Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der Wirtschaftsstandort Neustadt gestärkt werden soll

Die Wirtschaftsvertreter lobten die Stadt für die Planung der Großbaustelle Kellereistraße.
Die Wirtschaftsvertreter lobten die Stadt für die Planung der Großbaustelle Kellereistraße.

Neustadt soll eine möglichst lebendige Stadt, aber auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort sein. In diesem Ziel sind sich Willkomm-Gemeinschaft, Stadtverwaltung und Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft einig. Erste Ansätze zeigen, wohin die Reise gehen soll.

Als die Industrie- und Handelskammer vor zwei Jahren eine Wirtschaftsstandortumfrage veröffentlichte, wonach Neustadt pfalzweit (schon wieder) das Schlusslicht war, ging ein Raunen durch die Stadt. Die Verwaltung sah sich zu Unrecht so schlecht bewertet, während Kritiker sich durch die IHK-Daten bestätigt sahen. Seither wurde vieles auf den Weg gebracht. Denn egal von welchem Standpunkt betrachtet: Kein Akteur hatte Lust auf die Rote Laterne.

Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) sicherte damals schon Schritte zu: verbesserte Kommunikation und Neuaufstellung der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG). Beides wurde in die Wege geleitet – und wird anerkannt. Das wurde am Dienstagabend bei der Jahresversammlung der Willkomm-Gemeinschaft deutlich. Sie bündelt die Interessen der in Neustadt ansässigen und aktiven Gewerbetreibenden und Unternehmen. Vorsitzender Winfried Walther betonte: „Es tut sich was.“

Das Lob ging in Richtung Bürgermeister Stefan Ulrich (CDU) und WEG-Geschäftsführerin Karin Henneke, die seit einem Jahr im Amt ist. Beide skizzierten, was aktuell in der Stadt in Sachen Wirtschaftsförderung los ist. Walther hob dabei die Bedeutung der Unternehmer hervor: „Eine Stadt wie Neustadt kann ohne Gewerbe und Gastronomie nicht existieren. Außerdem sorgen wir für Arbeitsplätze und Gewerbesteuer.“ Wichtig sei eine von allen gelebt Willkommenskultur. Die Willkomm trete daher auch dem von Marc Weigel initiierten Bündnis für Demokratie bei. „Denn das ist das Fundament für ein Miteinander und die Ansiedlung von Gewerbe“, so Walther.

Lob für Plan für Kellereistraße

Seine Vorstandskollegin Charlotte Merkel ergänzte, dass die Willkomm gerne Aktionen der Stadt unterstütze. Als positives Beispiel hob sie den vor einem Jahr eingeführten Neustadt-Gutschein hervor. Andreas Böhringer, im Willkomm-Vorstand für die Finanzen zuständig, forderte in dem Zusammenhang, dass Veranstaltungen in der Stadt im Vorfeld gut koordiniert und kommuniziert werden müssen. Sonst gebe es Aktionen, von denen viele nicht wüssten. „Und das ist dann schade“, so Böhringer. Die Willkomm sei dazu ebenso im Austausch mit der Stadt wie bei der Baustellenkoordination. „Wir bringen uns da gerne ein und pochen darauf, bei Sitzungen dabei zu sein.“ Das sei wichtig, betonte Böhringer mit Blick auf die Kellereistraße, „da wir Hinweise zum Thema aus Sicht der Betroffenen geben können“. Bei der Kellereistraße habe das sehr gut funktioniert: „Es ist super, dass ein Weg gefunden wurde, dass diese zentrale Achse immer begehbar ist – trotz der Baustelle.“

Dies hörte Bürgermeister Ulrich sicher gerne. Er bekräftigte ebenfalls, dass Wirtschaft und Verwaltung kommunizieren müssten: Es gehe darum, gemeinsam Wege zu finden. „Wir alleine können die Stadt nicht fortentwickeln, dazu brauchen wir Sie als Unternehmer.“ Er räumte ein, dass die Hertie-Ruine eine zentrale Baustelle mitten in der Stadt sei, die schmerze. Immerhin gelinge es, dass die Parkplätze am dortigen Gelände (Bachgängel Ost) ab Mai wieder genutzt werden können. Der Klemmhof – er war wie die Hertie-Ruine ein zentraler Kritikpunkt in der IHK-Befragung – solle unverändert zu „einer ganz modernen Tourist-Info werden“. Mit der Ausweisung neuer Gewerbeflächen wolle die Verwaltung ihren Beitrag zur Weiterentwicklung leisten. Ganz wichtig sei die Erfahrung rund um die Großbaustelle Kellereistraße: Dass dort nun die Arbeiten an den Leitungen von denen an der Straßenoberfläche getrennt werden, „ist ein deutlich schonenderer Eingriff für die Anlieger, auch wenn es länger dauert“. Ulrich ergänzte: „Die Kellereistraße soll ein Muster für künftige Baustellen werden.“ Er räumte offen ein, dass es in der Innenstadt ein Parkplatzproblem gebe. Daher solle die Beschilderung zum Klemmhof verbessert werden. Am Krasemann-Parkplatz, der vor allem für Innenstadt-Kunden gedacht ist, werde die defekte Schranke schnellstmöglich repariert und solange über einen Automaten bewirtschaftet. Mittelfristig soll aber, so Ulrich, angesichts der Fehleranfälligkeit der Schranke auf ein „Parkraumbewirtschaftungssystem auf Kamerabasis“ umgestellt werden. Ziel sei, „kein Parkplatzpotenzial ungenutzt zu lassen“, betonte Ulrich.

WEG-Geschäftsführerin Karin Henneke skizzierte, wie sie im Projekt „Zukunftsarbeit Wirtschaftsstandort Neustadt“ Akteure aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen will. Dort werde erarbeitet, wo Neustadt heute stehe und wo es „hin will oder muss“. Und dann sei zentral: „Dass Verwaltung und Unternehmen gemeinsam den Weg dorthin entwickeln.“

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