VG Lingenfeld / Zeiskam
So will der Wasserverband künftige Krisen meistern
Zwei defekte Pumpen haben Ende Januar zu einem Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung in Rohrbach geführt. Wie gut ist der Wasserzweckverband „Germersheimer Nordgruppe“ auf einen Notfall vorbereitet?
Die Sicherstellung der Versorgung im Notfall war nach dem Vorfall in Rohrbach Thema eines Austauschs zwischen der Kreisverwaltung, dem Katastrophenschutz und den Wasserversorgungsunternehmen im Kreis Germersheim.
„Die Wasserwerke in Weingarten und Zeiskam sowie die jeweiligen Tiefbrunnen sind mit Notstromaggregaten ausgestattet“, betont Werkleiter Rüdiger Butz. Und fügt an: „Wir sind da entsprechend aufgestellt.“ Ebenfalls wichtig sei es, ausreichend Kraftstoff vorzuhalten, um das Ersatzsystem betreiben zu können.
„In alle Richtungen richtig gut aufgestellt“
„Um im Falle einer Havarie gerüstet zu sein, haben wir Kontakt mit der Lingenfelder Firma Betsch aufgenommen, die die Versorgung sicherstellen würde“, berichtet der Werkleiter. Seinen Angaben zufolge wurde auch der „Aufbau von Resilienzen empfohlen“. Damit ist die Schaffung von Verbünden gemeint, die bei Bedarf Wasser liefern könnten. „Da ist die Germersheimer Nordgruppe in alle Richtungen richtig gut aufgestellt“, sagt Butz und verweist auf den Trinkwasserverbund Bründelsberg sowie Verbindungsleitungen ins Gebiet der Verbandsgemeindewerke Edenkoben und zu den Gruppenwasserwerken Bornheim.
Dieses Jahr wird das letzte 500 Meter lange Teilstück der Verbindungsleitung zwischen Hochstadt und Zeiskam geplant. Die Leitung verläuft entlang des Grünzugs an der Landesstraße und soll über einen Wirtschaftsweg entlang des Hofgrabens Richtung Wasserwerk geführt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist bereits Bestandteil des Katastrophenschutzplans und damit schon erfüllt: die Einrichtung von Notanlaufstellen in den Ortsgemeinden.
Der Tiefbrunnen macht noch Probleme
Noch in der Pipeline ist der Aufbau eines Betriebsmanagementsystems. Dabei geht es um die Digitalisierung des Betriebs. „Wir wollen alle betrieblichen Prozesse im System abbilden, um noch bessere Kontrolle über anfallende Arbeiten, mehr Transparenz und einen besseren Überblick zu haben“, betont Butz. Er spricht von einem „ganz wichtigen Prozess, um sich perspektivisch aufzustellen“.
Immer noch große Probleme wegen hoher Sandeinträge verursacht der neu errichtete, aber noch nicht an das Wasserwerk Weingarten angebundene Tiefbrunnen (TB 6). Derzeit werden verschiedene Sanierungsvarianten geprüft. Zudem soll die Korngröße des eingetragenen Materials untersucht werden, um Rückschlüsse auf möglicherweise falsch eingebautes Filtermaterial ziehen zu können. Für den Zweckverband ist klar: „In diesem Jahr muss etwas passieren.“
Zufrieden mit den digitalen Wasserzählern
Gute Erfahrungen hat die Germersheimer Nordgruppe dagegen mit der frühzeitigen Umstellung auf digitale Wasserzähler gemacht. „Das war eine richtige Entscheidung“, betont Butz und spricht von einem „echten Mehrwert“.
In Freisbach, Schwegenheim und Westheim wurden die Zähler bereits ausgetauscht. Derzeit werden die Zähler in Weingarten gewechselt. 2027 ist dann Zeiskam an der Reihe.