Auf ein Wort am Lieblingsort RHEINPFALZ Plus Artikel Bernd Lupberger ist Beigeordneter auf Verbands- und Ortsgemeindeebene

Bernd Lupberger an seinem Lieblingsplatz: dem Flößerbrunnen. Er bedauert, dass kein Wasser drin sprudelt und zusätzlich an heiße
Bernd Lupberger an seinem Lieblingsplatz: dem Flößerbrunnen. Er bedauert, dass kein Wasser drin sprudelt und zusätzlich an heißen Tagen etwas Kühlung verschafft.

Bernd Lupberger ist irgendwie die logische Lösung für den Auftakt einer Serie über Beigeordnete im Kreis. Er ist Zweiter Beigeordneter der Verbandsgemeinde Maxdorf und Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Maxdorf. An seinem Lieblingsplatz ist es ruhig. In einem bestimmten Bereich etwas zu ruhig. Aber vielleicht kann er das ja ändern.

Eigentlich hatte sich Bernd Lupberger schon einen Lieblingsplatz für den Text zu dieser Serie ausgesucht. Der lag auch irgendwie nahe. Denn Lupberger wohnt mit seiner Frau am Rand des Heidewalds. Es ist nur ein Katzensprung unter bei Hitze schützende Blätterdächer. Doch an der Haustür gibt’s eine kurzfristige Planänderung. „Ich habe mir was anderes ausgesucht“, sagt der 66-Jährige und lächelt.

Okay, Wald wäre bei über 30 Grad super gewesen, aber es geht ja nicht um den Journalisten. Also gibt’s einen kleinen Spaziergang mit Bernd Lupberger. Einen ganz kleinen. In die andere Richtung, weg vom Wald. Und hin zum Bewegungspark am Flößerbrunnen. Verschiedene Geräte stehen dort, an und mit denen sich Jung und Alt fit halten können. Auch Bernd Lupberger nutzt sie ab und zu, wie er sagt. Aber eigentlich fährt er lieber Fahrrad, meint er und grinst.

In der Nähe des Brunnens sind ein paar Bänke, zum Teil im Schatten. Bernd Lupberger schaut kurz und erspäht eine Bank unter Bäumen. Abkühlung gibt’s also auch hier. Doch leider nicht durch den Brunnen. Der Flößer steht zwar tapfer auf seinen Holzstämmen, doch der Brunnen ist trocken. „Es gab in der Vergangenheit ein paar Leute, die fanden es wohl lustig, eine Flasche Spüli reinzukippen, damit er überschäumt“, erzählt Lupberger. Vielleicht klappe das mit dem Wasser ja noch mal. Gut wär’s, schließlich steht der Flößer für den Ursprung Maxdorfs, als von Neustadt Stämme hierhergeflößt wurden. Dann wurden sie mit dem Fuhrwerk weiter nach Bad Dürkheim gefahren, um dort die Saline zu bauen.

Lupberger könnte selbst darauf hinwirken, dass wieder Wasser im Brunnen sprudelt. Der Christdemokrat ist seit wenigen Tagen Zweiter Beigeordneter der Verbandsgemeinde und Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde. Das mit der Verbandsgemeinde sei eigentlich so gar nicht geplant gewesen. Aber die CDU hat bei der Kommunalwahl die absolute Mehrheit in Orts- und Verbandsgemeinderat bekommen und konnte so folglich jeweils alle drei Beigeordnetenposten besetzen.

Im Prinzip passt das für Lupberger. Vor Kurzem hat er erst den Vorsitz der TSG Maxdorf, mit rund 1800 Mitgliedern stärkster Sportverein im Dorf, abgegeben. Obwohl der gebürtige Südbadener – er kommt aus Weil am Rhein – in jüngster Vergangenheit auch mit der Politik gehadert hat. Die Absage des Fasnachtsumzugs 2023 habe ihn gefrustet, räumt er ein. Entmündigt sah er die Gemeinden gar bei der aufgezwungenen Anhebung der Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuern.

Es ist ruhig im Bewegungspark am Flößerbrunnen. Zwei ältere Damen sitzen auf einer anderen Bank im Schatten und unterhalten sich. Ein Kind fährt mit seinem Kettcar herum. Ein Anwohner mäht den Rasen. „Das hier ist aus meiner Sicht der eigentliche Ortsmittelpunkt“, sagt Bernd Lupberger. „Es ist eine schöne Ecke. Der Heidewald ist nah. Viele kommen auch mit dem Auto hierher, gerade Hundebesitzer.“

Für Lupberger, der mit seiner Familie 1990 nach Maxdorf gezogen ist, erfüllt der Bewegungspark mehrere Funktionen. Er ist für ihn zum einen die direkte Verbindung in andere Ortsteile. Wenn er in seiner Eigenschaft als Beigeordneter zum Beispiel zur Waldsporthalle oder zum Albert-Funk-Haus muss. Die Sportgeräte nutze er. Aber er setze sich – wie jetzt mal ein paar Minuten auf eine Bank, ruhe sich aus oder lese. Dazu komme er leider nicht sehr oft. „Meine Freunde sagen, seit ich in Ruhestand bin, habe ich noch weniger Zeit“, erzählt er und lacht.

Und es sieht so aus, als ob er in den nächsten fünf Jahren noch gut mit Arbeit eingedeckt sein wird. Im Prinzip sei er jeden Tag im Rathaus anzutreffen. Kein Wunder, sind in seinem Bereich doch Hoch- und Tiefbau angesiedelt. Und Projekte gibt es in der Verbandsgemeinde einige. „In Maxdorf der Anbau an die Haidwaldschule, in Birkenheide der neue Kindergarten und in Fußgönheim die Brücken“, zählt er auf. Ach ja, die Sanierung der Waldsporthalle steht auch noch an. Seine Rolle für die Menschen im Ort umreißt er klar: „Ich bin immer ansprechbar, aber zaubern kann ich leider nicht.“ Er wisse, dass er mit solchen Ämtern nie ganz privat im Dorf unterwegs sei.

Bei einem Projekt überschneidet sich sein neues Ehrenamt mit seinem alten – dem Bau der neuen TSG-Sporthalle. Bevor es daran ging, habe er die Organisation des Vereins aufgeräumt, zum Beispiel Abteilungen mit nur ein, zwei Mann zusammengelegt und die IT auf Vordermann gebracht.

Es wird Zeit, wieder zurück in Richtung Heidewald zu gehen. Bernd Lupberger lässt durchblicken, dass es nach dieser Legislaturperiode reichen müsste als Beigeordneter. „Wir haben einige jüngere Leute in der Fraktion. Und ich bin dann 71.“ Bis dahin wird er Vollgas geben für seine Gemeinde. Aber selbstverständlich in Maßen.

Die Serie

Sie sind Spezialisten für ihre Fachbereiche und halten den Bürgermeistern oft den Rücken frei: die Beigeordneten. In der Serie „Auf ein Wort am Lieblingsort“ treffen wir sie abseits von Sitzungssaal, Paragrafen und Vorschriften.

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