Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Bargeld am Automaten: Vor Verbrechern darf man nicht einknicken

Am Mittwoch wurde ein Geldautomat in Bubenhausen gesprengt.
Am Mittwoch wurde ein Geldautomat in Bubenhausen gesprengt.

Seit Jahren werden Geldautomaten in Südwestdeutschland gesprengt. Die Sparkasse reagiert zu spät. Und das zu Lasten der zahlenden Kunden, die ihre Bank vor Ort schätzen.

Ich bräuchte kein Bargeld. Von mir aus zahle ich nur noch mit Karte, Handy und Paypal. Ich bin auch kein Freund davon, in Diskussionen die oft genannte alte Oma, die sich mit dem neumodischen Kram nicht auskennt, als letztes Totschlagargument ins Feld zu führen. Aber viele wollen oder können einfach nicht aufs Bargeld verzichten. Nachdem Sparkasse und VR-Bank am Mittwoch angekündigt hatten, die Bargeldausgabe stark einzuschränken, brach ein Sturm der Entrüstung los. Verständlich und zurecht!

Offenbar war die Sparkasse selbst überrascht, denn schon am Freitag ruderte sie ein Stückchen zurück. Grund für die Entscheidung waren die beiden gesprengten Geldautomaten in Hornbach und in Bubenhausen in den letzten beiden Wochen. Die Banken möchten nun die Sicherheitsvorkehrungen verstärken. Da fragt man sich: Warum erst jetzt? Dass Automatensprenger auch in unserer Region am Werk sind, ist nichts Neues. Schon 2015 waren welche in Hornbach.

Vor nicht mal zwei Monaten wurden die Gebühren erhöht

Dass sie in Filialen Geld abheben können, gehört für viele Kunden zum wichtigsten Angebot ihrer Bank oder Sparkasse. Deshalb sind sie bei einem örtlichen Anbieter und nicht bei einer Internetbank. Dafür zahlen sie auch Gebühren. Die Sparkasse hat ihre gerade zum 1. März erhöht.

Hoffentlich finden die Geldinstitute bald Wege, die Sicherheit zu erhöhen und trotzdem für ihre Kunden wie gewohnt da sein zu können. Vor Verbrechern darf man nicht einknicken. Wenn Banden umherziehen und Geldautomaten sprengen, kann die Lösung nicht sein, einfach die Automaten abzuschaffen. Da muss es Wege geben, das geklaute Geld unbrauchbar zu machen oder die Filialen so auszustatten, dass den Tätern die Gefahr zu hoch ist, dass sie erwischt werden.

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