Bobenheim-Roxheim
Neuer Vorschlag für Kita-Masterplan
Auf dem im Frühjahr 2022 eingeschlagenen Kurs, das Kaiserslauterer Architektenbüro Hort und Hensel für Bobenheim-Roxheim eine zukunftsfähige Kindergartenlandschaft entwerfen zu lassen, ist die Gemeinde schon wieder einen Schritt vorangekommen. Zumindest auf dem Papier, denn die neue Idee muss am Donnerstag im Jugendausschuss, am 14. September im Bauausschuss und am 27. September im Gemeinderat besprochen werden.
In den Unterlagen zu den Sitzungen wird vorgeschlagen, diese Variante zu prüfen, und zwar was die Machbarkeit und die Kosten betrifft: Auf der Rathauswiese wird eine neue Kita gebaut, dafür wird der katholische Kindergarten St. Laurentius am jetzigen Standort aufgegeben, die evangelische Kita Regenbogen wird erweitert und die bislang integrative Kindertagesstätte der Gemeinde wird in der Breslauer Straße durch einen Neubau ersetzt und verliert zugunsten von mehr Betreuungsplätzen den integrativen Ansatz.
Synergien möglich
Wem das jetzt zu schnell ging, dem sei dieser, ein paar Jahre dauernde Ablauf empfohlen, wie ihn die Verwaltung und das Planungsbüro für die Ausschuss- und Ratsmitglieder in Absprache mit den Kita-Trägern entworfen haben. Demnach würde die Gemeinde auf ihre Kosten einen viergruppigen Kindergarten am Rathaus bauen und ihn der katholischen Kirchengemeinde übergeben. Denn die betreibt nebenan die Kita Edith Stein und könnte dann beachtliche Synergien nutzen, etwa bei der Verpflegung aus einer statt zwei Küchen. Das geht nämlich gut bei einem, nicht aber zwei oder mehr Trägern.
Bevor die Laurentiuskinder allerdings vom Raiffeisenring auf den Rathausplatz umziehen könnten, müsste das dortige neue Gebäude zunächst der Aufnahme der Kinder aus der Breslauer Straße dienen. Denn die dortige Kita würde abgerissen und für vier Gruppen neu gebaut. Nach Rückkehr der Kinder in diesen Neubau, der auch noch eine Gruppe aus der aktuellen provisorischen Container-Kita aufnimmt, bevölkern die Edith-Stein-Kinder die neue Rathaus-Kita, und zwar so lange, bis ihre Einrichtung im Pfalzring saniert ist. Erst danach siedeln die Laurentiuskinder zusammen mit einer weiteren Container-Gruppe an den neuen Standort um. Das Provisorium hätte dann seinen Dienst erfüllt und könnte abgebaut werden. Parallel zu diesen Vorgängen könnte die Kita Regenbogen renoviert und vergrößert werden. Am Ende gäbe es in Bobenheim-Roxheim dann die Anzahl an Betreuungsplätzen, für die der Bedarf festgestellt wurde.
Geländetausch sinnvoll
Im Raiffeisenring würde schließlich der Abriss beginnen und ein Geländetausch stattfinden: Die Katholiken bekommen das Rathausgrundstück, die Gemeinde das St.-Laurentius-Areal, dessen Verkauf eventuell helfen könnte, den ehrgeizigen Plan zu finanzieren.
Der jetzige Vorschlag sei der bislang teuerste, heißt es in den Sitzungsunterlagen, doch alle Beteiligten „sind sich darüber einig, dass diese Variante die zukunftsorientierteste Variante darstellt“, so die Verwaltung. Mit welchem Betrag genau die Kommune rechnen muss, ist noch völlig unklar.
Im Zusammenhang mit dieser neuen Arbeitsgrundlage soll im Jugendausschuss am Donnerstag ein Antrag der Grünen vom März behandelt werden. Die Fraktion wollte damals, dass für die Erstellung des Kita-Masterplans eine Arbeitsgruppe gebildet wird, in der auch Kita-Mitarbeiter und Eltern mitwirken, damit „pädagogische Aspekte ausreichend berücksichtigt werden“. Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält das angesichts der vielen Prozessbeteiligten für unnötig, denn das sei ja im Prinzip schon eine Arbeitsgruppe.
Termin
Sitzung des Jugend-, Sozial- und Kulturausschusses am Donnerstag, 7. September, um 18 Uhr im Ratssaal. Weitere Tagesordnungspunkte betreffen die Jugendsozialarbeit der Gemeinde und die Nutzung der Bürgermeister-Wolfgang-Fügen-Anlage. Für beides haben Fraktionen die Erstellung von Konzepten beantragt.