Autobahn 6
Hochgefährlich: In der Baustelle Fahrspuren nicht mehr zu erkennen
Die Bauarbeiten zwischen den Anschlussstellen Grünstadt und Wattenheim sollten seit November abgeschlossen sein. Sie waren es aber nicht, und mittlerweile sind die gelben Streifen, die den Autofahrern den Weg durch die Baustellenführung weisen sollen, zum Großteil zerfetzt oder ganz verschwunden.
Laut Autobahn GmbH erstreckt sich die Baustelle über 3,2 Kilometer. Auf mehreren hundert Metern Länge ist sowohl in Fahrtrichtung Mannheim als auch in Fahrtrichtung Saarbrücken weder die gestrichelte Linie zwischen Normalspur und Überholspur vorhanden noch die durchgehende Linie, die den rechten Rand der Fahrbahn anzeigen soll.
Gelbe Fetzen in der Böschung und am Betonteiler
Stellenweise liegen gelbe Fetzen rechts in der Böschung oder am Betonteiler. Stellenweise sind die Markierungen so verrutscht, dass Autos und Motorräder im Zickzack fahren müssten, wenn sie der Streckenmarkierung exakt folgen würden. Dann gibt es wiederum Passagen, in denen abwechselnd jeder dritte Mittelstrich vorhanden ist, dann mal fünf nicht, dann ein paar Meter mal alle vorhanden sind, dafür fehlt dort dann der rechte Randstreifen.
Besonders gefährlich wird die Situation in den Bereichen zu Beginn und am Ende der Baustelle, wo der Verkehr von der Normalstrecke in die Baustellenführung schwenkt. Da die Markierung nicht eindeutig zu erkennen ist, geraten gerade Lastwagen leicht etwas zu weit auf die linke Spur, so dass das Überholen in der Verschwenkung riskant wird.
Markierung nicht erst seit gestern Flickwerk
Zwar wurde die Höchstgeschwindigkeit entlang der Baustelle von 80 auf 60 heruntergesetzt. Aber ob der Lastwagen nun bei 80 oder bei 60 seitlich zu nah kommt, ändert wenig an der Gefahr.
Die Markierung hat nicht erst in den letzten Tagen gelitten, sondern ist schon seit Monaten Flickwerk. Auf Anfrage teilte die Autobahn GmbH mit, dass sie sich im Laufe dieser Woche zu der Markierung äußern werde.
Abschluss der Bauarbeiten verzögert sich bis jetzt um ein Vierteljahr
Die Arbeiten an der A6 zwischen Grünstadt und Wattenheim begannen am 2. Mai 2022. Die Fahrspur in Richtung Saarbrücken wurde „grundhaft erneuert“. Ursprünglich sollte die Baustelle bis zum 1. Dezember 2022 verschwunden sein. Dann hieß es: bis Ende Januar, zuletzt „im März“. Die Autobahn GmbH bezifferte die Baukosten zu Beginn auf acht Millionen Euro, davon sollten 600.000 Euro auf die Verkehrssicherung entfallen.
Bei Waldmohr fehlen die weißen Streifen
Auch im Westen der Pfalz fehlen auf der Autobahn 6 Markierungen: an der unfallträchtigen Stelle zwischen der Raststätte Waldmohr und der Ausfahrt Waldmohr. Dort fehlen die durchgängigen Linien zwischen rechter Fahrspur und Standstreifen sowie zwischen Standstreifen und Bankett. Laut Autobahn GmbH wird die weiße Markierung angebracht, sobald „die Wetterlage es zulässt“. Zum Kommentar geht’s hier.
