlern redet er demzufolge nicht. Er mache von seinem Schweigerecht Gebrauch, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern weiter an.
Große Anteilnahme in der Stadt
In Pirmasens sorgte das tödliche Ereignis vom 18. Mai für große Anteilnahme. Das Opfer war nicht nur im engen Umfeld der Wohnung bekannt. Weil sie als Kassiererin bei einem Supermarkt in der Stadt arbeitete, kennen viele Bürgerinnen und Bürger ihr Gesicht und teilweise auch ihren Namen. Die Betroffenheit an ihrem Arbeitsplatz ist groß. Der Marktleiter wollte sich aus Pietät dazu aber nicht weiter äußern. Als ihr gewaltsamer Tod bekannt wurde, verbreitete sich die traurige Nachricht vor allem via Facebook schnell.
Dabei tauchte unter anderem die Frage auf, ob es sich bei der Tat um einen sogenannten Femizid handelt. Unter diesem Fachbegriff versteht man, vereinfacht gesagt, die gezielte Tötung von Frauen und Mädchen, weil sie weiblich sind. Dabei geht es vor allem um Taten in engen sozialen Beziehungen. Meist sind die (Ex-)Partner die Täter. Ob das in diesem Fall so war, ist derzeit unklar. Es spricht zwar vieles dafür – unter anderem haben Anwohner berichtet, dass der Mann sehr eifersüchtig gewesen sei –, aber es gibt auch Argumente dagegen. So tauchten beispielsweise Aussagen auf, dass der mutmaßliche Täter eine psychische Erkrankung habe und deswegen auch schon in Behandlung gewesen sei. Auf Anfrage wollte die Staatsanwaltschaft dazu jedoch keine Aussage machen. Sie verwies vielmehr auf das frühe Stadium der Ermittlungen.
