Berlin Bund verteilt Millionen Schutzmasken gratis

Die Masken sollen in Apotheken ausgegeben werden.
Die Masken sollen in Apotheken ausgegeben werden.

Die Bundesregierung will mehr als 27 Millionen Menschen mit FFP2-Masken ausstatten. Die Ausgabe soll noch im Dezember starten. Derweil wird ein harter Lockdown nach Weihnachten immer wahrscheinlicher.

Angesichts einer neuen Rekordanzahl an Corona-Todesfällen rückt ein harter Lockdown nach Weihnachten näher. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb am Mittwoch eindringlich für weitreichende Schließungen um den Jahreswechsel, forderte aber auch kurzfristige Gegenmaßnahmen wie einen früheren Beginn der Schulferien vor den Festtagen. Im Gespräch ist nach wie vor ein baldiger Krisengipfel von Bund und Ländern, ein neuer Termin stand aber zunächst noch nicht fest.

„Wir müssen uns jetzt noch mal anstrengen“ und das „gemeinsam durchstehen“, drängte die Kanzlerin im Bundestag. In einer Phase bis zum 10. Januar sollten Geschäfte geschlossen werden, es sollten zudem die Schulferien verlängert oder auf Digitalunterricht umgestellt werden. Der Preis von 590 Corona-Toten innerhalb eines Tages sei nicht akzeptabel, sagte die Kanzlerin. Das Robert-Koch-Institut hatte am Mittwochmorgen diesen neuen Höchststand bei den Sterbefällen gemeldet.

Jeweils drei Masken kostenfrei

Die ab Januar erwarteten Impfungen gegen das Coronavirus nannte Merkel „einen Hoffnungsschimmer“. Sie warnte allerdings auch vor zu hohen Erwartungen: „Wir werden im ersten Quartal noch nicht so viele Impfungen durchführen können, dass wir eine signifikante Änderung der Situation in der Bevölkerung spüren können.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte derweil an, dass der Bund ab Mitte Dezember Menschen ab 60 und Angehörige anderer Risikogruppen mit ersten FFP2-Atemschutzmasken versorgt. Jeweils drei Stück werden demnach an jeden Berechtigten kostenfrei in der Apotheke abgegeben. Für das kommende Jahr sollen die Berechtigten dann zusätzlich zwei Coupons für je sechs Masken erhalten. 2,5 Milliarden Euro zahlt der Bund für die Maßnahme.

Spahn mahnt zur Vorsicht

Anspruch sollen in Deutschland wohnende über 60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Risikoschwangerschaften. Die Krankenkassen überprüfen ihre Daten und schicken dann die Coupons. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft. Bei Tests müssen sie mindestens 94 Prozent von Testaerosole herausgefiltert haben.

Spahn mahnte dennoch zur Vorsicht: „Auch FFP2-Masken bieten keinen 100-prozentigen Schutz für das Corona-Virus. Aber sie senken die Gefahr für eine Ansteckung erheblich.“ Nachdem immer mehr dieser Masken in Deutschland hergestellt würden, könne der Bedarf nun vor allem aus inländischer Produktion gedeckt werden.

So soll die Vergabe ablaufen

In einem ersten Schritt sollen sich Betroffene ab dem 15. Dezember drei kostenlose FFP2- oder N95-Masken in der Apotheke holen können. Dazu soll die Vorlage des Personalausweises ausreichen. Für die Zeit ab Neujahr sollen sie zwölf weitere Masken erhalten. Dafür sollen sie zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen zugeschickt bekommen. Diese sollen sie in zwei dabei genannten Zeiträumen in Apotheken einlösen können. Die Betroffenen sollen pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro zahlen. Der Wert einer Maske wird mit sechs Euro angegeben.

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