Was war, was kommt
Planen und Bauen für Schulen und Kitas
Michael Müller (SPD) wird keinen Neujahrsempfang ausrichten. Er wird bis auf Weiteres keine Jubilare mit Boro-Talern beschenken, außerdem steht der Neugeborenenempfang für junge Familien infrage. Und er selbst kommt nicht mehr an die 2400 Euro heran, mit denen er sonst Blumenpräsente oder Geschäftsessen bezahlen darf. All das wegen des unausgeglichenen Gemeindehaushalts für 2024. Der Gemeinderat hat den Plan Mitte Dezember zwar mehrheitlich gebilligt, sich aber geweigert, mittels Steuererhöhungen aus knallroten Zahlen blassschwarze zu machen. Jetzt liegt der Etat vermutlich bis Mitte Februar bei der Kommunalaufsicht, die ihn genehmigen oder ablehnen kann. Bis dahin darf die Gemeinde so manche gewohnte Ausgabe nicht tätigen.
Dennoch verspricht der hauptamtliche Bürgermeister den Bobenheim-Roxheimern sichtbare Zeichen der Weiterentwicklung. „Es wird jede Menge Spatenstiche und Baustarts geben“, sagt der 53-Jährige. Gerade sei der Baubeginn für den Umkleidetrakt der Sporthalle an der Rheinschule gefeiert worden, im Sommer soll es mit dem Anbau weitergehen, denn die Grundschule muss für den vierzügigen Betrieb vergrößert werden.
Die Pestalozzigrundschule werde für den Brandschutz baulich verändert, die Architektenpläne für den Bau einer Mensa hingegen sollen laut Ratsbeschluss noch mal überarbeitet werden. „Der Vorschlag des Büros erscheint dem Gremium als zu teuer“, sagt Müller. Was seit 2019 schon spruchreif ist und im zweiten Halbjahr endlich begonnen werden soll, ist die Sanierung und Erweiterung des Betriebshofs.
Imbissruine wird bald saniert
Zwei Bauprojekte haben nichts mit der Gemeinde zu tun, wegen ihrer Außenwirkung zählt Müller sie trotzdem mit: Der Rhein-Pfalz-Kreis will mit dem Neubau der Realschule plus beginnen, und der Eigentümer der heruntergekommenen Imbissimmobilie am nördlichen Ortsausgang scheint bald mit deren Sanierung loslegen zu wollen. „Nachdem Unrat und Wildwuchs entfernt, das Gebäude entkernt, Erd- und Böschungsarbeiten durchgeführt und eine schöne, neue Zaunanlage angebracht wurde, sollte der Umbau und die anschließende Inbetriebnahme nicht mehr lange auf sich warten lassen“, meint Müller. Ein Wormser will dort einen Autohandel betreiben.
Noch warten muss dagegen die Umsetzung des Masterplans für die Kindergartenlandschaft des knapp 10.200 Einwohner zählenden Orts. Warum? „Die katholische Pfarrei hat zusammen mit Speyer noch mal über dem jüngsten Plan gebrütet“, erzählt Müller. Statt dass die Kita St. Laurentius neu auf der Rathauswiese von der Kommune gebaut wird, so die Überlegung, könnte das die Kirchengemeinde selbst machen und durch die Nähe zu ihrer Kita Edith Stein Synergien nutzen. Die Vor- und Nachteile dieses Vorschlags würden jetzt von Profis geprüft.
Vielleicht nur ein Containerdorf
Sorge bereitet der Verwaltung seit Längerem die Frage, wie sie Wohnraum für zu erwartende Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge schaffen soll. Zum Jahresanfang hat der Bürgermeister Hinweise darauf bekommen, dass 2024 eventuell nicht mehrere Containerdörfer gebaut werden müssen, sondern nur eines an der Knieshalle. „Die aktuelle Prognose ist, dass dem Rhein-Pfalz-Kreis in diesem Jahr 800 Geflüchtete zugewiesen werden und dass wir wegen der Aufnahmekapazität im Wohnheim Pfalzring im Ranking der Kreisgemeinden von einem bislang hinteren Platz ins Mittelfeld rücken.“
Soll heißen: Bobenheim-Roxheim muss noch mit knapp 60 Zuweisungen rechnen, von denen 45 für das Containerdorf vorgesehen sind. „Die restlichen Personen bekommen wir dann noch anders untergebracht“, sagt Müller – mit dem Vorbehalt, dass sich die Prognose des Landkreises bewahrheitet. Was die Kündigung der Zweckvereinbarung mit dem Kreis betrifft, weil dieser die Kosten für die Security im Wohnheim nicht zahlen will, sagt Müller nach einem Besuch im Kreishaus am Montag nur so viel: „Es war ein gutes, zielführendes Gespräch.“
Nichts Neues bei Silbersee und Fluglärm
Drei prominente Themen gibt es, von denen man möglicherweise in diesem Jahr nichts Neues erfährt. Für den zweiten Versuch, am Silbersee-Badestrand und auf der Scharrau Baurecht zu erhalten, sind laut Müller wieder langwierige Vogelschutz-Untersuchungen notwendig, er rechnet in den nächsten zwei Jahren nicht mit Fortschritten. Der Antrag der Flugplatz GmbH Worms auf Enteignung der Gemeinde Bobenheim-Roxheim liegt in Neustadt bei der Behörde SGD Süd. Wann diese entscheidet, ob sie ein Verfahren zur Herausgabe von Grundstücken auf und an der Landebahn eröffnet, ist unklar. In Michael Müllers Wahrnehmung sind die Beschwerden über Fluglärm zurückgegangen. Was aber durchaus nur daran liegen kann, dass die belasteten Bürger im Moment keine Chance haben, mit ihren Klagen mehr als bisher zu bewirken.
Abwarten heißt es schließlich auch beim Baugebiet hinterm Littersheimer Weg. Der Grund ist simpel: Personalengpass in der Bauabteilung. Was das Problem betrifft hat Müller eine gute Nachricht zu verkünden: „In der nächsten Woche fängt unser neuer Klimaschutzmanager an.“
Der 2013 erstmals ins Amt gewählte Bürgermeister hat für sich persönlich einen festen Vorsatz gefasst, von dem die RHEINPFALZ sicher ist, dass er ihn umsetzt: mehr Bewegung. Denn es gibt einen neuen Hund im Hause Müller, eine Promenadenmischung namens Bilbo. Mit ihm will der Bürgermeister auf jeden Fall mehr spazierengehen. Labrador Hoss ist im vergangenen Jahr in den Hundehimmel gekommen, „und in der Zeit ohne Hund habe ich sechs Kilo zugenommen“, erzählt Müller. Ganz klar: „Die Kilos müssen weg.“